Die Wallboxförderung für Privatleute sorgte zwischen 2020 und 2021 für Euphorie in Deutschland – sowohl bei den Schnäppchenjägern, als auch bei den Wallbox-Herstellern. Wie die Pilze schossen immer neue Anbieter aus dem Boden und verkauften ihre teils sehr einfachen und wenig zukunftsfähigen Auto-Steckdosen, während der Staat bis zu 900 Euro beisteuerte.
Als der Fördertopf von 800 Millionen Euro im Oktober 2021 ausgeschöpft war und auch der damalige Verkehrsminister
Doch für so machen Wallbox-Hersteller ist das zu spät. Denn sowohl bei den heimischen Wallboxenwünschen scheint sich eine Übersättigung einzustellen, als auch bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Wobei letztere vor allem mit aufwendigen, teuren und langwierigen Genehmigungsverfahren kämpft. Zudem hat die Debatte um das Thema Eichrechtskonformität bei der Messung des Ladestroms für das E-Auto oder die Pflicht, Kreditkartenterminals zu verbauen, dem Ausbau auch nicht geholfen.
Video: Die Mennekes AMTRON® Compact 2.0 im Detail
Erste Wallbox-Hersteller melden Insolvenz an
Die ersten Opfer hat die Entwicklung bereits gefordert. Der einst so große und teils gerühmte Vorreiter Compleo, der sogar ein eigenes, eichrechtskonformes Messverfahren entwickelte, meldete Ende 2022 Insolvenz an, nachdem das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits mehrere 10.000 Ladesäulen errichtet und den Wallbox-Vorreiter Wallbe übernommen hat.
Ende Juni 2023 folgte auch ABL mit einem Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung. Als Grund nennt das fränkische Unternehmen mit über 100-jähriger Geschichte die Übersättigung des Markts in Folge des Förderbooms durch die Wallbox-Förderung von 2020. Durch den Ukraine-Krieg sei die Nachfrage zudem stark zurückgegangen, sodass die Investitionen der Privatkunden eher in PV-Anlagen oder Wärmepumpen fließen würden.
Fast 60 Prozent weniger Umsatz
Dass das Geschäft derzeit nicht rund läuft, zeigte auch eine Meldung vom Wallboxhersteller Heidelberger Druckmaschinen, der seine Systeme unter dem Namen der Tochterfirma Amperfied vertreibt. Das Unternehmen ist 2018 ins Wallbox-Geschäft eingestiegen und zählt ebenfalls zu den großen der Branche, wenn es ums AC-Laden geht. Mitte 2023 meldete Amperified einen Umsatzrückgang von fast 60 Prozent fürs laufende Jahr. Zudem sei der Auftragseingang für das künftige Geschäft in ähnlichem Maße zurückgegangen.

Ähnliches ist auch aus dem Umfeld von Volkswagens Tochterunternehmen Elli zu hören, die sich um das Thema Laden kümmern. Auch Elli bleibe auf seinen Geräten sitzen, heißt es.
Falls Sie dennoch auf der Suche nach einer Wallbox sind: Die besten Geräte aus dem ADAC-Wallbox-Test finden Sie oben in der Bildergalerie. © auto motor und sport

"So arbeitet die Redaktion" informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.