Humbug oder bewiesen?

Gehirn-Mythen: Was stimmt wirklich?

Mythos 1: Der Mensch nutzt nur 10 % seines Gehirns.

Der Ursprung des Mythos' kann nicht eindeutig festgestellt werden. In den letzten zwei Jahrhunderten haben mehrere Neurowissenschaftler die Annahme weiter unterfüttert.

Ein Versuchsergebnis wurde wohl spekulativ interpretiert verzerrt dargestellt. Fakt ist, dass je nach Aufgabe und Aktivität nur bestimmte Gehirnareale und nicht alle Gehirnzellen zur gleichen Zeit arbeiten.

Mythos 2: Alkohol tötet Gehirnzellen.

Kostet uns wirklich jeder Rausch 10.000 Gehirnzellen? Eher nicht. Alkohol tötet keine Gehirnzellen, beeinflusst aber das neuronale System.

Durch zu viel Alkohol wird die Verbindung zwischen den Zellen unterbrochen, das Denkvermögen wird beeinträchtigt und in manchen Fällen kommt es zum sogenannten "Filmriss".

Mythos 3: Traubenzucker hilft beim Konzentrieren und Lernen.

Das stimmt zunächst, allerdings hilft Traubenzucker lediglich für 20 Minuten, da er den Blutzuckerspiegel nur kurz ansteigen lässt. Danach sinkt der Spiegel steil ab - oft niedriger als das Ausgangsniveau.

Für andauernde Konzentration muss der Blutzuckerspiegel konstant bleiben, etwa durch langkettige Kohlenhydrate, die zum Beispiel in Vollkornprodukten enthalten sind.

Mythos 4: Die linke Gehirnhälfte ist für logisches Denken zuständig, die rechte für Kreativität.

Das stimmt so nicht. Studien zeigten, dass einige Hirnfunktionen wie Sprache oder Aufmerksamkeit zwar bestimmten Gehirnarealen zugesprochen werden können, aber keine Hälfte dominanter ist.

Im Gegenteil: Nur durch die starken neuronalen Verbindungen zwischen sämtlichen Regionen des Gehirns können Menschen kreativ und analytisch denken.

Mythos 5: Eine neue Sprache kann man im Schlaf lernen.

Ausreichend Schlaf ist für das Gehirn wichtig. Schweizer Studien zeigten sogar, dass im Tiefschlaf Vokabeln einer fremden Sprache gelernt werden können. Doch dazu gibt es mehr als nur eine Meinung ...

Andere Forschungen zeigen, dass im Schlaf nur die Eindrücke, die am Tag erlernt wurden, vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis gespeichert werden, aber keine zusätzlichen Lerninhalte.

Mythos 6: Das Gehirn von Frauen arbeitet anders als das von Männern.

Das stimmt nicht. Viele Studien zeigten, dass vermeintliche Unterschiede sehr klein sind, sich je nach Forschungsmethode verändern und keine Auskunft über geschlechtsspezifische Attribute geben können.

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