Die fünfte Jahreszeit beginnt, der Karneval versetzt viele Regionen Deutschlands in den Ausnahmezustand. Feiern ist angesagt, doch für Autofahrer gilt: Der Fahrer muss trotz Kostüm erkennbar sein und sollte von Alkohol die Finger lassen.

Mehr Autothemen finden Sie hier

Wer mit dem Auto zur Karnevalsfeier fährt, muss darauf achten, dass ihn ein Kostüm am Steuer nicht behindert. Ganz wichtig: Auch an den tollen Tagen müssen Fahrer am Steuer identifizierbar bleiben. Tabu sind Masken, die das verhindern, erklärt der Automobilclub von Deutschland (AvD). Autofahren mit verhülltem Gesicht stellt in Deutschland seit der Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung von 2017 eine Ordnungswidrigkeit dar.

Darf ich im Kostüm Autofahren?

  • Kostüme dürfen die Sicht, das Gehör und die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, beispielsweise durch Augenklappen oder Clown-Schuhe
  • Fahrer müssen erkennbar bleiben, Masken sind also tabu

Wer immer etwas schneller fährt als erlaubt, riskiert doch höchstens ein kleines Bußgeld, heißt es oft. Sonst gibt es kein Risiko. Ob das stimmen kann?

Wer sich nicht daran hält, muss mit 60 Euro Bußgeld rechnen. Außerdem könne die Vollkaskoversicherung im Schadensfall die Zahlung nach einem dadurch verursachten Unfall verweigern, ergänzt der ADAC.

Grundsätzlich sind Kostüme am Steuer aber nicht verboten. Besonders sperrige Kostüme und Masken packen die Feiernden aber besser in den Kofferraum und ziehen sie erst am Veranstaltungsort an - oder man nutzt den öffentlichen Nahverkehr oder ein Taxi.

Schon geringe Menge Alkohol beeinflusst Fahrverhalten

Wer mit Alkohol feiern will, lässt das Auto stehen. Das rät die Prüforganisation KÜS. Für Fahrer unter 21 Jahren und Fahranfänger in der Probezeit gilt sowieso die 0,0-Promille-Grenze. Den anderen ist Alkohol am Steuer zwar nicht grundsätzlich verboten, doch rät die Sachverständigenorganisation davon ab. Denn bereits erlaubte kleine Mengen können hinter dem Steuer enthemmen und die Fahrsicherheit beeinträchtigen.

  • 0,3 Promille können bereits die Sehleistung leicht beeinträchtigen und Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen und Kritikfähigkeit senken, ergänzt der ADAC. Dabei ist das eine Alkoholmenge, die ohne Unfall oder Fahrfehler noch erlaubt ist. Passieren solche Ausfallerscheinungen ab 0,3 Promille, liegt allerdings eine Straftat vor. Drei Punkte in Flensburg, Geld- oder Gefängnisstrafen und der Verlust des Führerscheins können folgen.
  • 0,5 Promille: Ab diesem Wert begehen Fahrer auch ohne Auffälligkeiten eine Ordnungswidrigkeit, auf die mindestens 500 Euro, ein Punkt und ein Monat Fahrverbot folgen. Ab dieser Alkoholmenge sind zusätzlich auch das Gehör und die Fähigkeit, Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen, beeinträchtigt.
  • 0,8 Promille: Hier kann sich laut ADAC die Reaktionszeit bis zu 50 Prozent verlängern.
  • 1,1 Promille: Der Gesetzgeber sieht die absolute Fahruntüchtigkeit erreicht und ahndet sie auch völlig unabhängig von Unfall oder Fahrfehlern als Straftat.

Die KÜS rät aber nicht nur direkt nach der Feier zur Heimreise zu Fuß, mit Bus, Bahn, Taxi oder öffentlichem Nahverkehr. Eine kritische Menge Alkohol kann auch am nächsten Morgen noch im Blut sein. Alkohol baut sich im menschlichen Körper in der Regel mit nur circa 0,15 Promille pro Stunde ab. Restalkohol ist daher nicht zu unterschätzen und baut sich erst im Lauf des Tages ab. (dpa/af)

Verwendete Quellen:

Bildergalerie starten

30 Tage ohne Alkohol: Darum ist es sinnvoll, einen Monat zu verzichten

Viele haben es sich zum Neujahrsvorsatz gemacht: keinen - oder zumindest weniger - Alkohol zu trinken. Doch oft ist es gar nicht so leicht, auf das Glas Rotwein oder das Feierabendbier zu verzichten. Warum es sich trotzdem lohnt.