Der Winter ist endgültig vorbei und deshalb wird es spätestens jetzt Zeit für einen ausgiebigen Fahrzeug-Check für den Sommer. Von der Innenraumreinigung über das Auffüllen von Flüssigkeitsständen bis zu Ausbesserungen von Lackschäden sollte dabei nichts ausgelassen werden.

Um das Auto wieder fit für den Sommer zu machen, bedarf es zunächst einer gründlichen Reinigung. Die herkömmliche Waschanlage kann da zwar schon einiges bezwecken, wer die kalten und nassen Monate über sein Auto aber äußerst sträflich behandelt hat, muss unter Umständen härtere Geschütze auffahren, um Schmutz, Rost und Co. den Kampf anzusagen. In solchen Fällen ist Handarbeit gefragt - entweder in Eigenregie oder eingekauft.

Gründliche Autowäsche vor dem Sommer

Feuchtigkeit, Kälte, Salz und Schmutz haben dem Autolack in den vergangenen Monaten ordentlich zugesetzt. Jetzt kommt die Zeit, in der dieser Umstand wieder ausgebügelt werden muss. Der ADAC empfiehlt deshalb hartnäckige Schmutzpartikel noch vor dem Besuch einer Waschanlage mit einem Hochdruckreiniger zu entfernen. Sand- und Staubrückstände können in Verbindung mit den Schwämmen der Waschstraße wie Schmirgelpapier wirken und feine Kratzer im Lack hinterlassen.

Wer schon mal dabei ist, kann aber auch gleich sein Fahrzeug von Hand waschen, sofern die nötige Motivation vorhanden ist. In vielen Städten gibt es Waschboxen, in denen Hochdruckreiniger und Co. vorhanden sind und Autofahrer gegen eine geringe Gebühr selbst anpacken können. Wer sich für die Methode von Hand entscheidet, kann im Autofachhandel im Vorfeld die nötigen Waschutensilien finden - vom umweltfreundlichen Shampoo über entsprechende Schwämme bis hin zu Trockentüchern. In diesem Zuge kann nach einer gründlichen Reinigung auch gleich eine Autopolitur aufgetragen werden, die dem Fahrzeug nicht nur zu neuem Glanz verhilft, sondern auch den Lack versiegelt und vor Umwelteinflüssen schützt. Wer die Politur von Hand vermeiden möchte, kann in einigen Werkstätten auch Politurmaschinen mieten.

Wem all diese Schritte jedoch ohnehin zu anstrengend und umständlich erscheinen, kann sämtliche Arbeiten auch gegen einen entsprechenden Preis von professioneller Hand durchführen lassen. Viele Waschstraßen bieten eine umfangreiche Fahrzeugreinigung - innen wie außen - als käufliche Leistung an.

Beschädigungen entdecken und beseitigen

Ein besonderes Augenmerk sollte kleinen Kratzern, Lackplatzern und Rostnestern geschenkt werden. Denn vor allem kleine Steinchen, beispielsweise Rollsplitt, können den Winter hindurch viele kleine Macken am Autolack hinterlassen haben. Nach einer Reinigung werden die Steinschläge sichtbar und sollten umgehend behandelt werden, um zu verhindern, dass sich von hier aus Rost ausbreitet. Kleinere Beschädigungen können in der Regel mit einem speziellen und passenden Lackstift behandelt und versiegelt werden. So hat die Korrosion keine Chance. Für größere Schäden oder größere Roststellen bietet sich dagegen ein spezieller Rostschutz an. Wer mit den Präparaten aus dem Kfz-Handel überfordert ist, sollte sich bei einer Werkstatt erkundigen, was eine Reparatur kosten würde. Offenen Stellen im Lack sollten in keinem Fall unterschätzt werden, da sie zur weiteren Rostbildung beitragen können.

Weiter sollten auch die Scheibenwischer überprüft und bei porösen und rissigen Gummis zur neuen Autosaison ausgetauscht werden. Das sorgt für freie Sicht. Auch die Türdichtungen gilt es zu kontrollieren. Fett- und Pflegestifte sorgen hier wieder für geschmeidige Gummis und beugen ebenfalls unnötiger Korrosion vor.

Füllstände im Motorraum kontrollieren

Auch unter der Motorhaube hat der Winter Spuren hinterlassen. Eine Motorwäsche ist nicht immer nötig, wer sich dennoch für eine entscheidet, sollte darauf achten, dass Elektronikteile besonders sanft - am besten mit einem Dampfstrahler - gereinigt werden. Weiter gilt es in jedem Fall die Flüssigkeitsstände von Motoröl, Kühlwasser und Scheibenwaschanlage zu kontrollieren und gegebenenfalls aufzufüllen. Fällt auf, dass das Motoröl bereits sehr dunkel und zäh ist, sollte außerdem ein Ölwechsel in Betracht gezogen werden, um Folgeschäden vorzubeugen.

Innenraumreinigung von vorne bis hinten

Nicht vernachlässigt werden sollte auch der Fahrzeuginnenraum. Sämtliche Winterutensilien wie Eiskratzer, Schneeketten und Co. können nun wieder verschwinden und sollten das Auto auch verlassen, um nicht unnötig Ballast umherzufahren. Wer nicht zum eigenen Staubsauger greifen kann oder möchte, findet in der Regel auch an vielen Tankstellen oder in der Waschstraße Sauger für wenig Geld. Ein gründliches Aussagen des Innenraums sollte in jedem Fall stattfinden, da über die Wintermonate viel Dreck in den Innenraum getragen wird.

Flecken in den Polstern lassen sich mit einem speziellen Polsterschaum oder einer sanften Seifenlauge entfernen. Bei Ledersitzen sollten aber entsprechende Mittel aus dem Fachhandel genutzt werden. Immer wichtig: Wird Wasser angewendet, niemals zu viel. Außerdem müssen die Polster anschließend richtig trocknen. Andernfalls können sich Wasserflecken und Schimmel bilden.

Für Kunststoffflächen am Armaturenbrett, in der Mittelkonsole oder an den Türen bieten sich Kunststoffreiniger an, die nicht nur Dreck entfernen, sondern auch für frischen Glanz und Duft sorgen. Alternativ tun es aber auch die üblichen Hausmittel, solange diese keine Lösungsmittel und Silikone enthalten. Fensterscheiben können von innen mit einem handelsüblichen Glasreiniger gesäubert werden.© 1&1 Mail & Media / CF