Bundestagwahl 2021

Kleines Wahl-Lexikon: Das müssen Sie wissen

Wahlrecht

Am 26.9. werden die Mitglieder des 20. Deutschen Bundestags gewählt. Wahlberechtigt sind rund 60,4 Millionen Deutsche, davon dürfen rund 2,8 Millionen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben.

Die Wahlen sind laut Artikel 38 unseres Grundgesetzes allgemein (jeder darf wählen), unmittelbar (ohne Zwischeninstanzen), frei (ohne Zwang), gleich (jede Stimme zählt gleich) und geheim.

Wer seine Stimme nicht im Wahllokal abgeben kann, darf per Briefwahl sein Stimmrecht ausüben. Diese muss bei der kommunalen Behörde beantragt werden, die für den Versand der Wahlunterlagen zuständig ist.

Erst- und Zweitstimme

Bei der Bundestagswahl hat jeder Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird ein Wahlkreisabgeordneter gewählt. Pro Wahlkreis kann nur ein Direktkandidat gewinnen - so werden 299 Abgeordnete bestimmt.

Mit der Zweitstimme wählt man keinen Kandidaten, sondern die Landesliste einer Partei. Die Zweitstimme bestimmt über den Anteil an Sitzen, die eine Partei im Bundestag bekommt.

Erhält eine Partei mehr Direktmandate, als ihr gemäß ihrem Zweitstimmenanteil zustünden, werden diese durch sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate ausgeglichen.

Dies führt dazu, dass der Bundestag in der Regel mehr als die reguläre Anzahl von 598 Abgeordneten hat.

5-Prozent-Hürde

Will eine Partei in den Bundestag, muss sie die 5-%-Hürde nehmen, also bundesweit mindestens 5 % der Erststimmen bekommen. So soll verhindert werden, dass viele Kleinstparteien im Parlament sitzen.

Schafft eine Partei diese Sperrklausel nicht, kann sie dennoch in den Bundestag einziehen: Wenn sie mindestens drei Direktmandate gewonnen hat, werden zusätzlich ihre Zweitstimmen gewertet.

Holt eine Partei nur ein oder zwei Direktmandate, dann ziehen die gewählten Abgeordneten auch ins Parlament ein - die Zweitstimmen verfallen jedoch.

Fraktion und Koalition

Nach der Wahl schließen sich die Abgeordneten zu Fraktionen zusammen. Eine Fraktion besteht meist aus Politikern derselben Partei. Ausnahme: die Fraktion der CDU mit ihrer bayerischen Schwesterpartei CSU.

Anschließend bilden mehrere Fraktionen eine Regierungskoalition. Sie einigen sich auf gemeinsame politische Ziele und fassen diese in einem Koalitionsvertrag zusammen.

Dann folgt die Wahl des Bundeskanzlers/der Bundeskanzlerin durch die Mehrheit der Abgeordneten. Mit Ausnahme von Kurt Georg Kiesinger (1966-1969) waren alle Kanzler auch Mitglieder des Bundestags.