Kirchenoberhaupt

Benedikt XVI.: Das Leben des Papstes in Bildern

1927 erblickte das spätere Kirchenoberhaupt - ausgerechnet an einem Karsamstag - als drittes von drei Kindern im oberbayerischen Marktl am Inn die Welt.

Schon als Kind war er Ministrant. 1939 schickten ihn die Eltern auf das erzbischöfliche Studienseminar St. Michael in Traunstein, wo er sich für die geisteswissenschaftlichen Fächer interessierte.

Kriegsbedingt wechselte er auf das Maximiliansgymnasium in München. In dieser Zeit soll er erstmals das Priesteramt als Berufsziel genannt haben.

Im Dezember 1944 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Kurzzeitig geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Juni 1945 entlassen wurde.

Von 1946 bis 1951 studierte Ratzinger Katholische Theologie und Philosophie an der Hochschule Freising und der Universität in München.

Die Priesterweihe folgte 1951. 1958 wurde der damals 31-Jährige Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Hochschule Freising. Weitere Stationen waren Bonn, Münster und Tübingen.

1976 wurde er Vizepräsident an der Universität Regensburg und "Päpstlicher Ehrenprälat". Ein Jahr später ernannte ihn Papst Paul VI. zum Erzbischof von München und Freising und später zum Kardinal.

Als der Papst starb, nahm Ratzinger am Konklave teil, in dem der nächste Papst gewählt wurde: Papst Johannes Paul II. Ebendieser ernannte Kardinal Ratzinger 1981 zum Präfekt der Glaubenskongregation.

Mit 75 Jahren wollte Kardinal Ratzinger eigentlich zurücktreten, doch Papst Johannes Paul II. lehnte ab. Stattdessen machte ihn das Konklave zu dessen Nachfolger.

Wenige Tage nach dessen Tod am 2. April stieg nach einem Tag und vier Wahlgängen weißer Rauch auf: Aus Kardinal Joseph Ratzinger wurde Papst Benedikt XVI.

Die ernstzunehmende Kritik an seinen erzkonservativen Ansichten verstummte während des Pontifikats nie, auch wenn er bei Kirchentagen wie ein Popstar gefeiert wurde.

Im Februar 2013 gab Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht aus Altersgründen bekannt. Das anschließende Konklave wählte den zehn Jahre jüngeren Papst Franziskus als seinen Nachfolger aus.

Und heute? "Vater Benedikt", wie er genannt werden möchte, lebt zurückgezogen im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten. Öffentliche Auftritte sind selten.

Zuletzt machte er mit weniger schönen Dingen auf sich aufmerksam: 2020 gab es Sorge um den Gesundheitszustand des emeritierten Papstes. Im selben Jahr starb sein Bruder Georg (Foto).

Anfang 2022 belastete ein Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum München und Freising den ehemaligen Papst schwer. Er habe als Erzbischof nichts gegen beschuldigte Kleriker unternommen.

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