Von der Antike zur Neuzeit

Die Geschichte der Olympischen Spiele

Benannt wurden die Olympischen Spiele nach der alten griechischen Ortschaft Olympia. Alle vier Jahre fanden dort zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. Sportwettkämpfe zu Ehren von Zeus statt.

Bis 724 v. Chr. bestanden die Spiele nur aus einem Stadionlauf. "Stadion" ist eine altgriechische Maßeinheit, die etwa einer Länge zwischen 165 und 196 m entspricht.

Nach und nach kamen mehr Disziplinen dazu: Laufwettbewerbe, Faust- und Ringkämpfe und der antike Fünfkampf Pentathlon. Ab 680 v. Chr. wurden verschiedene Wettbewerbe im Pferdesport eingeführt.

Zunächst durften nur Athener griechischer Herkunft teilnehmen. Später auch Bürger griechischer Stadtstaaten, sie durften kein Verbrechen begangen haben und nicht unehelich geboren sein.

Wer siegte, lebte fortan auf Staatskosten. Folglich wurde oft betrogen. Als Kaiser Nero 67 n. Chr. teilnahm, gewann er in 6 Wettkämpfen durch Bestechung. Auch im Wagenrennen - obwohl er vom Wagen fiel.

394 n. Chr. wurden die Spiele durch den christlichen Kaiser Theodosius verboten, da sie nach seiner Meinung heidnischer Kult waren.

1894 wollte der Franzose Pierre de Coubertin durch Sport junge Menschen aus aller Welt zusammenbringen und kam so auf die Idee, die Olympischen Spiele wieder einzuführen.

Daran erinnert wurde er zum Teil auch durch die archäologische Entdeckung von Ernst Curtius. Er hatte kurz zuvor die antiken Spielstätten von Olympia gefunden.

Im April 1896 fanden die ersten Spiele der Neuzeit in Athen statt. Ausgetragen wurden 12 Wettbewerbe, 64 Athleten aus 10 Nationen nahmen teil.

Der erste Olympiasieger der Neuzeit war der US-Amerikaner James Connolly. Er gewann mit 13,71 m den Wettbewerb im Dreisprung.

Erst ab 1900 waren auch Frauen für die Wettkämpfe zugelassen, zuerst im Tennis, nach und nach in immer mehr Disziplinen.

1913 entwarf Pierre de Coubertin das offizielle Symbol der Spiele: die fünf miteinander verbundenen Ringe, die für die fünf Kontinente stehen.

Immer wieder wurden die Spiele für politische Zwecke missbraucht. 1936 wollten die Nationalsozialisten ihr Regime durch einen scheinbar toleranten Wettbewerb in ein besseres Licht rücken.

1960 fanden erstmals die "Weltspiele der Gelähmten" in Rom statt. Seither werden alle vier Jahre im selben Jahr wie die Olympischen Spiele auch die Paralympics veranstaltet.

Ein Foto wird zur Ikone der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung: 1968 heben die Sprinter Tommie Smith und John Carlos bei der Siegerehrung zum 200-Meter-Lauf ihre Faust zum Black-Power-Gruß.

Bei den Olympischen Spielen in München 1972 gibt es erstmals ein Maskottchen: den Dackel "Olympia-Waldi".

1972 springt die damals 16-jährige Ulrike Meyfarth aus Deutschland einen Weltrekord im Hochsprung. Sie ist bis heute die jüngste Leichtathletik-Olympiasiegerin in einem Einzelwettbewerb.

Olympische Spiele als Ziel von Terroristen: 1972 nehmen in München Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September israelische Sportler als Geiseln, alle 11 sterben.

2008 gewinnt der Jamaikaner Usain Bolt in Peking das Finale im 100-Meter-Lauf. Und dass nicht nur mit einer Weltrekordzeit von 9,69 Sekunden, sondern auch noch mit offenem Schnürsenkel.

Auch Bahnradsportlerin Kristina Vogel holt 2016 in Rio de Janeiro auf ungewöhnliche Weise Gold: Mit lockerem Sattel schaffte sie es ins Ziel und wurde erste deutsche Olympiasiegerin im Sprint.

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die 32. Olympischen Spiele in Tokio 2020 abgesagt werden. Vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 sollen die Spiele nachgeholt werden.