Lebensrettendes Wissen

Erste Hilfe: Diese Handgriffe sollten Sie kennen

Druckverband, stabile Seitenlage, wie war das noch? Jeder, der einen Führerschein besitzt, hat auch mal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Aber können Sie sich noch an das damals Gehörte erinnern?

Bei Feuer oder einem Unfall bringen Sie immer zuerst sich und die verletzte Person in Sicherheit in einer nicht bedrohten Zone, falls weiterhin Gefahr bestehen könnte.

Sichern Sie gegebenenfalls die Unfallstelle ab, oder noch besser: Bitten Sie im Idealfall eine weitere Person, dies zu tun. Umso früher können Sie mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen.

Diese drei Ziffern sollte jeder im Kopf haben: 112. Die Notruf-Nummer gilt europaweit und in vielen anderen Ländern. Dieser Anruf funktioniert auch bei schlechtem Empfang Ihres Mobiltelefons.

Den Notruf nehmen Profis entgegen, die Fragen stellen und Sie bei weiteren Maßnahmen anleiten. Wichtig ist, dass Sie möglichst genaue Ortsangaben machen, nicht gleich auflegen und Rückfragen abwarten.

Eine gute Voraussetzung, um erste Hilfe leisten zu können, ist ein vollständig bestückter Erste-Hilfe-Kasten im Haus und im Auto, der das Ablaufdatum noch nicht überschritten hat.

Eine Person mit Nasenbluten sollte den Oberkörper leicht nach vorne neigen. Den Kopf nicht in den Nacken legen! Ein feuchtes, kühles Tuch im Nacken kann helfen, die Blutung zu stoppen.

Mit einem Druckverband lassen sich heftige Blutungen stillen. Ist die Wunde z. B. am Unterarm, sollte der Arm hochgehalten werden. Auf die Wunde wird eine saubere Kompresse gelegt und mit Verband fixiert.

Eine Verbandsrolle in der Verpackung hilft, Druck auf die blutende Stelle auszuüben. Sie wird fest, aber nicht zu fest, mit Verband umwickelt. Die verletzte Person sollte mit leicht hochgelagerten Beinen liegen.

Verbrühungen oder Verbrennungen müssen sofort gekühlt werden: unter fließendem lauwarmen, sauberen Leitungswasser. Verwenden Sie keine Eiswürfel, sie sind zu kalt und könnten weiteren Schaden anrichten.

Gekühlt werden müssen auch anschwellende Insektenstiche. Wickeln Sie das Eis in ein Tuch, damit es auf der Haut nicht zu kalt wird. Bei allergischen Reaktionen mit Ausschlag und Atemnot die Rettung rufen.

Blockiert etwas die Atemwege, droht Erstickungsgefahr. Fordern Sie die Person auf, sich leicht vornüber zu beugen und kräftig zu husten. Klopfen Sie dabei fünfmal fest zwischen den Schulterblättern auf den Rücken.

Löst sich der Fremdkörper nicht, rufen Sie 112 an und wenden Sie den Heimlich-Griff an: Umfassen Sie die Person von hinten, platzieren Sie eine Faust oberhalb des Bauchnabels, umgreifen Sie sie mit der anderen Hand.

Drücken Sie ruckartig nach hinten oben. Wiederholen Sie fünfmal. Klopfen Sie weitere fünf Male auf den Rücken, immer im Wechsel. Dabei weiter husten lassen, bis sich die Blockade löst oder die Rettung eintrifft.

Reagiert eine Person weder auf Ansprache noch auf leichtes Rütteln an der Schulter, muss überprüft werden, ob sie atmet. Hört man ein Atemgeräusch? Spürt man einen Atemstrom an der Wange? Hebt und senkt sich der Brustkorb?

Wenn nicht, wird es höchste Zeit für einen Notruf und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die muss so lange durchgeführt werden, bis ein Rettungsteam übernimmt oder die Atmung zurückkehrt.

Eine Wiederbelebung ist körperlich anstrengend, rufen Sie nach Möglichkeit Hilfe herbei, um sich abwechseln zu können. Knien Sie sich auf Höhe des Brustkorbs neben den Patienten ...

Legen Sie einen Handballen in der Mitte des Brustkorbs auf das Brustbein. Die andere Hand darüberlegen und mit gestreckten Armen unter Zuhilfenahme des Oberkörpers pumpen ...

Um im richtigen Rhythmus zu pumpen, rufen Sie sich den Refrain des Bee-Gees-Songs "Stayin' Alive" ins Gedächtnis und drücken Sie dazu 30 Mal hintereinander. Danach ist es Zeit für eine Atemspende.

Machen Sie die Atemwege der bewusstlosen Person frei: Neigen Sie ihren Kopf leicht nach hinten, heben Sie das Kinn an, öffnen Sie den Mund und entfernen Sie eventuelle Blockaden wie Fremdkörper oder Erbrochenes.

Bringen Sie den Kopf der zu beatmenden Person in eine leicht nach hinten geneigte Position, öffnen Sie ihren Mund, drücken Sie ihre Nasenflügel zu, atmen Sie einmal kräftig ein ...

Drücken Sie Ihren Mund auf den der Person und atmen Sie durch den Mund aus, sodass sich der Brustkorb der Person durch die einströmende Luft hebt. Sie können auch durch die Nase beatmen.

Wiederholen Sie die Atemspende zweimal und führen Sie danach erneut 30 Mal die Herzdruckmassage aus, immer im Wechsel: 30 Mal pumpen, zweimal beatmen.

Wenn Sie sich aus Gründen zu einer Atemspende nicht überwinden können, ist das akzeptiert. Fahren Sie aber trotzdem mit der Herzdruckmassage fort, bis die Profis kommen und übernehmen oder die Atmung wieder einsetzt.

Atmet die Person noch, checken Sie, ob die Atemwege frei sind bzw. sorgen Sie dafür. Bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. So kommt es nicht zu einer Atemwegs-Blockade, sollte sie sich übergeben müssen.

In der stabilen Seitenlage liegt der untere Arm ausgestreckt auf dem Boden, dient als Stütze und Kopfkissen, der andere Arm wird angewinkelt. Das obere Bein wird zur Stabilisierung angewinkelt.