Handyvertrag-Anbieter in Deutschland

Etwa 129 Millionen Mobilfunkteilnehmer gab es laut der Bundesnetzagentur im 3. Quartal 2016 in Deutschland. Sie verteilen sich auf drei Mobilfunknetze und zahlreiche Handytarif-Anbieter. Nicht immer lässt sich auf den ersten Blick erkennen, in welchem Netz man telefoniert und wer hinter dem Tarif steckt. Eine Übersicht.

Die drei großen Netzbetreiber

Egal welchen Handytarif Sie in Deutschland abschließen – Sie werden immer über eines der folgenden Netze telefonieren. In Deutschland gibt es drei große Netzbetreiber. Sie haben jeweils ein eigenes Mobilfunknetz, das sie ausbauen und weiterentwickeln. Dadurch können sie innovative Tarife anbieten, die mit hohen Geschwindigkeiten und umfänglichen Leistungen glänzen.

  Telekom Vodafone Telefónica
Zentrale Bonn Düsseldorf München
Gründungsjahr 1992 1990 1995
Netz D1 D2 O2 / E-Plus
Mobilfunk-Kunden* 42,0 Mio. 45,2 Mio. 48,4 Mio.
Webseite www.telekom.de www.vodafone.de www.telefonica.de/

* Stand Q2 2017

Telekom

Die Telekom ist der Pionier im deutschen Mobilfunk. Der Handyvertrag-Anbieter ist aus der Deutschen Bundespost hervorgegangen. 1992 nahm die Telekom, damals noch De.Te.Mobil Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH, das D1-Netz in Deutschland in Betrieb. 2000 führte sie den Datenübertragungsstandard GPRS ein und zwei Jahre später nannte sie sich in T-Mobile Deutschland um. 2005 führte die Telekom mit dem Dienst „web’n’walk“ als erster Anbieter das mobile Internet fürs Smartphone ein und 2007 bot sie in Deutschland exklusiv das erste iPhone an.

2010 wurden T-Mobile und T-Home unter dem Namen Telekom Deutschland GmbH zusammengefasst. Ende 2015 beschäftigte das Unternehmen 68.638 Mitarbeiter. Mit 40,4 Millionen Mobilfunkkunden gehört die Telekom zu den Marktführern. Die Marke mit dem typischen Magenta als Erkennungszeichen bietet laut Stiftung Warentest die beste Netzqualität. Neben Handytarifen ist sie Anbieter von Festnetz- und Internetanschlüssen sowie Pay-TV. Zur Telekom gehört das Tochterunternehmen Congstar, das günstige Mobilfunk-, Festnetz- und Internettarife verkauft.

Vodafone

1989 erhielt ein Konsortium, dem der Technologiekonzern Mannesmann vorstand, die erste private Mobilfunklizenz Deutschlands. Die Deutsche Bundespost, später Telekom, bekam dadurch Konkurrenz im Mobilfunkbereich. Das Mannesmann-Netz wurde als D2-Netz bezeichnet. 1990 gründete sich in Düsseldorf die Mannesmann Mobilfunk GmbH, die 1992 mit dem regulären Betrieb begann. Ende 1993 hatte das Unternehmen bereits 500.000 Kunden.

2000 übernahm das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone den Mannesmann-Konzern. 2002 erfolgte die Umbenennung in Vodafone D2 GmbH, ab 2013 nannte sich der Anbieter Vodafone GmbH. 2010 bot Vodafone als erster deutscher Handyvertrag-Anbieter einen Handytarif mit LTE an. Zu Vodafone gehört der Mobilfunkdiscounter Otelo. Die Unternehmenszentrale befindet sich in Düsseldorf. Zum 31. Dezember 2016 hatte das Mobilfunkunternehmen 14.000 Mitarbeiter und 30,6 Millionen Mobilfunkkunden.

O2

Der Mobilfunkanbieter, der heute als O2 bekannt ist, wurde 1995 als VIAG Interkom gegründet. 1997 erwarb das Unternehmen die Lizenz, ein GSM-Netz aufzubauen. Ein Jahr später ging der Anbieter an den Start – am Anfang in acht Ballungszentren, später in ganz Deutschland. 1999 wurde der Tarif „Genion“ eingeführt. Der Handytarif mit Festnetznummer war damals einmalig.

2000 übernahm die BT Group, die bereits an VIAG Interkom beteiligt war, das komplette Unternehmen. 2001 wurde es in BT Ignite (Festnetz) und VIAG Interkom (Mobilfunk) aufgespalten. 2002 erfolgte die Umbenennung des Mobilfunkbereichs in O2 Germany. 2005 übernahm der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica das Unternehmen. Aus O2 Germany wurde Telefónica Germany, O2 ist aber nach wie vor Markenname. 2014 übernahm Telefónica den Konkurrenten E-Plus und wurde damit zum größten Handyvertrag-Anbieter in Deutschland.

Seit 2016 werden die Mobilfunknetze von O2 und E-Plus Schritt für Schritt zusammengeführt. Durch die Übernahme hat sich das Markenportfolio von Telefónica vergrößert. Als Untermarken gehören zum Beispiel Blau, BASE, Ortel und Ay Yildiz zum Unternehmen sowie der Mobilfunkdiscounter Fonic, der 2007 ursprünglich in Kooperation mit dem Lebensmitteldiscounter Lidl startete. Der Konzern hat seinen Hauptsitz in München. Zum 31. Dezember 2015 beschäftigte das Unternehmen 9.464 Mitarbeiter. Ende September 2016 hatte es 44,1 Millionen Mobilfunkanschlüsse.

Mobilfunkprovider als Handytarif-Anbieter

Neben den Netzbetreibern gibt es in Deutschland verschiedene Mobilfunkprovider, die kein eigenes Mobilfunknetz haben. Sie nutzen mittels eines Kooperationsvertrags die Netze der großen Anbieter, normalerweise von Telefónica oder Vodafone. Sie bieten ihre Tarife über verschiedene Tochterunternehmen an.

Zu den bekannten Mobilfunkprovidern gehört zum Beispiel die Drillisch AG aus Maintal mit Marken wie DeutschlandSIM, Yourfone, Discotel und PremiumSIM. Diese Anbieter haben meistens keine eigenen Filialen, sondern vertreiben ihre Tarife über das Internet. Diese Handytarif-Anbieter sind im Vergleich meist günstiger als die Netzbetreiber, verzichten dafür aber auf Zusatzleistungen. Nicht immer ist es möglich, ein Handy mit Vertrag zu kaufen.

Brandingmarken

Daneben gibt es zahlreiche Brandingmarken, bei denen Unternehmen, die keine Verbindung zum Mobilfunk haben, mit Mobilfunkanbietern zusammenarbeiten. Sie bieten unter ihrem Namen eigene Tarife an, die sie zum Beispiel in ihren Ladengeschäften vertreiben. Einer der ersten dieser Mobilfunkdiscounter war Tchibo Mobil, der im Herbst 2004 in Zusammenarbeit mit O2 startete. Weitere Beispiele sind LIDL Connect (Vodafone), ja! mobil (Congstar) und NettoKOM (Telefónica).