Kühlschrank, Haustür, Garagentor und sogar der Parkplatz - alles wird in Zukunft intelligent und soll uns in unserem Alltag unterstützen. Wir zeigen, was es mit dem sogenannten Internet der Dinge auf sich hat - und wo die Chancen, aber auch die Risiken liegen.

An intelligente Telefone haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Mit dem Handy telefonieren wir jedoch immer weniger, sondern surfen damit vielmehr im Internet, kommunizieren per Messenger, organisieren unser Leben, das wir per Apps festhalten und dessen Erlebnisse wir mit anderen teilen. Immer wieder hört man von der "Mobilen Revolution", die unseren Alltag verändert hat.

Doch was kommt als Nächstes? Wie sieht die Evolution der Vernetzung aus? Für viele Experten ist klar: Es ist das sogenannte Internet of Things, also das Internet der Dinge.

Während das Smartphone letztlich nur ein geschrumpfter Computer ist, mit dem man auch telefonieren kann, das aber letztlich vom Menschen bedient wird, spricht man beim Internet der Dinge davon, dass alles Teil der vernetzten Welt werden kann.

Einfach gesagt: Alles wird intelligent! Der Mülleimer im Stadtpark wird smart, die Waschmaschine wird smart, ja sogar der Mensch wird smart - wenn vielleicht auch nur einzelne Teile davon im Form von Wearables, die wir am Handgelenk tragen, auf die Nase oder in Form von multifunktionalen Kopfhörern ins Ohr setzen.

Maschinen werden intelligenter

Der Kühlschrank, der automatisch eine Bestellung losschickt, wenn der Joghurt ausgegangen ist, galt jahrelang als Beispiel für eine technische Entwicklung, die niemand braucht und die auch lange Zeit gar nicht einfach umzusetzen war.

Mittlerweile ist zumindest die nötige Technik weitestgehend vorhanden. Letztlich benötigt man dafür nur WLAN im Haus und einen Online-Lieferanten, der die Bestellung entgegennimmt, das Paket schnürt und in wenigen Stunden an die Haustür liefert.

Sogar das letzte Puzzleteil für das Internet of Things ist mittlerweile da. Die Technik IPv6, ein Netzwerkprotokoll, das dafür sorgt, dass Geräte im Internet miteinander kommunizieren können, ist die Voraussetzung für die smarte Welt.

Denn während der Vorgänger IPv4 das "Problem" hatte, dass es "nur" vier Milliarden Geräte im Internet managen konnte, sind die Möglichkeiten bei IPv6 irrwitzig groß: 340 Sextillionen IP-Adressen sind möglich.

Die ganze Welt bekommt Internetzugang

600 Billiarden Geräten auf jedem Quadratmillimeter dieser Welt können somit ins Netz funken, Daten übermitteln und etwa mitteilen, dass der eingangs erwähnte Mülleimer im Stadtpark voll ist und geleert werden muss.

In Zukunft schaltet sich also die Heizung zu Hause ein, wenn der Besitzer sich auf dem Heimweg befindet, die Haustür öffnet sich automatisch, wenn er sich ihr nähert und die richtige Beleuchtung und musikalische Untermalung sind auch schon vorhanden.

Das sind viele komfortable Funktionen, die aber eines benötigen: Sehr viele Daten, die das Internet der Dinge problemlos liefert - und genau hier fängt das Problem an.

Denn die wahre Stärke des Internets der Dinge kommt erst dann zum Tragen, wenn die Daten auch intelligent ausgewertet werden.

Natürlich ist es sinnvoll, dass die Stadtmitarbeiter den Mülleimer im Park dann anfahren und leeren, wenn er auch wirklich voll ist.

Doch idealerweise fahren die Arbeiter beispielsweise erst dann ihre Route ab, wenn der Verkehr am geringsten und der Strom zum Aufladen des Elektrofahrzeugs der Kommune am günstigen ist.

Viele Daten - viele Gefahren

Dafür müssen viele Daten gesammelt und ausgewertet werden - vermutlich an manchen Stellen auch zu viele. Denn das Internet der Dinge zeichnet Verhaltensmuster und Bewegungsprofile der Menschen auf, kann es mit unserem Kommunikations- und Essverhalten kombinieren und weiß dadurch sehr genau, wer wir sind und was wir den ganzen Tag so treiben.

All diese Daten bieten logischerweise viel Potenzial, missbraucht und gegen uns verwendet zu werden. Möchte man ein düsteres Bild malen, kommt schnell der Punkt auf, dass uns Versicherungen noch häufiger analysieren, uns der Staat noch präziser observiert und Händler unser Verhalten noch individueller sezieren, um uns noch passendere Werbung zu unterbreiten.

Cyberkriminelle gelangen mitunter durch das Internet der Dinge noch einfacher in unsere Privatsphäre und können uns ausrauben - alles Szenarien, die nicht völlig utopisch sind.

Daher ist die Diskussion um Datenschutz nötig, da es in der Branche nicht nur an Sicherheitsstandards fehlt, sondern auch an einer generellen Sensibilisierung für das Thema Datenschutz.