Als der 911 noch 901 hieß: Porsche Museum zeigt erstmals den ältesten Elfer

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Durch einen Zufallsfund einer Fernsehshow ist das Porsche Museum an das älteste bekannte Modell des Porsche 911 gekommen. Der völlig vom Rost zerfressene Oldie wurde mühevoll restauriert – jetzt zeigen die Schwaben das wertvolle Exemplar erstmals der Öffentlichkeit. © 1&1 Mail & Media/ContentFleet

Durch einen Zufallsfund einer Fernsehshow ist das Porsche Museum an das älteste bekannte Modell des Porsche 911 gekommen. Der völlig vom Rost zerfressene Oldie wurde mühevoll restauriert. Kuno Werner (außen links) und Alexander Klein (außen rechts, beide Porsche Museum) präsentieren dem Vorbesitzer Bernd Ibold (2.v.r.) und "Trödeltrupp"-Moderator Otto Schulte (2.v.l.) den 911 (901 Nr. 57) nach seiner Restaurierung.
Das sensationelle Fundstück entstand im Oktober 1964 als eines der ersten Serienmodelle des Sportwagens noch unter der Typbezeichnung 901.
Nur wenige Wochen nach Produktionsbeginn musste das Coupé im Herbst 1964 wegen eines markenrechtlichen Einspruchs jedoch umbenannt werden und hieß fortan 911.
In diesem Zustand fand das TV-Team den Sportwagen vor. Auf Nachfrage bei Porsche stellte sich heraus, dass der Wagen mit der Fahrgestellnummer 300.057 eine ganz besondere Rostlaube ist.
Denn dieser rote Renner wurde in einer Zeit gebaut, als der 911 noch 901 hieß. Das Porsche Museum kaufte dem "Trödeltrupp" den Oldtimer ab. Und so sah der Innenraum des guten Stücks aus.
Der direkte Vorher-Nachher-Vergleich: Die Restaurateure von Porsche haben ganze Arbeit geleistet. Jedes Detail wurde nach bestem Wissen wieder in den Originalzustand versetzt.
Und auch technisch ist das Unikat wieder voll einsatzbereit. Drei Jahre dauerte der gesamte Restaurationsprozess.
Auch der 2,0 Liter große Boxer-Sechszylinder im Heck wurde komplett neu aufgebaut und überholt. Mit rund 130 PS hat das lufgekühlte Triebwerk leichtes Spiel mit dem rund eine Tonne schweren 901.
Vom 14. Dezember 2017 bis zum 8. April 2018 ist der 901 Nr. 57 im Porsche Museum in Stuttgart zu bewundern.
Nach dem ursprünglichen 911 folgte die Baureihe 964: Gebaut von 1988 bis 1994 war sie vor allem stärker und schneller.
Auch mit dem 911 der Baureihe 993 ab 1993 blieb dem Elfer ein wichtiges Detail erhalten: Der luftgekühlte Boxermotor - allerdings mit bis zu 450 PS im 911 Turbo.
Die nächste Evolutionsstufe folgte 1997: Der Porsche 911 der Baureihe 996 setzte erstmals auf Wasserkühlung und Motorleistungen bis 483 PS (im GT2 ab 2004).
Ab 2004 gab es wieder runde Scheinwerfer: Der 997 war äußerst erfolgreich und brachte es in seiner extremsten Ausbaustufe auf 620 PS.
Mit dem Porsche 911 der Baureihe 991 bekam der Elfer ab 2011 nicht nur eine deutlich größere Karosserie. Auch eine Direkteinspritzung sorgte für satte Motorleistungen bis zu 560 PS.
Das aktuelle Modell trägt den Baureihen-Namen 991.2. Bemerkenswerte Neuerung: Alle 911-Modelle fahren jetzt mit Turbolader vor. Als 911 GT2 RS lässt er mit 700 PS in Sachen Leistung zudem alle bisherigen Elfer hinter sich.