Stimmt das wirklich?

Die größten Polizei-Mythen im Check

Bei einer Festnahme steht mir immer ein Anruf zu.

Grundsätzlich gibt es diesen "Freecall" nicht. Aber es kommt auf den konkreten Fall an, in der Regel bekommt der Festgenommene die Chance, Anwalt oder Angehörige über die Festnahme zu informieren.

Polizisten sind nur im Dienst, wenn sie ihre Mütze tragen.

Das stimmt nicht. Die Mütze gehört zwar nach den internen Vorschriften zur Uniform und soll im Dienst getragen werden. Auf die Rechtmäßigkeit polizeilicher Maßnahmen hat das aber keinen Einfluss.

Ich muss jederzeit einen Personalausweis bei mir tragen und vorzeigen können.

Das stimmt nicht. Es besteht für deutsche Staatsangehörige ab 16 eine Ausweispflicht, keine Mitführpflicht. Das bedeutet, dass man einen Reisepass oder Personalausweis besitzen, aber nicht bei sich tragen muss.

Polizisten müssen sich immer ausweisen können.

Das stimmt grundsätzlich, den Zeitpunkt, wann der Beamte Ihnen seinen Ausweis zeigt, bestimmt er allerdings selbst. Sind Polizeibeamte in Zivil unterwegs, geben sie sich vorab mit dem Dienstausweis zu erkennen.

Ohne Durchsuchungsbeschluss darf die Polizei nicht in meine Wohnung.

Das stimmt grundsätzlich. Aber es gibt Ausnahmen, zum Beispiel bei der Ergreifung eines Tatverdächtigen oder wenn Gefahr in Verzug ist und Beweismittel vernichtet werden könnten.

Polizisten befinden sich immer im Dienst.

Das stimmt. Die Beamten dürfen auch nach Feierabend Strafzettel ausstellen. Bei Ordnungswidrigkeiten können, bei schweren Straftaten (Raub, Mord, Vergewaltigung) müssen sie auch nach Dienstschluss eingreifen.

Nur die Polizei darf jemanden festnehmen.

Das stimmt nicht. Wer eine Straftat beobachtet, kann den Täter festhalten, bis die Polizei eintrifft. Das gilt allerdings nur, wenn die Identität des Täters unbekannt ist.

Beamtenbeleidigung wird härter bestraft.

Das stimmt nicht. Beamtenbeleidigung gibt es nicht als eigenen Tatbestand, diese Beleidigungen sind ebenso strafbar wie gegen jede andere Person. Strafgelder richten sich nach Paragraf 185 des Strafgesetzbuches.

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