(mgb) - Das Wetter in Australien spielt verrückt und der Klimawandel zeigt seine hässliche Seite. Seit Anfang 2013 ächzt "Down Under" unter der seit Jahrzehnten schlimmsten Hitzewelle und wird von verheerenden Buschfeuern heimgesucht. Es ist inzwischen sogar so heiß, dass australische Wetterkarten neue Farben bekommen haben – dunkles Lila und Pink.

Australien ist für extremes Wetter bekannt. Vor allem die Hitze im Land am anderen Ende der Welt ist fast schon legendär. Doch die aktuellen Temperatur-Entwicklungen gehen weit über alles bislang Bekannte hinaus – im wörtlichen Sinn. Denn die Temperaturskala der australischen Wetterbehörde reichte bislang nur bis 50 Grad Celsius. Zu wenig, wie sich nun herausstellt.

David Jones, Chef der Klimabeobachtung und -vorhersage des Australian Bureau Of Meteorology, gab in einem Bericht der Online-Ausgabe des "Sydney Morning Herald" zu bedenken, dass die Temperaturskala derzeit an ihre Grenzen stoße. Die Vorhersagen für Mitte Januar hätten gezeigt, dass diese 50-Grad-Grenze nicht mehr ausreiche.

Die Skala sei deswegen am 8. Januar erweitert worden, da die Vorhersage ein Überschreiten der bislang gültigen 50-Grad-Grenze vermuten ließe. Zeitweise wurden Temperaturen bis 52 Grad Celsius im Inneren des Landes prognostiziert. Deswegen wurden den Wetterkarten dunkles Lila und Pink hinzugefügt, um die Skala bis maximal 54 Grad auszuweiten. Lila symbolisiert den Temperaturbereich von 50 bis 52 Grad, Pink den von 52 bis 54 Grad. Bislang war Schwarz die "heißeste" Farbe in den Karten.

Wetter-Chaos: Hitze-Rekord in Australien bröckelt

Sollten diese Werte tatsächlich eintreten, wäre auch der aktuell noch gültige Hitze-Rekord Australiens "in Gefahr". Bisher lag die höchste jemals gemessene Temperatur bei 50,7 Grad Celsius. Der Spitzenwert wurde am 2. Januar 1960 am Oodnadatta-Flughafen in Südaustralien festgestellt. Allerdings ist die Temperaturerfassung in weiten Teilen des Landesinneren nicht gegeben. Deswegen könnte der Spitzenwert auch bereits überschritten worden sein.

Die Behörden warnen, dass der kleinste Funke bei der derzeitigen Wetterlage katastrophale Folgen haben könne. Starke Winde können kleine Buschfeuer rasch in Flammenwalzen verwandeln. Bereits seit Tagen kämpfen etwa 70.000 Feuerwehrleute gegen die immer wieder aufflackernden Brände.