Alles für die Katz'?

Das steckt hinter gängigen Redewendungen

"Es ist alles für die Katz'"

Diese Redewendung bedeutet, dass etwas umsonst oder der Mühe nicht wert war und geht zurück auf die Geschichte "Der Schmied und die Katze" des Dichters Burkard Waldis ...

Ein Schmied ließ sich für seine Arbeit so bezahlen, wie die Kunden es für angemessen hielten. Viele speisten ihn nur mit einem "Danke!" ab. Dem Schmied wurde das irgendwann zu bunt.

Er band eine Katze in seiner Werkstatt an. Wenn ein Kunde nur mit "Danke!" zahlte, sagte der Schmied: "Katze, das geb' ich dir!" Da eine Katze von Worten allein nicht leben kann, verhungerte sie.

"Auf dem Holzweg sein"

Ist jemand auf dem Holzweg, steuert er ein falsches Ziel an oder irrt sich. Schon im 13. Jahrhundert hatten Holzfäller Wege, die nur zum Abtransport von gefällten Bäumen bestimmt waren.

Die Wege verbanden keine zwei Orte, sondern endeten im Wald oder in einer Sackgasse. Wer einen solchen "Holzweg" entlanglief, musste bald umkehren, weil er so das Ziel nicht erreichte.

"Ich versteh' nur Bahnhof!"

Wer nur Bahnhof versteht, kapiert gar nichts, egal, ob Gesprächsverlauf oder ein bestimmtes Thema. Vermutlich geht die Redewendung auf kriegsmüde Soldaten am Ende des Ersten Weltkrieges zurück ...

Für sie war der Bahnhof eine Art magisches Wort und gleichbedeutend mit Heimaturlaub. Sprachen sie über Fronturlaub oder ihre Heimat, wurde jedes Gespräch mit "Sei still, ich versteh' nur Bahnhof" abgebrochen.

"Jemandem etwas in die Schuhe schieben"

Diese Redewendung bedeutet, jemanden unrechtmäßig eines Fehlers oder eines Verbrechens zu beschuldigen. Sie stammt aus einer Zeit, als noch viele Gäste einer Herberge zusammen in einem Zimmer übernachteten.

War ein Dieb darunter, der andere Gäste bestahl, und jemand bemerkte seinen Verlust, schob der Langfinger seine Beute fix in die Schuhe eines anderen Gastes - und damit die Schuld auf ihn.

"Jemandem auf den Sack gehen"

Der Ausspruch bedeutet, das jemand nervt und stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert. Leinensäcke wurden als Grundstücksbegrenzung benutzt. Betrat jemand ein fremdes Grundstück, ging er auf den Säcken des Hausherrn.

Eine andere Erklärung bezieht sich auf den Geldbeutel, den schon damals viele in der Hosentasche trugen. Wenn Diebe dorthin fassten, gingen sie an den (Geld)-Sack des Eigentümers - und waren mehr als lästig.

"Etwas auf die hohe Kante legen"

Wer Geld auf die hohe Kante legt, spart sein Vermögen. Der Ausdruck stammt aus dem Mittelalter, als man sein Geld noch nicht zur Bank brachte ...

Stattdessen versteckte man es zu Hause, besonders gern auf den Kanten hoher Möbelstücke - unerreichbar für flinke Langfinger.

"Jemandem den Laufpass geben"

Man gibt den Laufpass, wenn man eine Arbeits- oder Liebesbeziehung beendet. Auch dieser Ausdruck stammt aus dem Militär ...

Im 18. Jahrhundert bekamen Soldaten nach dem Ende ihres Dienstes einen Laufpass ausgestellt. Damit konnten sie belegen, dass sie nicht desertiert sind.

Story nochmal sehen

Sehen Sie auch

Mehr von WEB.DE