Kultband

Was Sie noch nicht über ABBA wussten

Alle vier waren schon vor ABBA echte Stars: Benny in der Band Hep Stars, Björn (Bild) in der Folk-Gruppe Hootenanny Singers. 1970 nahmen die beiden gemeinsam das Album "Lycka" auf.

Agnetha soll schon mit 6 ihre ersten Songs komponiert haben. Mit 16 schrieb sie den Song "Jag var så kär" ("Ich war so verliebt"), nahm ihn ein Jahr später auf und landete auf Platz eins der schwedischen Charts.

Anni-Frid veröffentlichte "erst" mit 22 ihre erste Single. 1969 trat sie beim Vorentscheid zum Grand Prix d'Eurovision an und landete mit "Härlig är vår jord" ("Schön ist unsere Erde") auf Platz vier.

Bevor sie sich ABBA nannten, traten sie als Engaged Couples und Festfolk auf. Für den Namen, der für ihre Vornamen steht, mussten sie ein Unternehmen um Erlaubnis fragen: Abba Seafood vertreibt Fischkonserven.

1973 traten ABBA in der Musiksendung "Disco" ohne Agnetha auf, was damals dank Playback niemandem auffiel. Sie hatte kurz zuvor Tochter Linda auf die Welt gebracht, eine Freundin von Anni-Frid sprang ein.

Das berühmte ABBA-Logo entstand durch einen Zufall: Bei einem Fotoshooting posierten die Bandmitglieder mit den Anfangsbuchstaben ihrer Namen, Benny hielt sein "B" aber falsch herum ...

Der "Fehler" gefiel allen so gut, dass der Grafiker Rune Söderqvist auf dieser Basis das Logo designte, das dann erstmals 1976 auf der "Dancing Queen"-Single zu sehen war.

Für den ESC 1974 wagte ABBA Neues: Auch "Hasta Mañana" war in der engeren Auswahl und passte vermeintlich besser zum damals konservativen Liederwettstreit, "Waterloo" erschien der Band aber innovativer.

Besonders in Australien hatte ABBA leidenschaftliche Fans: 1976 hatte ein ABBA-TV-Special höhere Einschaltquoten als die Mondlandung sieben Jahre zuvor.

In den 70er- und 80er-Jahren war fast die ganze Welt im ABBA-Fieber, nur nicht die USA: Erst mit der Verfilmung des "Mamma Mia!"-Musicals 2008 gewannen die Hits der Schweden auch dort an Popularität.

Auch in der Sowjetunion liebte man ihre Musik. Da während des Kalten Krieges ein Embargo gegen die russische Währung galt, erhielt ABBA die Lizenzgebühren für die Nutzung ihrer Musik in Form von Ölprodukten.

Hätte Björn (rechts) 1966 nicht Benny kennengelernt und sich für die Musik entschieden, wäre er heute vielleicht Anwalt: Damals hatte er gerade ein Jurastudium begonnen, brach es aber bald wieder ab.

Benny Andersson hingegen kam aus einer äußerst musikalischen Familie, wahrscheinlich hätte er auch ohne ABBA den Weg zur Musik gefunden: Er ist ein ausgezeichneter Akkordeon-Spieler, Pianist und Komponist.

So schrieb Benny etwa für die Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria das klassische hymnische Werk "Vilar glad i din famn" ("Glückselig in deinen Armen").

Auch Agnetha setzte früh alles daran, als Musikerin erfolgreich zu sein, eine Ausbildung hat sie nicht: Nach ihrem Pflichtschulabschluss 1965 arbeitete sie eine Zeit lang als Telefonistin in einer Autofirma.

Anni-Frid beendete die Schule mit 14 und begann eine Ausbildung zur Schneiderin, die sie nicht abschloss. Mit 17 heiratete sie einen Teppichhändler und war bereits mit 22 zweifache Mutter.

Lange rechnete niemand mehr mit einem Comeback, aber es passierte doch: Im November 2021 veröffentlichten ABBA ihr neues Album "Voyage", eine aufwendige Konzertreihe mit ABBA-Avataren ist geplant.

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