Pit Gottschalk

Sportjournalist, Kolumnist

Pit Gottschalk ist eines der bekanntesten und profiliertesten Gesichter im deutschen Sportjournalismus. Der 50-Jährige arbeitete bis Jahresende 2018 als Chefredakteur Sport bei der Funke Mediengruppe in Essen. Zuvor hatte Gottschalk unter anderem an der Erfolgsgeschichte der "Sport Bild", Europas größter Sportzeitschrift, mitgeschrieben. Deren Chefredakteur war der mehrfach ausgezeichnete Journalist zwischen 2003 und 2008.

Insgesamt verbrachte Gottschalk, der bis 1992 bei Mitteldeutsche Zeitung/Mitteldeutscher Express volontiert hatte, insgesamt 21 Jahre im Hause Axel Springer, unter anderem bei "Welt/WamS" und "Sport Bild". Im Frühjahr 2019 legte Gottschalk in seinem Buch "Kabinengeflüster" bisher unerzählte Geschichten aus seinen Jahren im Journalismus vor.

Artikel von Pit Gottschalk

Auf dem DFB-Bundestag Ende September hat der Nationalelf-Direktor Oliver Bierhoff eine wegweisende Rede zur Zukunft des deutschen Fußballs gehalten. Sein Vortrag, durchsetzt mit frischen, weil aufrüttelnden Ideen, ging bei den Feierlichkeiten um den neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller komplett unter. Nun wagte Bierhoff einen weiteren Versuch im Kicker.

Nationalspieler Ilkay Gündogan erlebte im Internet Beschimpfungen, als er übers Wochenende einem Instagram-Foto seines früheren Mitspielers Cenk Tosun ein Like gab.

Welche Legende gehört in die Ruhmeshalle des deutschen Fußballs? Schon bei der Gründungself voriges Jahr schlugen die Emotionen hoch: Wolfgang Overath nicht in der Hall of Fame im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund - wie kann das sein? Nun wählte die Sportjournalisten-Jury fünf neue Ikonen. Mindestens zwei Namen sind sehr überraschend.

Zu lange haben sich die Deutschen mit dem Gedanken gequält, ob Thomas Müller und Mats Hummels eine Nachspielzeit in der Nationalmannschaft vergönnt sein sollte. Seit Mittwoch weiß man: Man sollte keine Sekunde mehr darauf verschwenden. Es lohnt sich nicht.

Mit Bastian Schweinsteiger beendet eine Legende ihre Karriere, der vermutlich letzte Volksheld des deutschen Fußballs. Wie "Schweini" wurde, was er ist? Nicht nur durch sportliche Erfolge, sondern vor allem durch seine geradlinige Art und seine Boxer-Mentalität. 

Das große Glück von Borussia Dortmund besteht darin, dass der Rückstand auf Bayern München lediglich zwei Punkte beträgt. Der Verlust von sechs Punkten aus drei Bundesliga-Spielen, die jeweils 2:2 endeten, ist noch immer reparabel. Zur Tabellenführung fehlen vier Zähler. Nur eines ist klar: Der BVB muss dringend etwas ändern. So kann es nicht weitergehen.

Vermutlich wird Rouwen Hennings für die folgenden Sätze eine saftige Strafe beim DFB kassieren. Der Stürmer von Fortuna Düsseldorf sagte gestern Abend, als ihn nach dem 1:3 bei Hertha BSC der Frust überwältigte, bei DAZN: "Die mogeln sich das zurecht. Das geht mir völlig auf den Keks. Da wird mir schlecht." Ja, richtig geraten: Es geht um ein Handspiel.

Ja, auch für ein 7:2 bei Tottenham Hotspur, für diesen spektakulären Sieg gestern Abend in London, gibt es am Ende nur drei Punkte in der Champions League. Doch aus der Tabellenführung mit jetzt sechs Punkten und 10:2 Toren in der Vorrundengruppe B kann Bayern München die Gewissheit ziehen, dass der Kader international wettbewerbsfähig ist. 

Leere Zuschauerränge, Hitzewallung bei jedem Schritt, sterile Atmosphäre wie in jedem verdammten Versuchslabor: Die Live-Bilder von den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha verschaffen deutschen Fernsehzuschauern endlich eine Vorstellung davon, wie die Fußball-WM 2022 in Katar laufen könnte.

Schalke statt BVB auf Bayern-Jagd: Wenn es jemals eines Beweises bedurft hätte, dass Trainer einen maßgeblichen Einfluss auf die Spielweise ihrer Mannschaft haben, dann hat ihn David Wagner jetzt erbracht.

Im Herbst haben wir uns wochenlang darüber aufgeregt, dass Deutschland nicht den Klassenerhalt in der Nations League schafft. Seit gestern wissen wir: War alles nur ein Spaß.

Jürgen Klopp ist Deutschlands Bester. Gar keine Frage, er hat diese Auszeichnung verdient. Welttrainer des Jahres: Damit ist der ehemalige Trainer von Mainz 05 und Borussia Dortmund auf einer Stufe mit Jupp Heynckes und Joachim Löw. Wann wird ihm endlich der Job des Bundestrainers angeboten?

Das erste Montagsspiel der neuen Saison bestreiten der VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim. Zwei Mannschaften, die in der Vergangenheit null TV-Einschaltquote erzielt haben. Von möglichen Protesten oder Verzögerungen wird man also erst am Dienstag in der Zeitung erfahren.

Uli Hoeneß scheint ein merkwürdiges Verständnis von der Pressearbeit in Deutschland zu haben. Missmutig stellte er am Mittwochabend fest, dass der Torwart Marc-André ter Stegen zwar Unterstützung durch die westdeutsche Presse (sic!) erfahre, sein Manuel Neuer aber nicht von der süddeutschen Presse (sic!). Sein nächster Satz hätte sein können: Das ist ungerecht und gemein.

Man wartet nur darauf, dass Manuel Neuer, der Kapitän des FC Bayern, heute Abend die Angriffe seines Torwartkollegen Marc-André ter Stegen kontert und nach dem Belgrad-Spiel in der Champions League ausfällig wird. Er hat alle Argumente auf seiner Seite.

Beim ersten Hamburg-Derby der Zweitligisten St. Pauli gegen den HSV am Millerntor im Frühjahr sah sich Schiedsrichter Brych fast zum Abbruch der Partie gezwungen. Droht St. Pauli heute wieder ein Flammenmeer?

Der eine Hoeneß-Satz wirkte zunächst nicht besonders lang und wuchtig, als er am Donnerstag in einer Vorabmeldung über die Nachrichtenagenturen jagte. Erst auf den zweiten Blick entfaltete die Forderung von Uli Hoeneß eine Kraft, die man entweder als Energie-Verschwendung oder eben als hochexplosiv bezeichnen könnte.

Die neue Beliebtheitsstudie zur Fußball Bundesliga ist da: Sie analysiert, welcher Verein ist am beliebtesten und weshalb - aber aus Sicht der Fans. Geht es darum, wie ernst die Fans vom Verein genommen werden, scheint Borussia Mönchengladbach fast alles richtig zu machen - oder zumindest besser als beispielsweise der FC Schalke 04.

Aus zwei Gründen produziert Diego Maradona in diesen Tagen Schlagzeilen. Beim abstiegsbedrohten Klub Gimnasia La Plata in Argentinien hat der frühere Nationalheld eine Trainerstelle angetreten, Zehntausende von Menschen feierten die Rückkehr ihres von Gott geliebten Heilsbringers.

Nicht erst seit dem 2:4 gegen die Niederlande hat sich eine Stimmung gegen Joachim Löw als Bundestrainer breitgemacht, die man nicht ignorieren oder als lästiges Unkenrufen in den Sozialen Medien abtun kann. Der Weltmeister-Trainer von 2014 gerät in Erklärungsnot.

Das letzte Mal, dass die deutsche Nationalmannschaft in einem Pflichtspiel zu Hause vier Gegentore kassierte, ist sieben Jahre her. Das legendäre 4:4 nach 4:0-Führung gegen Schweden ist unvergessen. Freitagabend hat’s Deutschland wieder erwischt: Vier Dinger in Hamburg - 2:4 gegen die Niederlande. Doch diesmal ist eine Sache entscheidend anders.

Eines vorweg, damit kein Missverständnis aufkommt: Man kann nur froh sein, dass das peinliche Theater um Bakery Jatta endlich beendet ist, die Behörden alle Spekulationen um seine Identität gestoppt haben und die drei Zweitligisten endlich die Einsprüche gegen ihre HSV-Spiele zurückziehen mussten.

Die Rekordsumme von 700 Millionen Euro für 159 neue Bundesliga-Profis in diesem Sommer übersteigt das Fassbare.

Nachdem der BVB eine blamable 3:1 Niederlage bei Union Berlin einfährt gerät Lucien Favre in Erklärungsnot.

Zwei Jahre: So lange dauert die Probezeit, die der Aufsichtsrat des FC Bayern seinem designierten Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn aufdiktiert hat. Offiziell zum 1. Januar 2020 tritt der Torwarttitan seinen Job als Vorstandsmitglied an. Zum 1. Januar 2022 soll er den Vorstandsvorsitz von Karl-Heinz Rummenigge übernehmen.