Mehr Platz in Apples Web-Speicher zum Nulltarif!

Falls Sie die kostenlose Variante von iCloud nutzen, bekommen Sie nur 5 GB Speicherkapazität - ein Witz in der heutigen Zeit. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den Platz bestmöglich nutzen!

Jedes iCloud-Konto bekommt zu Beginn 5 GB Speicherplatz. Für ein paar Bilder reicht das - aber irgendwann kommen immer mehr dazu, dann noch ein Urlaubsvideo, vielleicht ein bisschen Musik oder auch berufliche Dokumente. In den vergangenen Jahren hat Apple zwar immer bessere Angebote für mehr Speicherplatz gemacht, doch an der Ausgangskapazität hat das nichts geändert. Unschön ist das vor allem wegen der vielen neuen Funktionen, die Apple seit Beginn von iCloud im Jahr 2011 bereitgestellt hat.

Darunter befindet sich die Foto-Mediathek, mit der Bilder und Videos sehr bequem auf den Servern gespeichert werden können, um sie anschließend auf jedes beliebige Apple-Gerät herunterzuladen. macOS setzt seit Sierra ebenfalls große Stücke auf die Cloud, mit dem iCloud-Desktop etwa steht derselbe Arbeitsplatz auf jedem Gerät bereit.

Klingt alles schön und gut, ist aber für Nutzer der kostenlosen iCloud-Version nur schwer genießbar. Den angesprochenen Desktop etwa können Sie mit nur 5 GB schnell wieder vergessen. Angebote für mehr Speicherplatz sind zwar vorhanden - wie etwa 50 GB für 1 Euro pro Monat. Wer davon allerdings beispielsweise nur 10 GB nutzt, verschwendet trotzdem Geld. Daher gilt: Versuchen Sie zuerst, die bestehende iCloud-Umgebung aufzuräumen!

Verabschieden müssen Sie sich wahrscheinlich von dem Gedanken, Fotos und größere Dokumente in der Cloud zu speichern. Die allermeisten anderen Daten sind jedoch sehr genügsam, darunter Kontakte, Termine, Aufgaben oder auch Spielstände von Apps auf iPhone und iPad. Dabei handelt es sich nur um Textdaten und Datenbankeinträge, die wenige Kilobyte fressen. Sehr viel mehr Platz genehmigen sich vor allem Ihre E-Mail-Postfächer sowie Backups, die iOS automatisch anlegt.

E-Mails sind jedoch nicht der beste Ansatz zum Aufräumen: Erstens ist diese Arbeit sehr aufwendig, Sie müssen viele Stunden oder gar Tage investieren, bis Ordnung herrscht. Am Ende gewinnen Sie bei reinen Text-Mails jedoch nur wenige Kilobyte pro Mail. Dieser Aufwand ist es in der Regel nicht wert. Deutlich bessere Chancen haben Sie mit den iOS-Backups - und das geht sowohl auf iPhone als auch iPad und Mac.

Schauen wir uns zuerst an, wie Sie am Mac für Platz in der iCloud sorgen.

Gehen Sie zuerst in die Systemeinstellungen von macOS und dann in "iCloud" und "Verwalten". Welche Anwendungen und Daten wie viel Speicher einnehmen, sehen Sie in diesem Fenster. Wahrscheinlich werden Sie hier auf E-Mails stoßen. Öffnen Sie jetzt die Mail-App und stellen Sie das Programm so ein, dass Nachrichten lokal und nicht in iCloud hinterlegt werden. Wählen Sie dazu Ihr Postfach in Mail aus und klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf. Über "Postfach exportieren" lagern Sie jetzt alles aus und bestimmen auch den Auslagerungsort. Leeren Sie zu guter Letzt das Mailarchiv in iCloud, um auf diese Weise Speicherplatz freizuschaufeln.

Jetzt gehen Sie wieder in das Verwaltungsmenü von iCloud. Dort können Sie zahlreiche Dokumenttypen finden, wie Dateien aus Pages, Keynote, Numbers oder Textedit sowie PDFs und Bilder in der Vorschau-App. Bedenken Sie, dass Sie im Ursprungszustand Daten dieser Art nur komplett löschen können. Falls Sie einzelne Dateien eines bestimmten Typs verbannen möchten, brauchen Sie Hilfe in Form kostenloser Tools wie . Damit haben Sie mehr Optionen. Wundern Sie sich nicht, wenn beim Start von Plain Cloud eine Warnung erscheint: Der Entwickler ist nicht verifiziert, das Tool ist aber absolut ungefährlich.

Wenn Sie jetzt auf "Backups" gehen, werden Sie auch Sicherungen vieler anderer iOS-Geräte entdecken, sofern Sie welche nutzen. Löschen Sie diese unbedingt - vor allem dann, wenn Sie diese Geräte gar nicht mehr benutzen oder vielleicht weiterverkauft haben. Je nach Umfang dieser Backups schaufeln Sie damit eventuell gleich mehrere GB frei.

Auch auf mobilen Geräten gibt es Möglichkeiten für einen Platzgewinn. Beim iPhone sind es ganz klar die Bilder, die den Großteil der Kapazität beanspruchen. Videos schlagen in dieselbe Kerbe. Alle Aufnahmen werden, sofern Sie nicht selbst etwas an den Einstellungen des iPhones und iCloud ändern, standardmäßig auf den Servern von Apple gespeichert. Dazu kommt dann noch der Fotostream. Falls Sie dieses Backup deaktivieren, befreien Sie wahrscheinlich mit dieser einen Aktion mehrere GB Speicherplatz. Für das Backup Ihrer Bilder müssen Sie dann aber unbedingt selbst sorgen, um nicht irgendwann Ihre Erinnerungsfotos zu verlieren.

Gehen Sie dazu zunächst in die App Einstellungen und tippen Sie dann ganz oben auf Ihren Namen. Danach suchen Sie nach "iCloud" und finden dann ganz oben "Speicher". Hier sehen Sie, wie viel Kapazität für welche Datentypen verlorengeht. Tippen Sie dann auf dieses Segment und anschließend auf "Speicher verwalten". Dort sehen Sie dann die "Backups" und ein Symbol des Geräts, das Sie gerade verwenden. Tippen Sie auch darauf!

Danach sehen Sie nach einer kurzen Wartezeit alle Apps und wie viel Speicherplatz diese beanspruchen. Falls Sie einen Schalter antippen, löscht iCloud automatisch die in diesem Datentyp befindlichen Dateien. In Zukunft werden dann auch nicht wieder automatisch Backups angelegt. Ansetzen sollten Sie nicht nur bei den Fotos: Beispielsweise gibt es Apps, mit denen Sie Videos von YouTube & Co. herunterladen können. Diese nehmen abhängig von ihrer Qualität enorm viel Kapazität ein. Eine halbe Stunde HD-Videomaterial kann schnell einige Gigabyte klauen.

Glücklicherweise ist iOS recht schlau und zeigt gleich ganz oben diejenigen Programme, die auch am meisten Platz in Anspruch nehmen. Falls Sie sich vertippen, müssen Sie sich auch nicht ärgern: iOS fragt vor der Löschung noch einmal nach, ob die Daten wirklich vernichtet werden sollen. Denken Sie außerdem daran, dass immer nur das Backup gelöscht wird. Auf dem iPhone oder iPad in Ihren Händen bleibt alles erhalten. Nur beim manuellen Wiederherstellen des Geräts später haben Sie dann ein Problem, da Ihre Daten in der Cloud nicht vorhanden sein werden. Daher ist es so wichtig, dass Sie sich rechtzeitig um eigene Backups kümmern und diesen auch regelmäßig nachkommen.

Übrigens: Haben Sie mehrere iOS-Geräte im Einsatz, müssen Sie diese Tipps für jedes Gerät einzeln umsetzen.© IDG