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Bertone ist pleite: Wie die italienische Designschmiede Geschichte schrieb

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Bis Ende April 2014 sollte ein neuer Investor gefunden werden, um die Pleite der traditionsreichen Designschmiede Bertone abzuwenden - doch anscheinend wollte niemand der Firma unter die Arme greifen. Schließt der italienische Karosseriebauer seine Werkshallen, verschwindet mit ihm ein großes Stück Automobilhistorie. Wir zeigen, mit welchen Designs das Unternehmen Geschichte schrieb. © 1&1 Mail & Media / CF

Bis Ende April 2014 sollte ein neuer Investor gefunden werden, um die Pleite der traditionsreichen Designschmiede Bertone abzuwenden - doch anscheinend wollte niemand der Firma unter die Arme greifen. Schließt der italienische Karosseriebauer seine Werkshallen, verschwindet mit ihm ein großes Stück Automobilhistorie. Wir zeigen, mit welchen Designs das Unternehmen Geschichte schrieb. Schon 1912 gegründet, musste sich die Karosserieschmiede noch bis 1921 gedulden, bis der erste Auftrag für den SPA 23S reinkam.
Auch als Bertone Jet 2 ist dieser Prototyp von 2004 bekannt, der auf dem Genfer Autosalon präsentiert wurde und auf einem Aston Martin V12 Vanquish basiert.
Aus dem Jahr 1934, in dem Giovanni Bertones Sohn Giuseppe (genannt "Nuccio") in die Firma miteinstieg, stammt dieser Fiat 2500 Ardita.
Auf Basis des Fiat 1100 entstand ab 1948 dieser Rennwagen als offener Roadster.
Zu abgefahren für eine Serienfertigung? Der Alfa Romeo BAT von 1953, der in Zusammenarbeit mit Bertone entstand, blieb tatsächlich ein reines Concept Car.
Die von Bertone gebaute Karosserie für den Alfa Romeo Giulietta Sprint beeinflusste ab 1954 das Design vieler italienischer Fahrzeugmodelle der Nachkriegszeit.
Auch der deutsche Hersteller BMW setzte bei der Fertigung des 3200 CS auf eine Kooperation mit den Italienern.
Außer für Alfa Romeo, Fiat, BMW, Aston Martin und Ferrari war Bertone in den 1960er-Jahren auch für Lamborghini tätig - wie hier beim Sportwagen Miura, der 1966 vorgestellt wurde.
1970 feierte der extrem keilförmige Prototyp Lancia Stratos Zero auf dem Turiner Autsosalon seine Premiere. Die Serienfertigung erfolgte von 1972 bis 1974, der Prototyp wurde 2011 für 761.600 Euro versteigert.
Der serienreife Sportwagen lief in verschiedenen Varianten vom Band und kam unter anderem im Rallyesport zum Einsatz.
Nach der Ölkrise 1972 widmete sich Bertone auch der Fertigung alltäglicher Karosserien. Zum Beispel bekam die Designschmiede den Auftrag für die Gestaltung des Citroën BX.
Nicht weniger kantig als die französische Mittelklasse wirkt dieses Volvo 780 Coupé, das bis 1990 in Italien gefertigt wurde.
Mit dem Astra verschwand bei Opel ab 1991 die Modellbezeichnung Kadett. Das kompakte Cabrio, das bei Bertone in Italien entstand, rundete ab 1993 das Modellangebot ab.
Das Design des Alfa Romeo GT, das typische Markenmerkmale trägt, entstand in Zusammenarbeit mit dem bekannten italienischen Karosseriebauer.
Eine Spur abgefahrerener war diese Fahrzeugstudie von 2010. Der Alfa Romeo Pandion entstand zur Feier des 100-jährigen Jubiläums von Alfa Romeo.
Ein Jahr später debütierte das B 99 Concept, eine Designidee Bertones, die verdeutlichen sollte, wie künftige Jaguar-Limousinen aussehen könnten. Da die Pleite des Traditionshauses allerdings nicht abgewendet werden konnte, verliert die Automobilwelt wohl eine der größten Designschmieden der Geschichte.
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