Carroll Shelby, Enzo Ferrari, Henry Ford – der Automobil-Kosmos früher Tage ist voller schillernder Figuren, deren Zitate noch heute Postkarten, Poster und als Aufkleber auch so manches Autoheck schmücken. Dass diese Charaktere auch reichlich Film-Stoff bieten, hat nicht zuletzt die Produktion "Le Mans 66" mit Matt Damon und Christian Bale. bewiesen. Aber haben Sie sich schon mal gefragt, warum bislang eigentlich keiner über Ferruccio Lamborghini gesprochen hat?

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Der oscarprämierte Drehbuchautor, Produzent und Regisseur Robert Moresco hat das mit dem Film "Lamborghini – The Man behind the Legend" nun geändert. In 90 Minuten wird die Geschichte des Gründers Ferruccio Lamborghini, gespielt von Frank Grillo, erzählt. Erwartungsgemäß werden amouröse Abenteuer, finanzielle und familiäre Probleme, sowie automobile Visionen behandelt. Eröffnet wird mit einer Traum-Sequenz, in der Ferruccio Lamborghini sich in einem Countach ein Straßenrennen mit Enzo Ferrari in einem Mondial liefert. Schöner Sound trifft auf schöne Bilder, doch wirklich passiert ist das nie.

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Trotzdem ein Film für Auto-Fans? Jein. Es gibt schon einige Fahrzeuge zu bestaunen, doch zunächst stehen Traktoren und insgesamt die Person Ferruccio Lamborghini im Zentrum der Handlung. Zumal unter automobil-historischen Gesichtspunkten einige zeitliche Ungereimtheiten den Benzin-Enthusiasmus dämpfen. So tritt Enzo Ferrari bei einem nicht näher erläuterten Rennen (mutmaßlich im Umfeld der Mille Miglia) in seinem, Zitat "brandneuen" Auto an, bei dem es sich um einen 166 handelt. Im selben Rennen sind aber auch ein Mercedes 190 SL und ein Porsche 356 Speedster zu sehen, die beide erst ab Mitte der 1950er-Jahre auf den Straßen unterwegs waren.

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Abgesehen von zeitlichen und historischen Verzerrungen (in einer anderen Szene lässt sich Enzo Ferrari mit einem Rolls-Royce herumchauffieren) bleibt das charmante Spiel des Hauptdarstellers, auch wenn es nicht dazu genutzt wird, einen wirklich spannenden Plot zu inszenieren. Vielleicht gibt die Geschichte des Firmengründers das cineastisch ja auch gar nicht her? Dann bleibt allerdings die Frage, warum dieser Film überhaupt produziert wurde.  © auto motor und sport

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