Noble Vorläufer der S-Klasse

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Der Anspruch ist gewaltig: Daimler bezeichnet die neue S-Klasse als das beste Automobil der Welt. Das neue Luxusauto soll an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen, denn die Erfolgsgeschichte der S-Klasse reicht weit zurück.

Als Urahn der heutigen S-Klasse sieht Mercedes-Benz den Mercedes-Simplex 60 PS an. Schon 1904 setzte der Autobauer auf elegante und luxuriöse Reisewagen.
Von 1928 bis 1939 rollte der Mercedes-Benz Nürburg vom Band. Mit einem Niederrahmen setzten die Schwaben schon damals auf Sportlichkeit, die mit einer maximalen Geschwindigkeit von 115 km/h ihren Ausdruck fand. 1930 ging eines dieser Modelle als Papamobil an Papst Pius XI.
Als "Großen Mercedes" bezeichneten die Benz-Konstrukteure den 770. Die Karosse (1930 - 1938) beförderte vor allem Staatsmänner und kostete bis zu unvorstellbare 38.000 Reichsmark, was heute ungefähr einem Wert von gut 100.000 Euro entspricht. Nur wenige Privatleute konnten sich so viel Komfort leisten.
Aus der Nachkriegszeit stammt der 300. Auch der intern mit W 186 bezeichnete Luxuswagen hatte einen Spitznamen und hieß schlicht Adenauer. Zu seinen prominenten Besitzern gehörten auch Bundespräsident Theodor Heuss und Papst Johannes XXIII.
Etwas volksnäher gab sich der Mercedes-Benz 220, von dem zwischen 1951 und 1955 immerhin knapp 20.000 Exemplare hergestellt wurden. Mit dem exklusiven Cabrio ließ sich in der Spitze ein Tempo von 145 km/h erreichen.
Seine verchromten Heckflossen machten den Mercedes-Benz 220 SE (1959 - 1968) zu einem echten Hingucker. In den späten Modelljahren gab es von dieser Serie sogar einen Kombi namens Universal.
Die absolute Nobelkarosse der Nachkriegszeit ist ganz klar der 600. Zahlreiche betuchte Kunden ließen sich dieses Luxusschiff ganz nach ihren Wünschen umbauen. Zu den Fans dieses Wagens (1964 - 1981) gehörten Elvis Presley, Herbert von Karajan, Coco Chanel und Gunter Sachs.
Mercedes-Benz sieht die neue S-Klasse auch in der Tradition des 280 SEL. Dieses klassische Stufenheck-Modell hatte die Heckflossen des Vorgängers 220 SE hinter sich gelassen. Für US-Kunden gab es dieses Auto nicht mit einem 3,5-Liter-, sondern mit einem 4,5-Liter-Motor.
Mit der Einführung der Baureihe 116 (1972 - 1980) setzte Mercedes-Benz das erste Mal auf die Bezeichnung S-Klasse. Über 470.000 Mal rollte dieses Modell im schwäbischen Sindelfingen vom Band. Mit 286 PS konnte der 450 SEL auf eine Spitzengeschwindigkeit von 225 km/h kommen.
Ein typisches Dickschiff aus den 1980ern ist die Baureihe 126 (1979 - 1991). Das Kürzel SEL beim abgebildeten 500er steht für "S-Klasse Einspritzmotor Langversion". In Filmen wie "Beverly Hills Cop" oder "Der Prinz aus Zamunda" spielten 500-SEL-Modelle eine protzige Rolle.
Zwischen 1991 und 1998 fertigte Mercedes Benz die Baureihe 140, zu der dieser 600 SEL gehört. Ab 1996 bot der Hersteller mit Linguatronic in der S-Klasse die weltweit erste Sprachsteuerung für Autos an. Außerdem war Daimler wichtig, dass sich die Wagen möglichst gut recyceln lassen.
Beim S 400 CDI (Baureihe 220, 1998 - 2005) spielte Effizienz und Spritverbrauch eine immer wichtigere Rolle. Deswegen stand bei diesen Karossen Abspecken und eine überzeugende Aerodynamik auf dem Programm. So konnte Daimler etwa beim S 320 den Verbrauch von 13,4 auf 11,5 Liter pro 100 Kilometer gefahrene Strecke reduzieren.
Beim Vorläufer der brandneuen S-Klasse waren Assistenzsysteme die große Neuerung. Neben Nachtsichthilfen und einem adaptiven Bremslicht war das für Nordamerika auch das Notrufsystem Mbrace, das Tele-Aid ablöste.