Apple Pay wird in absehbarer Zeit auch in Deutschland starten. Tim Cook persönlich hat den Startschuss gegeben. Allerdings sind noch Fragen offen.

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Apple bringt seinen iPhone-Bezahldienst Apple Pay rund vier Jahre nach dem Start auch nach Deutschland. Der Service werde hierzulande bis Ende des Jahres eingeführt, sagte Konzernchef Tim Cook in einer Analystenkonferenz zur Vorlage aktueller Quartalszahlen.

Wie funktioniert Apple Pay?

Bei Apple Pay können ein iPhone oder eine Computer-Uhr von Apple die EC- oder Kreditkarte ersetzen.

Zum Bezahlen hält man die Geräte im Geschäft an das Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk unterstützen – ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet. Außerdem kann man mit Apple Pay auch bei Online-Käufen sowie in Apps bezahlen.

Welche Banken teilnehmen werden, gab Apple-Chef Cook noch nicht bekannt.

Über einen Deutschland-Start wurde viel spekuliert. Das System wurde im September 2014 vorgestellt. In vielen anderen europäischen Ländern – zum Beispiel Frankreich, Schweiz, Spanien oder Österreich – hat Apple den Dienst bereits eingeführt.

In Deutschland gewinnen die Angebote zum Bezahlen per Smartphone gerade nach jahrelangem Nischendasein an Fahrt. Vor einigen Wochen brachte Google seinen Konkurrenzdienst nach Deutschland, erst diese Woche gingen die Sparkassen mit ihrem eigenen Service an den Start.

Auf dem iPhone kann bisher nur Apple Pay auf den NFC-Chip des Geräts zugreifen, der für das kontaktlose Bezahlen benötigt wird. Damit müssen sich die Banken bei ihren eigenen Angeboten auf Geräte mit dem Google-System Android beschränken oder für iPhone-Nutzer auf weniger bequeme Lösungen wie Strichcodes auf dem Bildschirm ausweichen.

Apple Pay sei aktuell in 24 Märkten verfügbar, sagte Cook. Im vergangenen Quartal seien über den Dienst eine Milliarde Transaktionen abgewickelt worden – mehr als drei Mal so viele wie ein Jahr zuvor. Im Heimatmarkt USA, wo Apple Pay bereits seit Herbst 2014 verfügbar ist, geben nun auch die großen Drogerieketten CVS und 7/11 ihren Widerstand auf und werden demnächst Zahlungen über den Dienst annehmen.

Gewinne dank iPhone

Der US-Konzern übertraf im vergangenen Quartal die Erwartungen der Analysten und ist auf Kurs, die Marke von einer Billion Dollar beim Börsenwert zu knacken.

Apple steigerte im vergangenen Quartal den Umsatz im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 53,3 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn stieg um 32 Prozent auf gut 11,5 Milliarden Dollar.

Der iPhone-Absatz legte um ein Prozent auf 41,3 Millionen Geräte zu und lag damit leicht unter den Expertenschätzungen. Doch beim durchschnittlichen Verkaufspreis pro Telefon übertraf Apple mit 724 Dollar deutlich den von Analysten erwarteten Wert von knapp 694 Dollar. Vor einem Jahr waren für ein iPhone im Schnitt noch gut 600 Dollar bezahlt worden.

Diese Entwicklung bedeutet, dass sich das teurere iPhone X weiterhin gut verkauft.

Laut Konzernchef Tim Cook war es erneut das populärste Modell. Der iPhone-Umsatz sprang im Jahresvergleich entsprechend um ein Fünftel hoch. Das half auch dem Konzern insgesamt, die Umsatzerwartungen von rund 52 Milliarden Dollar zu übertreffen. Für das laufende Quartal prognostizierte Apple einen Umsatz von 60 bis 62 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls über den Schätzungen.

Die Aktie legte im nachbörslichen Handel am Dienstag um mehr als drei Prozent zu. Der nachbörsliche Kursanstieg hob den Firmenwert auf über 960 Milliarden Dollar. (fab/dpa)

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