Ernährung

Warum Sie nicht auf Kohlenhydrate verzichten sollten

Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle für den Körper. Doch Vorsicht: Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate: es gibt "gute" und "schlechte".

Beide Varianten bestehen aus Zuckermolekülen, wirken sich aber unterschiedlich auf den Blutzuckerspiegel aus. Je höher der glykämische Index der Lebensmittel, desto schneller steigt der Blutzucker.

Vollkornprodukte haben einen niedrigeren glykämischen Index als etwa Weißmehl, Süßigkeiten, Fertiggerichte, Wein, Fruchtsäfte und süße Früchte - diese enthalten "schlechte" Kohlenhydrate.

Die "schlechten" Kohlenhydrate werden schneller verarbeitet, lassen den Blutzuckerspiegel rasant steigen und führen genauso schnell wieder zu Heißhungerattacken.

Viel besser sind "gute", komplexe Kohlehydrate mit Mehrfachzucker, die sich zum Beispiel in Hülsenfrüchten, Gemüse und natürlich in Produkten aus Vollkornmehl finden lassen.

Beim Verzehr dieser sogenannten Polysaccharide müssen die Zuckermoleküle erst aufgespalten werden, bevor der Körper sie als Energiequelle nutzen kann.

Durch das Aufspalten der Zuckermoleküle wird der Blutzuckerspiegel langsamer und konstanter erhöht und auch das Sättigungsgefühl bleibt länger erhalten.

Komplexe Kohlenhydrate enthalten zudem gut verwertbare Mineralstoffe, Nähr- und sättigende Ballaststoffe und sind deshalb bei Sportlern beliebt. Denn ohne Kohlenhydrate leidet die Fitness.

Dennoch werden Kohlenhydrate oft als Dickmacher verflucht. Low-Carb-Diäten führen so zu Stimmungsschwankungen und machen sogar aggressiv. Zu Restriktionen in der Ernährung kommt dann noch schlechte Laune.

Kohlenhydrate zählen neben Eiweißen und Fetten zu den Makronährstoffen. Diese machen einen Großteil unserer Ernährung aus und sorgen für Energie, sowie für geistige und körperliche Leistungen.

Außerdem sind Kohlenhydrate Bestandteil von Blutgruppensubstanzen und gerinnungshemmenden Stoffen, unterstützen die Körperabwehr, die Schutzfunktion in Bindegewebe und Knochen sowie Stoffwechsel und Verdauung.

Auch das Gehirn ist auf die Zufuhr von Energie durch Kohlenhydrate angewiesen, kein anderes Organ verbraucht so viel Energie. Um leistungsfähig zu sein, benötigt es mindestens 120g Kohlenhydrate täglich.

Studien zeigen außerdem, dass sich zu wenig Kohlenhydrate negativ auf die Reaktionszeit, das Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis auswirken können.

Selbst im Schlaf benötigt der Körper Energie durch Kohlenhydrate, um Atmung, Herzschlag und Stoffwechsel zu halten sowie Regenerationsprozesse zu fördern.

Der Bedarf an täglichen Kohlenhydraten variiert von Mensch zu Mensch und richtet sich nach dem Lebenstil. Faktoren wie Grundumsatz, körperliche Betätigung, Wachstumsphasen und Stoffwechsel spielen eine Rolle.

Zu viel oder zu wenig "gute" Kohlenhydrate können sich negativ auswirken. Werden mehr aufgenommen, als der Körper verwerten kann, werden diese in Fett umgewandelt. Dauerhaft kann das zu Diabetes führen.

Zu wenig "gute" Kohlenhydrate schaden der Gesundheit, man nimmt mehr Fett und Protein über die Nahrung auf. Das Risiko für Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Krebs oder einen Schlaganfall kann steigen.

Noch bevor es zu ernsten Folgen kommt, können Mangelerscheinungen auftreten. Diese zeigen sich durch Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, schlechte Laune und Übelkeit.

Auch die Verdauung leidet unter zu wenig Kohlenhydraten. Denn durch die enthaltenen Ballaststoffe wird Nahrung schneller und einfacher verdaut. Ohne Ballaststoffe kann es zu Verdauungsproblemen kommen.

Wer nicht ausreichend Kohlenhydrate zu sich nimmt, dadurch aber zu viel Fett konsumiert, erhöht außerdem das Risiko, öfter an Sodbrennen zu leiden.

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