Kuschelige Anden-Tiere

Darum sind Alpakas so beliebt

Wer kann sich dieser geballten Putzigkeit entziehen? Alpakas sind inzwischen in Deutschland sehr beliebt. Laut des "Alpaka Zucht Verband Deutschland e.V." (AZVD) gibt es hierzulande über 14.400 Tiere.

Der Großteil des weltweiten Bestandes an Alpakas, die aus den südamerikanischen Anden stammen, lebt immer noch in Peru. Das Tier ist aber seit einer Weile auch jenseits des Kontinents immer populärer.

Alpakas sind keine Lamas. Beide sind zwar Kamelarten aus Südamerika, Alpakas sind aber kleiner und zierlicher als die Lamas, haben kürzere Ohren und kürzere Schnauzen.

Vor etwa 7.000 Jahren begannen die Inkas mit der Domestizierung der Tiere. Während Lamas auch als Lastentiere gezüchtet wurden, eignen sich Alpakas nicht dafür, Gepäck oder Menschen zu transportieren.

Alpaka-Wolle gilt als wertvoll: Die Faser ist hohl und sehr fein, leicht und gleichzeitig wärmend. Ihre Beschaffenheit hilft, Feuchtigkeit zu regulieren und Temperaturunterschiede auszugleichen.

Einmal im Jahr wird das Alpaka geschoren. Ein Tier liefert zwischen einem und vier Kilogramm nutzbare Wolle.

Frisch geschoren macht das Alpaka-Vlies noch keinen edlen Eindruck. Das ändert sich im Laufe der Verarbeitung. Laut AZVD gibt es 22 unterschiedliche Farben und mehrere Feinheitsstufen von Alpaka-Wolle.

Aus der besonderen Alpaka-Faser werden zum Beispiel Bettdecken hergestellt, die das ganze Jahr über verwendet werden können, ohne dass man im Schlaf darunter schwitzt oder friert.

Wollprodukte wie Mützen, Schals, Pullover oder Socken gibt es in Alpaka-Ausführung ebenso wie gefilzte Einlagen für die Schuhe. Mit Keratin aus dem Alpaka-Haar wird außerdem Seife hergestellt.

Auch Alpaka-Wanderungen sind sehr beliebt: Ein Alpaka an der Leine zu führen, macht einen Spaziergang zu einem Erlebnis. Das gemütliche Naturell der Tiere erleichtert das ersehnte Entschleunigen.

Entspannend bei einem Spaziergang mit Alpakas ist außerdem, dass Sie (fast) nichts zu sagen haben. Die Herdentiere bestimmen selbst, in welcher Reihenfolge sie laufen, vorneweg läuft der "Anführer".

Auch wenn sie kuschelig aussehen und Sie gerne mit ihnen schmusen wollen: Alpakas sind Fluchttiere, ihr Instinkt arbeitet gegen zu viel Tuchfühlung mit Zweibeinern, sie bleiben lieber auf Abstand.

Alpakas sind nicht sehr anspruchsvoll. Da sie sich leicht an unterschiedliche klimatische Bedingungen anpassen können, fühlt sich das Tier aus den Anden auch in Deutschland wohl.

Wer sich Alpakas als Nutz- oder Haustier anschaffen will, braucht Platz für deren artgerechte Haltung: 1.000 Quadratmeter Weidefläche für zwei Tiere, 100 Quadratmeter für jedes weitere.

Idealerweise können sich die Alpakas frei zwischen Grasfläche und Unterstand oder - noch komfortabler - Stall hin und her bewegen.

Alpakas verputzen ausschließlich Gras, viel Gras: täglich etwa fünf Prozent ihres Körpergewichts. Etwas anderes sollen sie auch nicht kosten, da die Tiere anfällig für lebensbedrohliche Koliken sind.

Was die Wiederkäuer allerdings außer frischem Gras brauchen, sind spezielle Mineralien und unbedingt getrocknetes Gras: Heu für eine funktionierende Verdauung.

Langlebige Freude: Bei guter Pflege, mit der richtigen Ernährung und regelmäßigen tiermedizinischen Check-ups können Alpakas zwischen 20 und 25 Jahre alt werden.

Und wie ist das mit dem Spucken? Alpakas verteidigen sich unter Verwendung ihres Speichels oder Mageninhalts. In der Regel tun sie das aber nur unter ihresgleichen und spucken keine Zweibeiner an.

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