Geschichte

Das waren die deutschen Bundeskanzler*innen

Konrad Adenauer war von 1949 bis 1963 der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Er gehörte zu den Begründern der CDU und war bis 1966 deren Vorsitzender. Er stand für eine Politik der Westbindung und verfolgte einen antikommunistischen Kurs.

Neben der Politik war Adenauer auch als Erfinder tätig. Er sicherte sich drei Patente, unter anderem für ein Verfahren zur Herstellung von Schrotbrot.

Ludwig Erhard trat 1963 Adenauers Nachfolge an und blieb drei Jahre im Amt.

In der Regierung von Adenauer hatte der CDU-Politiker das Amt des Wirtschaftsministers bekleidet.

Erhard gilt als Vater des "deutschen Wirtschaftswunders" und stärkte die deutschen Beziehungen zu den USA.

Auf Erhard folgte ab 1966 Kurt Georg Kiesinger als Kanzler der ersten Großen Koalition auf Bundesebene.

Wegen seiner Rolle in der NS-Zeit stand er in der Kritik. Er war der NSDAP 1933 beigetreten und hatte die Nazis als Jurist unterstützt.

Der CDU-Politiker ist der Bundeskanzler mit der kürzesten Amtszeit: Er blieb nicht mal drei Jahre in dem Amt.

Mit Willy Brandt führte von 1969 bis 1974 erstmals ein sozialdemokratischer Bundeskanzler die Regierung an.

Brandt war Berliner Bürgermeister, als 1961 die Mauer gebaut wurde und trug später als Kanzler zu einer Entspannung der Ostpolitik bei.

Willi Brandt sank bei einem Besuch in Polen vor dem Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos auf die Knie. Diese Geste wurde als Bitte um Vergebung für die Taten der Deutschen im Krieg interpretiert und ging als Kniefall von Warschau in die Geschichte ein.

1971 erhielt der SPD-Politiker für seine Versöhnungspolitik den Friedensnobelpreis.

Auf Brandt folgte 1974 mit Helmut Schmidt ein weiterer Sozialdemokrat. Der Hamburger hatte das Amt bis 1982 inne.

Seine Amtszeit war unter anderem von der weltweiten Wirtschaftsrezession und den Ölkrisen der 1970er geprägt.

Nach seiner Kanzlerschaft arbeitete er als Publizist für die Wochenzeitung "Die Zeit".

Helmut Kohl kam 1982 durch ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt ins Amt und blieb bis 1998 an der Spitze der Regierung.

Kohls Name ist eng mit der Wiedervereinigung verknüpft. Als Kanzler setzte er sich auch für ein "Europa ohne Schlagbäume", das Schengen-Abkommen und den Euro ein.

Für seine Staatsgäste - von Gorbatschow bis Thatcher - ließ der CDU-Politiker stets eine Spezialität aus seiner Heimat auftischen: Pfälzer Saumagen.

Gerhard Schröder stand als SPD-Bundeskanzler von 1998 bis 2005 einer rot-grünen Regierung vor.

Schröders Umgang mit dem Irak-Krieg und das Krisenmanagement während der Jahrhundertflut 2002 waren Gründe für seine Wiederwahl im selben Jahr.

Auch Reformprojekte prägten seine Kanzlerschaft. Eines davon steht heute stark in der Kritik: Hartz IV.

Mit Angela Merkel ist seit 2005 erstmals eine Frau und erstmals eine Ostdeutsche Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.

Im Mittelpunkt ihrer Kanzlerschaft standen unter anderem der Atomausstieg, die Finanzkrise, die Flüchtlingsfrage sowie die Corona-Pandemie.

Nach vier Amtszeiten endet Angela Merkels Kanzlerschaft im Herbst 2021. Wer wird wohl Nachfolger oder Nachfolgerin der CDU-Politikerin?