Ritter und Drachen, Polizisten und Prinzessinnen, Meerjungfrauen und kleine Detektive – die Welt der Kinderbücher ist bunt und immer gibt es ein Happy End. Na ja, fast immer.

Denn es gibt auch Autoren, die das Medium Kinderbuch nutzen, um ernste und schwierige Themen auch den jüngsten Lesern näherzubringen. Kindgerecht und unterhaltsam. Und das sogar bei vermeintlichen Tabu-Themen wie Tod, Krankheit, Missbrauch und Arbeitslosigkeit.

Alle Bestenlisten hier in der Übersicht

1. "Nein! Nein! Ich steig in kein fremdes Auto ein"

Gut, dass es dieses Buch gibt. Schade, dass es dieses Buch geben muss. Es behandelt das größte Angstthema vieler Eltern, adressiert aber die Betroffenen. Nämlich die Kinder, die von Fremden angesprochen werden. Wie reagiert man richtig?

Die Antwort auf diese wichtige Frage gibt die bebilderte Geschichte von Marie und ihrem kleinen Bruder Max, die auf dem Weg zum Kindergarten von einem Autofahrer angesprochen werden. Die Autorin Petra Lazik kennt das Thema auch von Berufs wegen bedrückend gut: Sie ist ehemalige Kriminalhauptkommissarin und hat in Fällen sexueller Gewalt an Kindern ermittelt.

Verlag: Coppenrath, Autorin: Petra Lazik

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2. "Leyla und Linda feiern Ramadan"

Im Sommerurlaub ist Linda zu Gast bei der Familie ihrer Freundin Leyla in der Türkei. Zusammen feiern sie Ramadan. Linda begreift schnell, dass Ramadan und das Zuckerfest für viele Muslime so wichtig ist wie in Deutschland die Weihnachtszeit. Die Freundschaft der Kinder ist ein Plädoyer für interkulturelle Offenheit und gegenseitiges Verständnis. Der Text ist sowohl in deutscher wie türkischer Sprache verfasst.
Verlag: Talisa, Autoren: Arzu Gürz, Abay Sibel Demirtaş

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3. "Aktion Springseil"

Was genau da passiert, verstehen Kinder nicht. Aber sie spüren: Irgendetwas ist plötzlich ganz anders. "Aktion Springseil" ist – so der Untertitel – "Ein Kinderfachbuch für Kinder, deren Eltern sich getrennt haben". Die Bildergeschichte begleitet Tim (11) und Lena (7) bei der schwierigen Phase, in der Familie nicht mehr das ist, was es bisher war.

Zusammen mit den Protagonisten bekommen auch betroffene Kinder Hilfestellungen für die neue Situation. Lernen können auch die Eltern dabei etwas wichtiges: Die Trennung vom Partner ändert nichts an der Bindung zum Kind.
Verlag: Mabuse Verlag, Autoren: Barbara Siegmann-Schroth, Schirin Homeier

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4. "Wo bitte geht’s zu Gott, fragte das kleine Ferkel"

"Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen", so der Untertitel. Auch das kleine Ferkel und der Igel wollen sich nichts vormachen lassen. Als jemand ein Plakat aufhängt mit dem Slogan "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!", hinterfragen sie ebenso neugierig wie kritisch die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam.

Humorvolle Religionskritik in einem Kinderbuch? Das war bei der Erstausgabe 2007 zu viel für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Ministerium wollte das Buch verbieten lassen, doch der Antrag auf Indizierung wurde abgelehnt.
Verlag: Alibri, Autoren: Michael Schmidt-Salomon (Text), Helge Nyncke (Illustrationen)

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5. "Als Oma seltsam wurde"

Eines Tages beginnt Oma, sich reichlich merkwürdig zu verhalten. Dass sie das Bäckerauto nicht erkennt, ist verzeihbar. Aber als sie sich nicht mal an seinen Namen erinnert, ist ihr Enkel irritiert. Der soll auf Omas Geld achtgeben, doch noch wichtiger wird es, auf Oma selbst aufzupassen. Kann ein Arzt helfen? Die Geschichte beschreibt Kindern einfühlsam, was geschehen kann, wenn die Großeltern alt werden und geistig abbauen. Trotz des ernsten Themas bleibt die Botschaft aber eine optimistische.
Verlag: Beltz & Gelberg, Autoren: Ulf Nilsson, Eva Eriksson

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6. "Über den großen Fluss"

"Ich muss jetzt gehen", sagte der Hase. "Und ich kann dich nicht mitnehmen." Es ist ein Abschied für immer, den der Waschbär nehmen muss. Und das tut weh. Mit Illustrationen und Einfühlungsvermögen versucht das Buch in kindgerechte Worte zu fassen, was selbst Erwachsenen schwer fällt: trauern. Am Ende steht nicht die Schwermut, sondern etwas, was stärker ist als der Tod. Der Schatz der Erinnerungen derer die zurückbleiben und sich gegenseitig Halt geben. Und vielleicht gibt es ja sogar mehr zwischen Erde und Himmel als nur das Sichtbare?
Verlag: Sauerländer, Autoren: Armin Beuscher (Text), Cornelia Haas (Illustrationen)

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7. "Ramas Flucht"

Zweisprachig in Deutsch und Arabisch erzählt das Bilderbuch davon, wie Rama mit seiner Familie über das Meer vor dem Krieg flieht. Freude und Angst, Leid und Hoffnung wechseln sich ab. Etwas ganz besonderes sind die Illustrationen: Der syrische Künstler Nizar Ali Badr zeigt die Story anhand von gelegten Steinmännchen. Wie es ihm gelingt, Steine zum Leben zu erwecken ist ebenso emotional wie die poetische Geschichte, die mit wenigen Worten das Schicksal der Flüchtlinge hautnah spürbar macht.
Verlag: Gerstenberg, Autoren: Margriet Ruurs (Text), Nizar Ali Badr (Illustrationen)

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8. "Ein mittelschönes Leben"

"Früher war der Mann auch mal ein Kind, das ist ja logisch." So beginnt die Geschichte des Mannes, der ein schönes Leben führte, bis er Arbeit, Kinder und Job verlor. Ein Teufelskreis, der ihn aus dem normalen Leben in die Obdachlosigkeit zog. Ein schwieriges Thema, bei dem Erwachsene gerne wegschauen, wird Kindern behutsam erklärt. Ein Anhang beantwortet reale Schülerfragen zum Thema Obdachlosigkeit.
Verlag: Hinz & Kunzt, Autorinnen: Kirsten Boie (Text) & Jutta Bauer (Illustrationen)

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9. "Klär mich auf"

Viele Eltern fragen sich, ab welchem Kindesalter das Thema Liebe und Körperlichkeit nicht mehr verschwiegen werden sollte. Fachleute raten dazu, schon im Grundschulalter Aufklärung zu betreiben, wenn die Kinder neugierige Fragen haben. Dieses Buch beinhaltet – wie der Untertitel verrät - "101 echte Kinderfragen rund um ein aufregendes Thema." Grundschulkinder durften ihre Fragen anonym auf Zettel schreiben. Die Sexualpädagogin Katharina von der Gathen und die Cartoon-Zeichnungen von Anke Kuhl beantworten die Fragen in diesem Buch auf kindgerechte und humorvolle Weise.
Verlag: Klett, Autorinnen: Katharina von der Gathen (Text), Anke Kuhl (Illustrationen)

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10. "Einfach Sontje"

"Warum seid ihr so traurig?", fragte die Tochter ihre Eltern während Mama mit ihrer jüngeren Schwester Sontje schwanger ist. "Die Kinder mit Down Syndrom können doch auch lachen und laufen!" Was das Mädchen intuitiv spürt, lernen auch die Eltern als Sontje auf die Welt kommt. Die wahre Geschichte der Familie wird aus der Sicht der großen Schwester Antonia erzählt. Sontje und ihre Familie wurden ein Jahr lang von den Fotografinnen Maria Irl und Charlotte Sattler begleitet. Die vielen Fotos im Buch sagen oft mehr als Worte.
Verlag: Neufeld Verlag, Autorin: Michaela Hilgner

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11. "Keine Angst in Andersrum"

Im Land Andersrum lieben Männer Männer und Frauen Frauen - doch eines Tages verliebt sich ein Mann in eine Frau. Ein Skandal, den die Andersrummer ganz schön unnatürlich finden. In ihrem ersten Kinderbuch zeigt Travestiekünstlerin Olivia Jones anhand eines tollen Gedankenexperimentes, dass es gar nicht so schlimm ist, "anders" zu sein.

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf, Autorin: Olivia Jones

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