Am Reiz-Wort "Tempolimit" entzündet sich seit Jahren Streit. Die Argumente changieren zwischen Umweltschutz und Freiheits-Verlust, oft folgt ein Abdriften ins Unsachliche. In Deutschland gibt es viele Fans der freien Autobahnabschnitte, nicht wenige verstehen das Alleinstellungsmerkmal als Teil nationaler Identität. In fast allen Ländern auf dem Planeten (siehe Bildergalerie) gibt es Tempobegrenzungen, in den vergangenen Jahren haben gerade in der EU einige Mitglieder wie die Niederlande weiter gedrosselt. In Italien und Tschechien findet nun die Trend-Umkehr statt.

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Polen und Bulgarien überholt

Nicht ganz "freie Fahrt", aber mit einer Anhebung auf 150 km/h immerhin ein Überholmanöver, vorbei an Polen und Bulgarien, wo aktuell teilweise Tempo 140 gilt. Bevor Sie aber in Gedanken an den nächsten Italien-Urlaub bereits den mentalen Gasfuß senken – es gelten weitreichende Einschränkungen. Und offiziell beschlossene Sache ist die Anhebung außerdem noch nicht – oder doch?

Tatsächlich gilt Tempo 150 in Italien schon ziemlich lange, wenn a) die Autobahn über drei Spuren und b) über einen Standstreifen auch auf der Gegenfahrbahn verfügt, und c) der Betreiber des fraglichen Abschnittes die Anhebung beantragt und d) entsprechend gekennzeichnet hat. Faktisch kommen diese Punkte allerdings nie zusammen, daher gelten 150 km/h nur in der Theorie.

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50 Kilometer in Tschechien

Verkehrsminister Matteo Salvini führt zudem an, dass die höhere Geschwindigkeit nur dort erlaubt sein dürfte, wo die Verkehrsteilnehmer nachgewiesenermaßen besonders sicher unterwegs sind. Denkbar wären entsprechend die A14 von Bologna nach Bari, die A4 (Mailand-Brescia), die A26 zwischen Genua-Voltri und Gravellona Toce, sowie die A30 von Caserta nach Salerno.

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In der Tschechischen Republik ist eine Anhebung auf 150 km/h ab 2024 indes beschlossene Sache. Für insgesamt 50 Kilometer des Autobahnnetzes. Das liegt daran, dass die Regelung nur auf neuen oder frisch sanierten Streckenabschnitten greift und mit insgesamt nur 1.250 Kilometern, gibt es ohnehin nicht viel Autobahn bei den Nachbarn im Osten.   © auto motor und sport

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