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24.04.2013, 14:01 Uhr

Erster Blick auf Komet Ison

Ison lässt die Herzen von Astronomen und weltraumbegeisterten Laien höher schlagen. Der Himmelskörper könnte im Herbst 2013 zum "Jahrhundertkometen" werden. Jetzt hat das Hubble-Teleskop das bisher beste Bild des Hoffnungsträgers aufgenommen, das einige neue Informationen über ihn preisgibt.

Von WEB.DE Redakteurin Maria Schießl

Das Foto entstand am 10. April 2013. Zu diesem Zeitpunkt war Ison (C/2012 S1) ungefähr 634 Millionen Kilometer von der Erde und 621 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt - etwas näher also, als beispielsweise Jupiter unser Zentralgestirn umkreist.

Bereits in dieser großen Entfernung wärmt die Hitze der Sonne die Oberfläche des "schmutzigen Schneeballs" auf, sodass sich gefrorene Gase und Staub lösen. Diese Partikel und Gase bilden eine Wolke, die sogenannte Koma, um den festen Kometenkern, welche von Sonnenwinden verweht wird: Es bildet sich der charakteristische Kometenschweif, der auf der Aufnahme bereits gut zu erkennen ist. Forscher färbten die Originalaufnahme des Hubble-Teleskops blau ein, damit die Details der Kometenstruktur besser zu erkennen sind.

Anhand der neuen Bilder konnten die Wissenschaftler um Jian-Yang Li vom Planetary Science Institute die Größe von Isons Kern und die Stärke seiner Aktivität bestimmen. Ziel ist es, dank dieser Daten vorherzusagen, wie aktiv Ison um den 28. November werden wird und folglich wie spektakulär seine Erscheinung wird, wenn er sich der Sonne bis auf knapp 1,2 Millionen Kilometer nähert. Zuverlässige Ergebnisse hierzu erwarten sich die Forscher erst von genaueren Analysen.

Der Meteor ist winzig

Der Kern des Kometen hat offenbar einen Durchmesser von etwa 4,8 bis 6,4 Kilometern. Das sei erstaunlich wenig angesichts des hohen Levels an Aktivität, die Ison jetzt schon zeigt, sagen die Forscher. Die Koma ist hingegen riesig: Ihr Durchmesser beträgt ungefähr 5.000 Kilometer. Das entspricht etwa 1,2 Mal der Breite Australiens. Ison zieht mittlerweile einen Schweif von mehr als 92.000 Kilometern hinter sich her.

Die Astronomen glauben, dass Ison das erste Mal überhaupt in das innere Sonnensystem eintreten wird. Deshalb und auch wegen seiner geringen Größe sind Vorhersagen über die Stärke seiner Erscheinung schwierig. Es könnte passieren, dass er zerbricht und zur großen Enttäuschung wird. Dieses Schicksal ereilt viele der sogenannten Sungrazer ("Sonnenstreifer"). Das sind Kometen, die der Sonne besonders nahe kommen und zu denen Ison zählt.

Da der Komet aber jetzt schon ungewöhnlich aktiv ist, kann man weiterhin auf einen fulminanten Auftritt mit besonders hellem und langem Schweif hoffen. Über den genauen Zeitraum, in dem Ison mit bloßem Auge sichtbar sein wird, kann man momentan nur spekulieren. Am hellsten wird er aber wohl am 28. November sein, wenn er den sonnennächsten Punkt erreicht. Der Schweif wird wahrscheinlich in der darauf folgenden Woche seine maximale Länge ausbilden.

Ison ist nicht der erste Komet, der uns dieses Jahr besucht. Im Frühling hatte Panstarrs seinen großen Auftritt - der hoffentlich von Ison getoppt wird.

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