Schneeketten sollte jeder dabei haben, der im Winter in den Bergen unterwegs ist. Dabei gibt es einiges zu beachten – angefangen bei der Wahl der richtigen Schneekette über die Montage bis hin zum Tempolimit.

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Wer zum Skifahren oder Rodeln in die Berge fahren will, muss darauf achten, dass das Auto winterfest ist. Dazu gehören nicht nur taugliche Winterreifen und Wischwasser mit genügend Frostschutz.

Auch Schneeketten halten Winterurlauber besser parat, um sie bei Bedarf montieren zu können, heißt es von der Prüforganisation Dekra. Ihr Einsatz kann auf manchen Strecken nötig oder sogar verpflichtend sein, wenn entsprechende Schilder darauf hinweisen. Das gilt etwa für zahlreiche Bergstraßen in Frankreich, Österreich und der Schweiz – in Tschechien ist es sogar Pflicht, Schneeketten in den Wintermonaten generell mitzuführen.

Deren Einsatz sollten Autofahrer aber gut vorbereiten – und so bereits zu Hause und im Trockenen schon einmal üben. Denn "learning by doing" mit klammen Fingern bei Schneegestöber auf der Alpenstraße ist unangenehm und gefährlich, warnt Dekra.

Schneeketten: Es gibt unterschiedliche Systeme

Kaufen kann man die Ketten im Kfz-Zubehörhandel oder im Autohaus. Das kann sich für alle lohnen, die häufiger in entsprechenden Regionen unterwegs sind. Manche Automobilclubs bieten auch welche zum Mieten an.

Generell muss man genau aufpassen, dass sie exakt zur jeweiligen Reifengröße passen. Es gibt zudem unterschiedliche Systeme – von der klassischen Seilkette bis zum Schnellmontagesystem, jeweils mit Vor- und Nachteilen und mit Eigenheiten bei der Montage.

Auch deswegen rät Dekra dazu, die Montage im Vorfeld der Reise daheim in Ruhe auszuprobieren. Zusätzlich gehört ein Paar Arbeitshandschuhe für die Montagearbeiten in den Kofferraum. Sinnvoll ist ein Fußabstreifer oder eine Matte, auf denen es sich später vor Ort beim Aufziehen der Ketten komfortabler knien lässt.

Wohin kommen die Ketten - nach vorn oder nach hinten?

Grundsätzlich gehören die Ketten auf die Räder der angetriebenen Achse. Bei Allrad-Fahrzeugen kommen sie auf die gelenkten Räder. Wichtig dabei: Immer auch die Betriebsanleitung des Autoherstellers beachten. Und die Ketten gehören immer rechtzeitig ans Auto und nicht erst, wenn es sich schon festgefahren hat.

Mit Schneeketten gilt in Deutschland und der Schweiz ein Tempolimit von 50 km/h. In Österreich gibt es dazu keine Regelung. Dekra rät grundsätzlich dazu, vorsichtig zu fahren. Denn das Fahr- und Bremsverhalten ändert sich.

Zudem können die elektronische Stabilitätskontrolle (ESP) und die Antriebsschlupfregelung (ASR) die Wirkung der Ketten beeinträchtigen. Wenn in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs nichts anderes vorgegeben ist, schaltet man am besten beides zur Kettenfahrt ab, raten die Experten. (af/dpa)