Orkanartige Böen durch "Friederike" fegten am Donnerstag über die Mitte Deutschlands hinweg. Dabei kam es auch wieder zu Schäden am Auto. Doch wer zahlt solche Sturm-Schäden?

Zum Jahresbeginn wurden viele Autofahrer durch das Sturmtief "Burglind" überrascht, jetzt fegte der nächste Sturm über Deutschland hinweg. "Friederike" brachte orkanartige Böen mit sich.

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Während mehrere Flüge in Deutschland und in den Niederlanden ausfielen, mussten auch Autofahrer Verzögerungen durch Behinderungen auf den Straßen in Kauf nehmen. Besonders betroffen sind Autobesitzer, die ernsthafte Schäden an ihrem Kfz zu verzeichnen haben.

Ein Fall für die Teilkasko

Wer im Besitz einer Teilkaskoversicherung für sein Kfz ist, kann sich im konkreten Fall "glücklich" schätzen. Denn Sturm-Schäden werden von dieser ab Windstärke acht (mindestens 63 km/h) übernommen.

Ob die Vorgaben für die eigene Region erfüllt sind, lässt sich beim Deutschen Wetterdienst ermitteln. Bezahlt werden die Reparaturkosten, bei einem Totalschaden entsprechend die Wiederbeschaffungskosten – abzüglich des Restwertes des Wagens.

Unwetter-Warnungen des DWD Stand 09:30 Uhr: Warn-Stufe 1 (gelb), Warn-Stufe 2 (orange), Warn-Stufe 3 (rot), Warn-Stufe 4 (lila). Grün: keine (Vorab-)Warnung.

Wer mit einem bereits auf der Straße liegenden Baum kollidiert oder durch ein ruppiges Ausweichmanöver zu Schaden kommt, kann sich eine Schadensregulierung nur von einer Vollkaskoversicherung erhoffen. Darüber hinaus sind durch einen Vollkaskoschutz auch Sturm-Schäden unterhalb der Windstärke acht gedeckt.

Sturm-Schäden sofort melden

Generell sollten Sie Sturm-Schäden an Ihrem Fahrzeug sofort Ihrer Teilkaskoversicherung melden.

Diese ist auch für Vollkasko-Besitzer der richtige Ansprechpartner, da in der Teilkasko in einem solchen Fall keine Rückstufung stattfindet und auch die Selbstbeteiligung meistens niedriger ausfällt.

Bevor Sie mit Ihrer Versicherung gesprochen haben, sollten Sie aber unbedingt davon absehen, den Schaden direkt reparieren zu lassen oder einen Gutachter zu bestellen.

Auf den entstehenden Kosten könnten Autofahrer dann sitzen bleiben, da dem Versicherer ein sogenanntes Weisungsrecht zusteht.

Wann trägt ein anderer Verursacher die Schuld?

Als "Verursacher" von Sturm-Schäden gelten beispielsweise Hausbesitzer und Grundstückseigentümer.

Konkret bedeutet das: Wenn Ihr Fahrzeug von herabfallenden Dachziegeln beschädigt wurde, muss der Hauseigentümer nachweisen, dass der korrekte Sitz der Ziegel regelmäßig geprüft wurde und sich das Gebäude in einem einwandfreien Zustand befand.

Gleiches gilt für Baufirmen, deren Gerüste entsprechend befestigt werden müssen.

Und auch Grundstücksbesitzer, auf dessen Grund und Boden befindliche Bäume oder Äste für Beschädigungen gesorgt haben, stehen in der Verkehrssicherungspflicht.

So müssen beispielsweise morsche Äste oder Bäume regelmäßig entfernt oder gefällt werden. Wird in diesen Fällen eine Verletzung dieser Verpflichtung nachgewiesen, greift in der Regel die Versicherung des Verursachers.

Für den Rest des Tages gilt: Wenn möglich, das Auto an einem geschützten Ort unterstellen. Grobe Fahrlässigkeit kann den Verlust des Versicherungsschutzes kosten.

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