Autorin

Das Leben von Astrid Lindgren

Die berühmte Schriftstellerin kam am 14. November 1907 als Astrid Anna Emilia Ericsson auf dem Hof Näs bei Vimmerby auf die Welt. Gemeinsam mit ihren drei Geschwistern wuchs sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf.

1924 begann sie ein Volontariat bei einer Tageszeitung. Mit 18 Jahren wurde sie unverheiratet schwanger - ein Skandal. Den Vater des Kindes wollte sie aber nicht heiraten.

Daraufhin zog Lindgren nach Stockholm. Ihr Sohn Lars kam in einer Kopenhagener Klinik zur Welt, die keine Meldungen über Geburten weitergab. Drei Jahre lang wuchs er dann in einer dänischen Familie auf.

1928 nahm Lindgren eine Stelle im "Königlichen Automobil-Club" an. Hier lernte sie ihren zukünftigen Ehemann Sture Lindgren kennen. 1931 heirateten die beiden - kurz davor holte Lindgren ihren Sohn zu sich nach Stockholm.

Am 21. Mai 1934 vervollständigte Tochter Karin die Familie. Nachdem sich Lindgren nach der Geburt erstmal für einige Jahre aus dem Berufsleben zurückzog, stieg sie 1937 als Stenografin eines Kriminologen wieder ins Berufsleben ein.

Als Tochter Karin 1941 krank zu Bett ging, bat sie ihre Mutter von "Pippi Langstrumpf" zu erzählen. Den Namen hat sich das kleine Mädchen damals ausgedacht - und so wurde das rothaarige außergewöhnliche Mädchen ins Leben gerufen.

Lindgrens erstes Pippi-Langstrumpf-Manuskript wurde 1944 vom Bonniers Verlag abgewiesen. Dies hielt die Autorin aber nicht davon ab, weitere Geschichten zu schreiben. So beteiligte sie sich mit ihrem zweiten Buch an dem Wettbewerb eines anderen Verlages und erhielt den zweiten Preis.

Lindgrens Geschichten um das rothaarige Mädchen trafen damals den Nerv der Zeit. Die Schwedin bekam beim Verlag "Rabén & Sjögren" außerdem eine Stelle als Lektorin im Kinderbuchbereich angeboten, den sie bis 1970 leitete.

"Pippi Langstrumpf" wurde 1949 in Deutschland zum ersten Mal veröffentlicht. Dies war der Durchbruch für den Friedrich Oetinger Verlag, der alle Werke Lindgrens in Deutschland publizierte. Das Verlegerpaar Friedrich und Heidi Oetinger verband in den darauffolgenden Jahren eine enge Freundschaft mit der erfolgreichen Autorin.

Es folgten weitere erfolgreiche Bücher wie "Die Kinder aus Bullerbü", "Ronja Räubertochter", "Madita" und viele mehr. Lindgren schrieb auch Geschichten mit heiklen Themen. So löste zum Beispiel das Buch "Die Brüder Löwenherz" eine kontroverse Debatte aus, weil Kritiker Lindgren vorwarfen, den Tod zu verharmlosen.

Doch gerade die kontroversen Bücher feierten große Erfolge. Mittlerweile gibt es etwa 90 Bücher von Astrid Lindgren, die weltweit in mehr als 100 Sprachen übersetzt wurden.

Astrid Lindgren erhielt für ihr Werk mehrere Preise, wie den Alternativen Nobelpreis, den Deutschen Jugendbuchpreis, den UNESCO Book Award, die Große Medaille der Schwedischen Akademie und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Außerdem wurde sie vom schwedischen Volk von der Tageszeitung "Aftonbladet" zur Schwedin des Jahrhunderts gekürt.

Lindgren setzte sich zudem intensiv für Rechte von Kindern, Pazifismus und den Tierschutz ein. 1976 schrieb sie zudem die satirische Geschichte "Pomperipossa in Monismanien" und machte damit die Steuerwut der Sozialdemokraten deutlich.

Somit trug sie 1976 fundamental zur Abwahl der sozialdemokratischen Regierung bei. Auch für den Tierschutz hat sich ihr Einsatz gelohnt. So wurde 1985 nach großen Kontroversen ein neues Tierschutzgesetz in Schweden verabschiedet.

1981 erschien Lindgrens Abschlusswerk "Ronja Räubertochter". Damit beendete sie ihre Karriere als Schriftstellerin. Am 28. Januar 2002 verstarb sie in ihrer Wohnung in Stockholm, in der sie seit 1941 lebte. Das Wohnhaus trägt heute das Hinweisschild: "Astrid Lindgrens Hem 1941 – 2002".

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