Rechtliche Stolperfallen beim Handyvertrag vermeiden

Ist der passende Handytarif gefunden, fehlt eigentlich nur noch der Abschluss des Handyvertrags. Viele Verbraucher fragen sich aber: Worauf muss ich bei einem Handyvertrag achten? Welche rechtlichen Formalien sollten eingehalten sein? WEB.DE erklärt Ihnen, wie ein rechtsgültiger Handyvertrag aussieht.

Handyvertrag erst mit Volljährigkeit

Ein Leben ohne Smartphone können und wollen sich viele Jugendliche nicht mehr vorstellen. Auch wenn Eltern den Smartphone-Konsum ihres Nachwuchses oft kritisch sehen, gibt es ihnen ein Gefühl der Sicherheit, dass sie ihre Kinder unterwegs erreichen können. Während bei kleineren Kindern ein Prepaid-Tarif ausreicht, möchten Jugendliche in der Regel einen Handyvertrag haben.

Einen Handyvertrag abschließen darf aber erst, wer volljährig ist. Denn erst mit 18 Jahren gilt man in Deutschland als geschäftsfähig. Wie bei anderen Verträgen auch müssen ansonsten die Erziehungsberechtigten einspringen. Doch zuvor sollten Eltern mit ihren Kindern besprechen, worauf beim Telefonieren zu achten ist. Ansonsten kann das Smartphone schnell zur Kostenfalle werden. Damit die Ausgaben für den Handyvertrag nicht explodieren, lohnen sich Tarife mit einem Kosten-Airbag. So können die Jugendlichen im Monat nur eine bestimmte Summe vertelefonieren.

Bonitätsprüfung beim Handyvertrag

Eine weitere Hürde auf dem Weg zum Handyvertrag wird häufig vergessen: die Bonitätsprüfung. Nur mit einer positiven Schufa-Auskunft gibt es einen Handyvertrag. Da der Mobilfunkanbieter in Vorleistung geht, möchte er eine gewisse Sicherheit haben, dass die anfallenden Rechnungen auch beglichen werden. Am einfachsten geht dies mittels einer Bonitätsprüfung des Verbrauchers über die Schufa. Um die Schufa-Klausel im Handyvertrag kommt niemand herum.

Widerrufsrecht sicher wissen

Ist ein Handyvertrag im Internet, am Telefon oder per Fax zustande gekommen, steht Ihnen ein vierzehntägiges Widerrufsrecht zu. Bei dieser Art von Verträgen handelt es sich nämlich um sogenannte Fernabsatzgeschäfte. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Verbraucher bei solchen Vertragsabschlüssen nicht ausreichend Bedenkzeit gehabt haben könnten und auch das Produkt beziehungsweise die Dienstleistung nicht vollständig in Augenschein genommen haben könnten.

Deshalb räumt er bei solchermaßen abgeschlossenen Verträgen dem Verbraucher das Recht auf Widerruf ein. Der Anbieter muss den Kunden darauf hinweisen; geschieht dies nicht, verlängert sich die Zeit für den Rücktritt vom Kaufvertrag um zwölf Monate. Wer einen Handyvertrag im Ladengeschäft abschließt, verzichtet von vornherein auf dieses Verbraucherrecht.

Vertragsunterlagen einfordern

Wer einen Handyvertrag abschließt, sollte über Unterlagen in Papierform verfügen. Nur dann sind keine Probleme zu befürchten, wenn es in einem späteren Rechtsstreit um den Beleg von Vertragsinhalten geht. Bei einem Handyvertrag, der über Internet, per Telefon oder Fax abgeschlossen wurde, sollten Sie darauf bestehen, dass Ihnen die Vertragsunterlagen zugeschickt werden.

Wie bei anderen Verträgen müssen auch bei einem Handyvertrag bestimmte Formalien eingehalten werden. Folgende Punkte sollten in jedem Fall genannt werden:

  • Adressdaten der Vertragspartner
  • Name des entsprechenden Handytarifs
  • erfasste Leistungen
  • Kosten von Einzelleistungen
  • Datum des Vertragsbeginns bzw. der Vertragsverlängerung
  • Hinweis auf die Sperrung von Drittanbietern
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) sollten vorliegen

Kleingedrucktes im Handyvertrag genau lesen

In Deutschland gilt Vertragsfreiheit. Darunter versteht man, dass jeder in seiner Entscheidung grundsätzlich frei ist, mit wem er welchen Vertrag welchen Inhalts abschließt. Eine Ausnahme sind Vertragselemente, die sittenwidrig sind oder gegen ein Gesetz verstoßen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), wegen der häufig kleinen Schriftgröße gerne auch als „das Kleingedruckte“ bezeichnet, sind bei Vertragsabschlüssen gang und gäbe.

Auch wenn ein Angebot noch so verlockend klingt, sollten Sie nicht vergessen, dass der Teufel häufig im Detail steckt. Vor dem Abschluss des Handyvertrages sollten Sie das Kleingedruckte genau studieren, damit es später kein böses Erwachen gibt und schlimmstenfalls hohe Zusatzkosten ganz unerwartet anfallen.

Generell dürfen die AGBs nicht gegen die §§ 305 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) verstoßen. Vieles, was im Kleingedruckten festgehalten wird, ist zwar nicht verboten. Häufig verstecken Anbieter aber hier Kosten, die zulasten des Kunden gehen. Das vermeintliche Schnäppchen kann sich so im Nachhinein als Kostenfalle entpuppen.

Darauf sollten Sie achten:

  • Preisangaben: Angebote mit Fußnoten oder Sternchen haben oftmals einen Haken. Ob nach den ersten Monaten Mehrkosten anfallen, steht im Kleingeduckten.
  • Preislisten: Studieren Sie genau die Telefongebühren für die Nutzung verschiedener (fremder) Netze, fürs das In- und Ausland sowie für Sonderrufnummern, aber auch die Kosten für Service-Dienste wie beispielsweise die Bestellung einer neuen SIM-Karte.
  • Flatrate-Trick: So mancher Anbieter räumt sich ein „erleichtertes Kündigungsrecht“ im Kleingedruckten ein. Telefoniert, simst oder surft ihm der Kunde zu viel, kündigt er ihm vorzeitig den Handyvertrag.
  • Begrenzte Angebotszeit: In der Werbung wird ein günstiger Grundpreis versprochen. Dieser gilt aber nur für einen bestimmten Zeitraum. Danach muss der eigentliche Preis bezahlt werden.
  • Zweitkarten: Häufig werden Zweitkarten für Angehörige zu besonders günstigen Konditionen angeboten. Diese gelten aber nur, solange der Hauptvertrag läuft. Häufig darf man auch nur in wenige Tarife wechseln.
  • Versteckte Grundgebühr: Einige Anbieter von Prepaid-Tarifen werben damit, keine Grundgebühr zu verlangen. Doch wenn der Kunde länger als drei Monate in Folge unter einem bestimmten Verbrauchsbetrag geblieben ist, erheben sie eine Strafgebühr.
  • Werbung: Vertrag unterschrieben, und schon fliegt regelmäßig Werbung ins Haus? Dem können Sie im Nachhinein jederzeit widersprechen.
  • Begrenztes Datenvolumen: Bei der Internetflatrate ist nicht immer drin, was draufsteht. Ist das Datenvolumen verbraucht, wird die Surfgeschwindigkeit gedrosselt. Gegen weitere Gebühren können Sie Datenpakete dazubuchen. Dann geht es in der vorherigen Geschwindigkeit weiter.
  • Versteckte Nachteile: Preisgünstige Tarife sind zunächst attraktiv, umso teurer werden dann in der Regel aber andere Leistungen wie die Nutzung der Service-Hotline oder das Zusenden von Papierrechnungen, die nur gegen Gebühr zugestellt werden.

Kündigungsfristen beachten

Im Kleingedruckten findet man in der Regel auch die Kündigungsfristen. Im Normalfall können Sie einen Handyvertrag zum Ende der Laufzeit kündigen. Üblich sind drei Monate vor Vertragsende, andernfalls läuft der Vertrag automatisch weiter. Es gibt aber auch Handyverträge, die monatlich kündbar sind. Neben der ordentlichen Kündigung haben Verbraucher unter bestimmten Umständen ein Sonderkündigungsrecht. Dieses tritt in Fällen ein, in denen ein Festhalten am Vertrag für den Kunden unzumutbar wäre. Dazu zählen beispielweise wiederholt fehlerhafte Rechnungen, schwerwiegende Verbindungsstörungen, aber auch Veränderungen an den AGBs.

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