Zur mobilen Ansicht wechseln

03.04.2013, 18:18 Uhr

Supernova: Neuartige Sternexplosion entdeckt

Bislang kannten Wissenschaftler nur zwei Typen von Supernovae, bei denen der Stern komplett zerstört wurde. Nun hat ein internationales Forscherteam einen dritten, schwächeren Typ einer Supernova entdeckt, bei dem der Stern sogar überleben könnte.

Von WEB.DE Redaktionsmitglied Andreas Maciejewski

Eine Supernova ist selbst für Wissenschaftler ein außergewöhnliches Ereignis. Die Explosion eines Sterns liefert stets spektakuläre Bilder. Bisher unterschied man Supernovae nach zwei Typen: einer Supernova eines Sterns mit großer Masse namens Kernkollaps-Supernova und einer Supernova eines Sterns mit geringer Masse, welche als Typ Ia bezeichnet wird. Beide Typen haben jedoch gemein, dass der Stern vollständig explodiert. Bei einer Kernkollaps-Supernova bricht der Kern eines Sterns zusammen. Diese Explosion ist so gewaltig, dass sogar ein Schwarzes Loch entstehen kann. Bei einer Supernova vom Typ Ia kollabiert ein Stern, indem er Material von einem anderen Stern aufsaugt und dadurch zerrissen wird.

Iax ist eine "Mini-Supernova"

Bei dem neu entdeckten Typen einer Supernova namens Iax explodieren wahrscheinlich nur die äußeren Schichten des Sterns, so dass dieser überleben kann. "Eine Typ-Iax-Supernova ist im Wesentlichen eine Mini-Supernova", sagt Ryan Foley vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) in den USA, das den neuen Supernova-Typ entdeckte.

Wie die Explosion genau abläuft, können die Forscher noch nicht erklären. Sie wissen aber, dass diese deutlich schwächer und weniger energiereich abläuft als bei den anderen Typen. Es sei wahrscheinlich, dass bei einer Iax-Supernova ein Weißer Zwerg von seinem Begleiter-Stern nur noch Helium absaugen kann, weil dieser seine äußere Wasserstoff-Hülle bereits verloren hat. Das Helium reiche aber nicht aus, um einen Stern vollständig zu zerstören. "Der Stern wird beschädigt und zerkleinert, er könnte aber noch weitere Tage überleben", erklärt Foley.

Das Forscherteam analysierte 25 Supernovae, die nicht in das Raster der bisher bekannten Typen passen und nun dem Typ Iax zugeordnet werden können. Dabei machten die Wissenschaftler zwei grundlegende Beobachtungen. Zum einen finden Iax-Supernovae nicht wie bei den anderen beiden Typen in ellipsenförmigen Galaxien statt, in denen sich zum Großteil alte Sterne befinden. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass der Typ Iax nur in Systemen mit jungen Sternen vorkommt. Zum anderen bemerkte das Forscherteam, dass Iax-Supernovae nur in Doppelsternsystemen vorkommen – einem System, welches einen Weißen Zwerg und einen Begleiter-Stern beinhaltet.

Supernovae hell wie 100 Milliarden Sonnen

Weil die Iax-Supernova schwächer leuchtet als die anderen beiden Typen, sind erst wenige Fälle bekannt. Im Gegensatz dazu leuchtet bei einer Ia- oder Kernkollaps-Supernova ein Stern kurz vor dem Ende seiner Lebenszeit so hell wie 100 Milliarden Sonnen. Der Typ Iax soll laut Berechnungen aber ähnlich oft vorkommen wie Supernovae der beiden anderen Typen. "Seit mehr als 1.000 Jahren haben Menschen Supernovae beobachtet. Dieser neue Typ hat sich während der ganzen Zeit im Schatten versteckt", sagt Foley.

Das Forscherteam setzt nun seine Hoffnungen auf das "Large Synoptic Survey Telescope", welches derzeit gebaut wird. Mit Hilfe des Teleskops sollen tausende weitere Stern-Explosionen aufgezeichnet und untersucht werden können.

Alle News vom: 3. April 2013 Zur Übersicht: Wissen
Partnerangebote
Murmansk: Video zeigt grellen HimmelskörperVideo

Am Nachthimmel blitzt plötzlich ein leuchtendes Objekt auf. >

Spix-Ara-Küken

Zwei Spix-Aras wurden erfolgreich in Brandenburg nachgezüchtet. >

Kreuzigung eines Mannes

Manche Philippiner begehen Karfreitag auf grausame Art und Weise. >


Internet Made in GermanyWEB.DE 2013 - Marke des JahrhundertsIhr WEB.de-Postfach ist grünWeb.de unterstützt UnicefWEB.DE De-Mail - Einfach wie E-Mail, sicher wie ein BriefTop Arbeitgeber Deutschland