Die neue Mercedes-Benz G-Klasse: Die Offroad-Ikone in Neuauflage

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Endlich sehen wir die Neuauflage der G-Klasse in voller Pracht. Und dabei fällt auf, dass erst mal wenig Auffälliges zu erkennen ist. Der Eindruck täuscht. Im Detail gehen die Ingenieure neue Wege. Zudem gibt es deutliche Veränderungen bei Abmessungen und Gewicht. In jedem Fall aber lässt sich festhalten, dass Mercedes sich selbst und dem bisherigen Konzept des luxuriösen Offroaders treu bleibt. © 1&1 Mail & Media / CF

In Detroit sehen wir endlich alle Details der neuen Mercedes-Benz G-Klasse. Dabei fällt auf, dass zunächst wenig Auffälliges zu erkennen ist. Der Eindruck täuscht. Unter der Haube gehen die Ingenieure neue Wege.
Dass der G zumindest äußerlich über einen so langen Zeitraum so wenig Kosmetik über sich ergehen lassen musste, hat vor allem einen Grund: Längst hat die G-Klasse Legendenstatus erreicht. Der kantige Stuttgarter steht wie kein anderes deutsches Auto für Leichtfüßigkeit abseits befestigter Straßen, ohne auf ein souveränes und gleichermaßen luxuriöses Fahrverhalten in der Stadt und über Land verzichten zu müssen.
Obwohl es ihm noch nie an einer gewissen Bulligkeit mangelte, legt der neue G in alle Richtungen deutlich zu. Vor allem der Zuwachs von knapp 12 Zentimetern in der Breite dürfte für einen noch kräftigeren Auftritt sorgen – und für eine sattere Straßenlage. Die G-Klasse wächst um etwa fünf Zentimeter in die Länge sowie 1,5 Zentimeter in die Höhe.
So mancher Fan der G-Klasse mag sich da Sorgen um das Gewicht des G machen, war der Luxus-Offroader doch mit gut 2,6 Tonnen ohnehin bisher kein Leichtgewicht. Hier aber ließ Mercedes neue Technologien und Standards in die Entwicklung mit einfließen. So konnten vor allem durch Maßnahmen wie dem Einsatz von hochfesten Stählen und Aluminium im Bereich der Türen, der Kotflügel und der Motorhaube gut 170 Kilo eingespart werden.
Infolge der Diät bringt der nun vorgestellte G500 2,43 Tonnen auf die Waage. Trotz der neuerlichen Leichtbaumaßnahmen soll die Verwindungssteifigkeit nochmals deutlich verbessert worden sein. Mercedes nennt beeindruckende 55 Prozent.
In Anbetracht der Offroadfähigkeiten und dem Aggregat des neuen G500, dürfte die Torsionssteifigkeit auch mehr als nötig sein. 422 PS entlockt Mercedes dem doppelt aufgeladenen 4,0-Liter-V8.
Von außen gibt sich die Neuauflage sofort als G-Klasse zu erkennen. Alles wirkt irgendwie vertraut, und doch aufgefrischt. Insbesondere die Front mit den behutsam neu gestalteten Scheinwerfern erstrahlt in neuem Glanz.
Im Innenraum dürfte auch der neue G wieder mit den Stärken des Vorgängers punkten – und dabei noch einen Schritt weiter gehen.
Die großen und bereits aus anderen Mercedes-Modellen bekannten Digital-Instrumente gibt es leider nur gegen Aufpreis. Zwei 12,3 Zoll Bildschirme bilden dabei eine Einheit, deren Einfassung sich mit den Optionen „Sport“ „Progressive“ oder „Classic“ den eigenen Vorlieben anpassen lässt. Serienmäßig wird der Offroader mit konventionellen Rundinstrumenten ausgeliefert.
Allgemein soll die neue G-Klasse im gesamten Innenraum ein nochmals verbessertes Platzangebot bieten. Insbesondere die Fahrgäste im Fond sollen profitieren, etwa durch deutlich vergrößerte Türausschnitte und mehr Beinfreiheit. Hier kommen dem großen Benz ebenfalls die neuen Abmessungen zugute.
Auch in Sachen Infotainment ist der neue G auf der Höhe der Zeit. So kann der Fahrer das System bedienen, ohne die Hände vom Volant nehmen zu müssen – spezielle Touch-Bedienfelder machen‘s möglich. Die geben auch direkt Rückmeldung (via haptischem Impuls oder einem akustischen Signal).
Hinzu kommen sogenannte Direkttasten oberhalb des Lichtwahlschalters, mit denen schnell auf besonders häufig genutzte Funktionen zurückgegriffen werden kann.
Interessantes Detail am Heck sind die schlichten und extrem kompakt gehaltenen Rückleuchten – auch hier dominieren rechteckige Formen und klare Kanten.
Zum Start der neuen Generation gibt es den neuen G lediglich als G500, weitere Diesel sowie das obligatorische AMG-Modell sollen später folgen.
Der Basispreis liegt zum Start bei 107.041. Das bedeutet einen Preisaufschlag von sehr überschaubaren 350 Euro im Vergleich zum Vorgänger.