Gesundheitsgefahr

Schimmel: Das hilft wirklich

Schimmelbefall in der Wohnung kann an vielen Stellen sichtbar werden. Dann ist rasches Handeln gefragt, um gesundheitliche Folgen durch Schimmelsporen in der Raumluft zu verhindern.

Auslöser für Schimmelbefall in der Wohnung ist meist eine dauerhaft zu hohe Feuchtigkeit. Auch ein Wasserschaden, Wärmebrücken durch baulichen Mangel oder falsche Dämmung können die Ursache sein.

Luftfeuchtigkeit entsteht durch Atemluft, Duschen, Baden, Kochen und feuchte Wäsche in der Wohnung. Bereits bevor Tauwasser sichtbar oder Wände feucht werden, kann sich Schimmel unbemerkt bilden.

Optimales Heizen und Lüften beugt gegen Schimmel vor. Im Winter etwa 3-5 Minuten, im Sommer bis zu 20 Minuten am Stück, um einen ausreichenden Luftaustausch in der Wohnung zu garantieren.

Auch eine konstante Temperatur in allen Räumen ist wichtig. Alle Wohn- und Schlafräume sollten mindestens 16 Grad warm sein. Das Zustellen von kalten Wänden durch Möbel kann Schimmelbildung fördern.

Falls schlechte Isolierung, ein Wasserschaden oder ein Baumangel die Ursache für die Schimmelbildung sind, hilft nur die Beseitigung durch einen Fachmann, sonst kommt der Schimmel zurück.

Schimmelsporen können Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Betroffene leiden unter Atemwegserkrankungen, ständigem Erkältungsgefühl, Migräne, Allergien oder Asthma.

Kleine Schimmel-Flächen kann man mit den richtigen Hilfsmitteln selbst entfernen. Da sich durch Schimmelmittel und Schwamm Sporen in der Luft absetzen, sind Frischluftzufuhr und Schutzkleidung zwingend nötig.

Tragen Sie Handschuhe, einen Mundschutz mit Feinstaubfilter mindestens der Schutzklasse P2, eine Schutzbrille und je nach Befall auch einen Einweg-Overall und vermeiden Sie das Aufwirbeln von Kleinstpartikeln.

Handelsübliche Mittel basieren oft auf Natriumhypochlorid oder Wasserstoffperoxid und können bei Kontakt die Haut reizen und starke Allergien auslösen. Umso wichtiger die Schutzkleidung!

Eine Alternative zu chemischen Mitteln gegen leichten Schimmel ist Essigessenz. Dafür die befallenen Stellen mit einem in Essig getränkten Schwamm behandeln und anschließend mit einem feuchten Lappen reinigen.

Besser wirkt Ethylalkohol, auch bekannt als Brennspiritus. Die Behandlung muss mehrmals erfolgen, um Schimmel langfristig zu entfernen. Dennoch bleiben oft Flecken nach der Behandlung sichtbar.

Mit einer Bürste und Reinigungsalkohol, der als Isopropylalkohol in der Apotheke erhältlich ist, können Sie den Schimmel gründlich wegschrubben. Ein Abwaschen ist nicht nötig, denn Alkohol verdunstet einfach.

Auch Wasserstoffperoxid kann helfen. Eine 3-%-ige Lösung reicht aus und kann auf Putz oder Fugen gute Ergebnisse erzielen. Dafür die Mischung mit einem Pinsel aufgetragen und nach etwa 30 Minuten abbürsten.

Chlorhaltige Mittel sind effektiv gegen Schimmel. Doch Chlor kann die Atemwege und Schleimhäute stark reizen und darf nicht mit anderen Putzmitteln gemischt werden. Es könnte hochgiftiges Chlorgas entstehen.

Reiniger ohne Chlor basieren auf dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid und sind neben Alkohol die umweltfreundlichsten und gesundheitlich unbedenklichsten Mittel. Es muss aber kräftig gebürstet werden.

Bei allen chemischen Reinigern gilt, für ausreichend Frischluft während der Behandlung zu sorgen. Bei der Verwendung von hochprozentigem Alkohol sollte unbedingt offenes Feuer vermieden werden.

Schimmelige Tapete sollte vollständig entfernt und die dahinterliegende Wand mit hochprozentigem Alkohol behandelt werden. Bei glatten Oberflächen wie Glas oder Keramik hilft meist schon ein Haushaltsreiniger.

Verschimmelte Silikonfugen müssen entfernt und erneuert werden. Dabei wird empfohlen, eine Fachfirma zurate zu ziehen, da eine laienhafte Ausbesserung oft zu weiteren Schäden führen kann.

Befallene Möbel oder Teppiche lassen sich nur schwer behandeln. Sie sollten ohne Behandlung gleich entsorgt werden. Größere Schimmelschäden ab einem halben Quadratmeter müssen von Fachleuten saniert werden.

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