Das gewünschte Fahrzeugmodell ist im Ausland besonders günstig erhältlich oder sogar nur dort erhältlich? Ein Autoimport ist aus mehreren Gründen für viele Autofahrer interessant. Was Sie allerdings beachten sollten, damit aus dem vermeintlichen Schnäppchen kein teurer Reinfall wird, erfahren Sie hier.

Verlockende Preise im Ausland

Auf den ersten Blick wirken viele Autoangebote im Ausland besonders verlockend. In den USA beispielsweise sind Sportwagen mit großvolumigen und leistungsstarken Motoren zum Teil deutlich günstiger erhältlich als hierzulande. Und auch im europäischen Ausland sind Neuwagen oftmals deutlich kostengünstiger als in Deutschland. Preisunterschiede von 20 bis 30 Prozent sind keine Seltenheit. Diese machen sich dann insbesondere bei teureren Automodellen deutlich bemerkbar - und den Autoimport als Variante des Autokaufs für viele Menschen interessant. Bevor Sie sich jedoch auf die Suche nach einem Schnäppchen im Ausland machen, sollten Sie wissen, wie ein Autoimport funktioniert und mit welchen zusätzlichen Aufwänden und Kosten Sie unabhängig vom Kaufpreis rechnen müssen.

Wo und wie kaufe ich ein Auto im Ausland?

Grundsätzlich werden zwei Formen des Autokaufs im Ausland unterschieden: der Autoimport und der Reimport. Ersteres beschreibt den Kauf eines nicht für den deutschen Markt bestimmten Modells in einem fremden Land. Beim Reimport wird hingegen ein aus Deutschland für den ausländischen Markt exportiertes Modell zurück ins eigene Land geholt. Ansprechpartner in diesem Fall wäre zum Beispiel ein deutscher Reimporthändler. Soll es jedoch ein ausländisches Modell sein, ist der Weg über einen ausländischen Vertrags- oder Autohändler meist unumgänglich. Adressen finden Sie im Internet oder in Branchenbüchern.

Autoimport: Kaufpreise und Steuern

Wenn Sie ein passendes Auto gefunden haben, zahlen Sie im EU-Ausland nur den Nettopreis, die Mehrwertsteuer wird erst im eigenen Land fällig. Haben Sie Ihren Wunschwagen allerdings in den USA entdeckt, zahlen Sie zusätzlich zum Nettopreis noch die "sales tax", eine Kaufsteuer, da das Auto vor dem Export zugelassen werden muss. Diese Steuer können Sie sich nach der Verschiffung zwar theoretisch bei den US-Behörden zurückholen, in der Praxis ist dieser Prozesse jedoch oft sehr mühselig und langwierig.

Überführung oder Verschiffung und Einzelabnahme

Für die Überführung des Fahrzeugs aus dem Ausland benötigen Sie entweder einen Autoanhänger oder ein Überführungskennzeichen. Einfacher ist der erste Weg, da Überführungskennzeichen nicht in jedem Land einfach erhältlich sind. Für die Verschiffung eines Autos aus den USA sollten Sie etwa 1.000 Euro für den Transport und eine dazugehörige Versicherung einplanen. Zusätzlich werden Zollabgaben von rund zehn Prozent der Kosten für Kauf und Transport fällig sowie die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent. Für US-Importe gilt außerdem: Damit sichergestellt ist, dass das Auto der deutschen Straßenverkehrsordnung und den EG-Vorschriften entspricht, muss es zur technischen Einzelabnahme. Rote Blinker müssen beispielsweise auf gelbe umgerüstet werden. Dafrü sollten Sie noch einmal mindestens 2.000 Euro einplanen.© 1&1 Mail & Media / CF