Auf der A7 kommt es am Wochenende zu einer schweren Massenkarambolage. Der Grund: Blitzeis. Wie das gefährliche Phänomen entsteht und wie Sie sich im Notfall richtig verhalten, erfahren Sie hier.

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Wie entsteht Blitzeis?

Blitzeis entsteht, wenn leichter Regen oder Nebel auf die eiskalte Fahrbahn trifft. Die Feuchtigkeit gefriert dann sofort und bildet eine harte, zusammenhängende Eisschicht.

Besonders häufig tritt Blitzeis an schattigen Orten, wie etwa Wäldern oder Brücken auf, wie der ADAC mitteilt. Wer zudem viel in den Morgen- und Abendstunden unterwegs ist, sollte zusätzliche Vorsicht walten lassen: In diesen Zeiträumen ist die Gefahr für Blitzeis am höchsten.

Wie verhalte ich mich bei Blitzeis richtig?

Der ADAC rät Autofahrern dazu, sich vor Fahrtantritt über die zu erwartende Witterung zu informieren. Kritisch seien Tage mit schwankenden Temperaturen um den Gefrierpunkt. Das Problem: Selbst Winterreifen, ABS oder ESP helfen bei Eis oft gar nicht mehr – kommt der Wagen ins Rutschen, ist man der Situation hilflos ausgeliefert.

Wer bei Blitzeis-Witterung unbedingt mit dem Auto unterwegs sein muss, sollte laut ADAC diese Punkte beachten:

  • Defensive Fahrweise: Das bedeutet zum einen "Fuß vom Gas", also eine der Wettersituation angepasste Geschwindigkeit, zum anderen sollte der Sicherheitsabstand zum Vordermann deutlich vergrößert werden.
  • Lenken Sie gefühlvoll und bremsen Sie sanft.
  • Wenn Sie unterwegs von Eisregen überrascht werden, kann es sinnvoll sein, eine Pause einzulegen und auf den Streudienst zu warten.

Die Kälte macht auch ihrem Auto zu schaffen, doch so bereiten sie es optimal für den Winter vor.

Wer ist im Falle eines Unfalls verantwortlich?

Obwohl Blitzeis plötzlich auftritt, gelten die gleichen Regeln wie für gewöhnliches Glatteis. Die Deutsche Anwaltsauskunft (DAV) betont, dass Blitzeis keine höhere Gewalt ist, bei der die Haftung bei einem Unfall entfällt. Das bedeutet konkret: Autofahrer müssen also auch bei Blitzeis ihre Fahrweise so anpassen, dass sie theoretisch jederzeit in der Lage sind, rechtzeitig anzuhalten oder auszuweichen, wie es das Sichtfahrgebot laut § 3 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung vorschreibt.

Kommt es zu einem Unfall, ist eine Mitschuld daher sehr wahrscheinlich. Dem zugrunde liegt laut DAV der sogenannte Anscheinsbeweis, wonach eine vermutlich unangepasste Geschwindigkeit oder Unachtsamkeit des Fahrers als Ursachen für den Kontrollverlust über das eigene Fahrzeug angenommen werden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einen Unfall hatte?

Kommt es zu einem Unfall, sollten Sie zunächst die Unfallstelle sichern, wie der ADAC rät. Betätigen Sie dazu den Warnblinker und stellen Sie das Warndreieck auf. Dieses sollte etwa 50 bis 100 Meter von der Unfallstelle entfernt stehen. Ziehen Sie zur besseren Sichtbarkeit Ihre Warnweste an.

Falls jemand bei dem Unfall verletzt worden ist, leisten Sie Erste Hilfe. Sind Sie selbst am Unfall beteiligt, sammeln Sie Beweise und notieren sich die Personalien des Unfallgegners. Einen ausführlichen Guide zum Verhalten nach dem Unfall finden Sie hier.

Bei Nebel und Blitzeis kracht es auf der A7 in Bayern. Die erste Bilanz der Massenkarambolage: 29 Verletzte und zahlreiche demolierte Autos.

Teaserbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa