Ernährung

Die wichtigsten Fakten über Tee

Die Auswahl an Sorten ist gewaltig. Wobei: Tee ist nicht gleich Tee!

Puristen und die Verbraucherzentrale bezeichnen einzig die Aufgussgetränke aus der Teepflanze als Tee. Kräuter- und Früchtetees sind dagegen "teeähnliche Erzeugnisse".

Die immergrüne Teepflanze Camellia sinensis aus Ost- und Südostasien wird seit Jahrhunderten kultiviert. Aus zwei Varietäten wird unter anderem Schwarzer, Grüner und Weißer Tee hergestellt.

Die Sinensis-Varietät stammt aus dem südchinesischen Hochland. Aus ihr wird vor allem Grüner Tee hergestellt. China bedient über 40 Prozent des weltweiten Handelsvolumens.

Die Varitetät Assam hingegen stammt aus dem gleichnamigen Bundesstaat Indiens, dem größten zusammenhängenden Teeanbaugebiet der Welt. Kräftiger im Geschmack dient Assam als Basis für das Gros der Schwarztees.

Ein berühmtes Anbaugebiet ist auch Darjeeling in Indien. Hier werden an den Ausläufern des Himalaja leichte Tees gewonnen, die zu den teuersten überhaupt gehören.

Der ebenso berühmte Ceylon-Tee stammt aus Sri Lanka - Ceylon ist die alte Bezeichnung des Inselstaats. Er ist vielseitig und schmeckt fein und spritzig.

Welcher Tee aus welcher Pflanze stammt, ist mitunter schwierig zu bestimmen. Es existiert eine Vielzahl an Kreuzungen und Hybriden. Herkunft, Erntezeit und Verarbeitung bestimmen zudem Geschmack, Aromen und Farbe.

Der herzhafte Schwarztee English Breakfast Tea basiert in der Regel - wie auch der leichtere, mit Bergamotte aromatisierte Earl Grey - auf Assam-Tee. Beide werden in England mit Milch genossen.

Der Unterschied zwischen Schwarzem und Grünen Tee? Die Fermentation! Beim Grünen Tee werden die Blätter nach dem natürlichen Welken kurz erhitzt, geröstet oder gedämpft, um eine weitere Oxidation aufzuhalten.

Die selteneren Varianten, Oolong und Gelber Tee, werden nur kurz fermentiert.

Der "Champagner unter den Tees" ist aber Weißer Tee, der wie Grüner Tee nicht fermentiert ist. Statt ihn zu erwärmen, werden die verschiedenen Sorten mehrere Tage natürlich gewelkt und getrocknet.

Tee, gerade auch Weißer, enthält Koffein, auch Teein genannt. Der Gehalt ist je nach Sorte und Umgang unterschiedlich hoch. Aufputschend wirkt Tee aber nicht, da das Koffein an Gerbstoffen gebunden ist.

Tee soll Krankheiten vorbeugen. Bei einer Diät kann er als kalorienfreies Getränk zudem dabei helfen, Heißhungerattacken zu bekämpfen.

Tee im Beutel ist nicht zwingend ein Billigprodukt. Die feineren Teepartikel können auch von hoher Qualität sein.

Echte Tee-Liebhaber und -Liebhaberinnen zelebrieren ihre Teestunde aber natürlich mit hochwertigen losen Teesorten - und extra Teekocher, Filter oder Teesieb. Der zeitaufwendige Vorgang hat schon eine beruhigende Wirkung.

Wer Schwarzen Tee intensiv mag, sollte mit 90 bis 100 Grad Celsius heißem Wasser aufbrühen, milder schmeckt er bis 85 Grad. Grüner und Weißer Tee werden bei über 70 bis 80 schnell bitter.

Bei Früchte- und Kräutertees kann man weniger falsch machen. Hier verwendet man Wasser direkt aus dem Kocher. Und die Ziehzeit ist ebenfalls unkritischer.

Die Ostfriesen gelten als die Weltmeister des Teegenusses! Ottos Landsleute tranken 2019 durchschnittlich 300 Liter Grün- und Schwarztee im Jahr. In Gesamtdeutschland sind es im Vergleich 28 Liter pro Kopf.

Entsprechend ist hierzulande die "Ostfriesenmischung" der Topseller unter den "echten" Teesorten - am besten mit Kluntje (Kandiszucker) und Wulkje (Sahne). Grüner Tee wird jedoch immer beliebter - vor allem im Biosektor.

Kräuter- und Früchtetees liegen in Deutschland jedoch klar in Führung. 40 Liter pro Kopf wurden davon 2019 aufgebrüht und getrunken. Ein Evergreen: der Pfefferminztee mit gut fünf Litern.