Mit Abfindungen bis 300.000 Euro will PSA bei Opel Personal einsparen. Personalrat und Gewerkschaft sperren sich jedoch gegen das Abfindungsprogramm. Aus ihrer Sicht lässt sich der Personalabbau vielfach durch Maßnahmen wie Vorruhestand und Altersteilzeit regeln.

70 Mitarbeiter von Opel haben bereits Aufhebungsverträge mit Abfindungen unterzeichnet und wollten eigentlich Ende April das Unternehmen verlassen. Weil der Betriebsrat seine Zustimmung verweigert, sind sie aber noch immer bei Opel beschäftigt. Der Betriebsrat kritisiert insbesondere die Abfindungen für jüngere Betriebsangehörige, mit denen eine ungenannte Zahl Beschäftigter abgebaut werden soll.

Betriebsrat will nur Ältere gehen lassen

Stattdessen möchten die Arbeitnehmervertreter, dass der Arbeitsplatzabbau sich durch Frühverrentung und Altersteilzeit auf ältere Arbeitnehmer konzentriert. Ein weiterer Grund für die Verweigerung der Zustimmung ist die verspätete Anzeige möglicher Massenentlassungen durch die Betriebsleitung. Laut Opel ist diese Ankündigung nur ein rein formaler Akt.

Bei Opel winken großzügige Abfindungen

Der französische PSA-Konzern vergoldet den ausscheidenden Mitarbeitern den Abschied teils mit Prämien in sechsstelliger Höhe. Schon jüngere Mitarbeiter erhalten je nach Betriebszugehörigkeit Abfindungen bis 275.000 Euro. Verzichten Sie auf die Einhaltung von Kündigungsfristen und gehen kurzfristig, belohnt PSA dies durch Prämien von mindestens 20.000 Euro. Schwerbehinderte und Eltern kleiner Kinder können durch zusätzliche Prämien Beträge über 300.000 Euro einstreichen.

Streit über richtige Methode des Personalabbaus

Strittig ist zwischen Unternehmen und Betriebsrat der richtige Weg zur Reduzierung der 18.000 betroffenen Mitarbeiter von Opel. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug rechnet damit, dass 3.800 ältere Mitarbeiter durch Vorruhestand und Altersteilzeit das Unternehmen nach und nach verlassen könnten. Der geplante Stellenabbau von 3.700 Mitarbeitern wäre damit erfüllt. Für den Betriebsrat ist das Abfindungsprogramm hingegen ein planloses Vorgehen. Er wirft der Unternehmensführung vor, ohne Gesamtkonzeption zu agieren und nahezu jeden Aufhebungsvertrag anzunehmen.

Laut Opel ist die geplante Größenordnung noch nicht erreicht, sodass zusätzliche Anreize erforderlich seien. Die will man durch Prämien setzen. Es sollen schon rund 1.000 Abfindungsanträge von jüngeren Mitarbeitern vorliegen. Neben den 70 blockierten Abfindungen seien rund 130 weitere Erklärungen unterschriftsreif.

„Bei unseren freiwilligen Programmen zum Stellenabbau stellen wir sicher, dass alle Schlüsselpositionen besetzt bleiben und alle Bereiche in verschlankter Form voll funktionstüchtig bleiben“, so ein Sprecher von Opel, „auch im Hinblick auf die langfristige Aufstellung unseres Unternehmens."© 1&1 Mail & Media / CF