Die Stärken des iPad 2018 sind Leistung und Akkulaufzeit.

Das iPad 2018 wird auch iPad 6 genannt und punktet vor allem in Sachen Leistung und Akku. Wir stellen Ihnen das Apple-Tablet ausführlich vor.

Wer schon seit Längerem auf iPads für die Arbeit und die Freizeit setzt, spürt bereits beim Auspacken von Apples iPad 6 eine Vertrautheit mit dem Gerät. Das liegt vor allem daran, dass das Gehäuse dem des iPad Air von 2013 bis hin zu den Schnittstellen entspricht. Die Lightning-Buchse sorgt für schnelles Aufladen und unterstützt Peripherie und auch auf einen Kopfhöreranschluss dürfen sich die Nutzer weiterhin freuen. Das Gerät verfügt über einen zuverlässigen Touch-ID-Button, sodass Face ID auch weiterhin ausschließlich beim iPhone X zu finden ist. Das moderne Design und die hohe Leistungsfähigkeit machen das Gerät gleich beim ersten Einsatz beliebt.

Bei der Vorstellung des iPad 2018 wurde ausdrücklich betont, dass sich das Gerät sehr gut für den Einsatz in Schulen eignet. Allerdings haben auch Privatanwender und Firmen reichlich Gelegenheit, um das iPad einzusetzen und um damit zu arbeiten. Apples Marketingstrategie spricht allerdings dafür, dass solchen Anwendern wohl eher die Pro-Modelle des Konzerns verkauft werden sollen. Im Test sind wir daher gezielt der Frage nachgegangen, ob sich eine Investition in das deutlich teurere iPad Pro 10,5 lohnt oder ob das iPad 2018 die sinnvollere Alternative ist.

Das iPad 2018 ist mit einem 9,7-Zoll-Display mit einer Auflösung von 2048 x 1536 Pixel bei 264 ppi ausgestattet und steht dem Vorgängermodell somit in nichts nach. Die IPS-Technologie sorgt dafür, dass von nahezu jedem Blickwinkel aus auf das Display geschaut werden kann und die große Helligkeit sorgt noch einmal zusätzlich für klare Sicht. Weitere Features wie eine automatische Farbanpassung mittels True-Tone-Technologie oder erweiterter Farbraum stehen allerdings nicht zur Verfügung. Der Farbraum sRGB ist obligatorisch, führt aber auch zu konkreten, wenn auch etwas matten Farben. Eine HDR-Unterstützung ist ebenfalls nicht gegeben, weswegen sich all diejenigen die Anschaffung gut überlegen sollten, die über das iPad gerne Filme gucken möchten. Für die meisten Einsatzgebiete ist die vorhandene Bildqualität allerdings optimal und HDR macht sich am Fernseher (unserer Meinung nach) sowieso besser.

Deutlich kritischer ist jedoch die Tatsache zu sehen, dass das laminierte Display des iPad 2018 im Vergleich zum iPad Pro viel stärker spiegelt. Beim Einsatz in Innenräumen stellt das kein Problem dar, bei Sonneneinstrahlung dafür umso mehr. Allerdings scheint die Nutzer-Community hiervon kaum berührt zu sein, denn bei Bewertungen rund um das Vorgängermodell wurde dieses Problem kaum angesprochen. Das liegt vermutlich daran, dass die Helligkeit des iPads die Spiegelungen der Sonne bis zu einem gewissen Grad ausgleichen kann. Hinzu kommt, dass ein solch simpel konzipiertes Display den Kaufpreis des Geräts deutlich senkt. Zudem sind auch Reparaturen an einem solchen Display viel günstiger als bei anderen Modellen. So sind die pauschalen Apple-Gebühren beim iPad Pro 10,5 etwa doppelt so hoch wie beim iPad 2018. Nicht zuletzt ist das Displayglas als Ersatzteil schon sehr preiswert zu haben.

Das Design des Gehäuses ist zwar ein wenig in die Jahre gekommen, aber es ist nach wie vor sehr funktional und sorgt dafür, dass das Gerät gut in der Hand liegt. Das iPad ist zwar etwas dicker als das vergleichbare Pro-Modell, wirkt insgesamt aber sehr wertig. Der Unterschied liegt bei gerade einmal 1,1 mm und ist wirklich nur erkennbar, wenn beide Geräte unmittelbar miteinander verglichen werden. Das Gewicht und die Maße sind mit denen des 10,5-Zoll-Modells vergleichbar, allerdings ist der Bildschirm etwas kleiner.

Apple hat dem neuen iPad eine verbesserte CPU gegönnt, sodass es jetzt nicht mehr auf dem iPhone 6S fußt, sondern mit dem iPhone 7 verglichen werden kann. Es handelt sich um eine A10-CPU mit einer Geschwindigkeit von 2,3 GHz und zwei Hochleistungs- und zwei Stromspar-Kernen. Somit unterscheidet sich die CPU des iPad 2018 deutlich von denen der iPad-Pro-Modelle, in denen eine A10 X-CPU verbaut ist. Das wirkt sich ebenso auf die Leistung des Geräts aus wie die Tatsache, dass bei der Grafikeinheit Power VR GT 7600 sechs statt zwölf Kernen zum Einsatz kommen.

Im Einsatz kann an der Performance des Geräts aber nicht gemeckert werden, da es deutlich besser funktioniert als beispielsweise das iPad Pro 9,7 und das iPad 2017. Eine Geekbench 4-Messung bringt dem Gerät beeindruckende 3512 Punkte im Single-Core- beziehungsweise 5981 Punkte im Multi-Core-Test ein. Im Vergleich: Bei einer entsprechenden Messung auf dem iPad Pro 10,5 wurden 3881 beziehungsweise 9190 Punkte erreicht. Die Pro-Variante ist dank ihrer zusätzlichen Hochleistungs-CPU somit im Multi-Core-Test deutlich besser, im Single-Core-Test aber vergleichbar. Zwar schwanken die Werte bei einer Geekbench-Messung jedes Mal ein wenig, sie ist aber dennoch ein hilfreiches Tool, um zwei unterschiedliche Geräte miteinander vergleichen zu können.

Im Single-Core-Test bringen iPad Pro 10,5 und iPad 2018 nahezu dieselbe Leistung, allerdings erschien die iPad Pro-Linie bereits 2017 und wird demnächst vermutlich generalüberholt. Dann ist davon auszugehen, dass bei den neuesten Vertretern bereits eine A11-CPU zu finden sein wird, wie sie heute schon im iPhone X gebräuchlich ist.

Um die Metal-Performance und andere Eigenschaften des iPad 2018 herauszubekommen, wird ein sogenannter Geekbench-Text Compute durchgeführt. Hierbei erreichte das Gerät 13013 Punkte, was einer Steigerung um 30 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell entspricht. Das liegt vor allem daran, dass das neue Gerät über die gleiche CPU und Grafiklösung wie das iPhone 7 verfügt. Die Pro-Modelle arbeiten hingegen mit 12-Kern-Varianten, sodass sie in demselben Test auf einen Wert von 29140 Punkten kommen. Eine leistungsfähigere Grafikeinheit hat aber nur dann einen Wert, wenn die verwendeten Apps diese auch unterstützen. So bringen die Pro-Modelle nur dann einen Vorteil, wenn die Anwendungen in der Lage sind, mit mehreren Kernen umzugehen. Wenn hingegen Safari und Office genutzt werden, ist die Performance des iPad 2018 derjenigen der Pro-Modelle gleichwertig und selbst das Laden komplexer Webseiten geht ähnlich schnell und zuverlässig.

Ebenso können moderne Spiele mit der vorhandenen Leistung problemlos gespielt werden und im Spieletest Slingshot erreicht das iPad 2018 2733 Punkte. Beim beliebten Spiel PUBG kann bei dem neuen Modell "High" gewählt werden, wohingegen das Vorgängermodell am besten mit "Medium" genutzt wurde. Wer etwa Fortnite und PUBG gerne nutzt, genießt bei einem Wechsel von iPad 5 zum iPad 2018 zahlreiche Vorteile.

Laut Apple sind mit dem iPad 2018 deutlich höhere Transferraten mittels WLAN und Mobilfunk erreichbar. Per WLAN beträgt die Transferrate demnach 866 Mbit und per LTE 300 Mbit. Zudem gibt es die Voreinstellung "Mobile Daten", mit deren Hilfe Nutzer einen der vier Prepaid-Anbieter Always Online, GigSky, Telekom und Truphone wählen können. In Sachen Speicher unterscheidet sich das Gerät aber von den Pro-Modellen. Während Anwender beim iPad 2018 zwischen Modellen mit 32 und 128 GB wählen können, stehen bei den Pro-Varianten nur Geräte mit 64, 256 und 512 GB zur Verfügung. Die Idee hierbei ist vermutlich, dass es nach Möglichkeit nicht zu Überschneidungen kommen soll. In Sachen Geschwindigkeit weiß der interne Speicher zu überzeugen. Ein 128 GB Modell erreicht beim Performance Text Mobile beispielsweise etwa 900 MB/s beim Lesen und 200 MB/s beim Schreiben. Erfahrungsgemäß sind die Schreibraten bei den 32 GB Varianten spürbar niedriger.

Große Sprünge darf man bei der Kamera des iPad 2018 nicht erwarten, da Apple dieselbe Kameratechnik wie beim iPhone 5S verwendet. Die verfügbaren 8 Megapixel sind nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und Videos können maximal in HD-Auflösung aufgenommen werden. Ein Blitz fehlt ebenfalls, weswegen es legitim ist, zu sagen, dass die Kamera nicht ganz aktuell ist. Dennoch gelingen bei klaren Lichtverhältnissen sehr gute Bilder einschließlich HDR-Fotos. Zudem lassen sich AR-Funktionen und Dokumenten-Scans mühelos mit dem iPad 2018 erledigen. Dank der verbauten Hardware wird die Bildqualität spürbar erhöht und auch an den Videos gibt es nichts auszusetzen.

Für kleinere Bild- und Videoprojekte - zum Beispiel im schulischen Bereich - eignet sich das iPad 2018 absolut. Bei der Kamera wären einige Auffrischungen wünschenswert, da die Qualität von Selfies nicht überzeugt. Ebenso ist die Bildqualität stark von den vorhandenen Lichtverhältnissen abhängig. Sobald Schatten vorhanden sind oder Aufnahmen in Innenräumen gemacht werden, treten sehr schnell Bildfehler auf. Ein Vorteil der Kamera ist jedoch, dass sie mit dem Gehäuse abschließt und nicht herausragt. Somit kommt es nicht so leicht zu Beschädigungen und Kratzern wie bei aktuellen iPhones.

Der im iPad 2018 verbaute Akku hat eine Kapazität von 32,4 Wh und entspricht demjenigen im iPad 5. Somit haben Nutzer dieses Geräts ebenso wie Anwender von Pro-Modellen eine Akkulaufzeit von bis zu 10 Stunden zur Verfügung. In unserem Test kam das Gerät auf eine Laufzeit von rund 8 1/2 Stunden und diese Zeit verlängerte sich nicht merklich, als es mit ausgeschaltetem Bluetooth-Modul betrieben wurde. Somit übersteht das Gerät einen durchschnittlichen Arbeitstag problemlos. Zu beachten ist allerdings, dass die Ladezeit des Akkus ebenso langsam ist wie bei den Vorgängermodellen.

Aus Kostengründen kommen im iPad 2018 lediglich zwei Lautsprecher zum Einsatz, die sich klangtechnisch nicht mit den vier Lautsprechern in den Pro-Modellen messen können. Besonders schlecht ist der Klang, wenn das Gerät nicht senkrecht gehalten, sondern horizontal hingelegt wird. Um einfache Videos anzusehen oder in der Küche beim Kochen ein wenig Musik zu hören, ist der Klang aber vollkommen in Ordnung.

Der Apple Pencil ist eine der angenehmen Neuheiten, mit denen das iPad 2018 aufwartet. Bisher konnten sich nämlich nur Nutzer von Pro-Modellen über dieses Feature freuen. Allerdings verfügt das Gerät über keinen "Smart Connector". Diese Schnittstelle wird beispielsweise benötigt, um die Apple Tastatur nutzen zu können. Stattdessen empfiehlt sich beim Einsatz des iPad 2018 eine Bluetooth-Tastatur, weswegen es angenehm ist, dass es mittlerweile eine so große Auswahl an Modellen gibt. Ebenso passen die Gehäuse- und Tastaturhüllen des iPad 5 zu dem neuen Gerät.

Der Stift ist ein hilfreiches Tool bei der Steuerung des iPads. Unter anderem können Zeichnungen und Skizzen mühelos erstellt werden und auch die Unterstützung von iWork-Programmen ist äußerst angenehm. Hierdurch eignet sich der Stift auch fürs Büro, da bei Keynote-, Numbers- und Pages-Dokumenten problemlos Passagen markiert, Notizen verfasst und einfache Illustrationen erstellt werden können. Auf diese Weise wird eine aufwendige Kommentarfunktion überflüssig, da Wörter direkt durchgestrichen sowie Anmerkungen direkt in das Dokument geschrieben werden können. Außerdem eignet sich der Stift für das mobile Schreiben deutlich besser als eine Bluetooth-Tastatur, weil für diese in der Regel eine Unterlage gebraucht wird.

Sehr gut gelöst ist der Schriftwechsel, bei dem die bereits vorhandenen Anmerkungen bestehen bleiben. Ein weiteres Einsatzgebiet des Stiftes ist die Bildbearbeitung. Hier können zum Beispiel die Helligkeit und die Schärfe angepasst werden. Es braucht ein wenig Zeit, bis man sich an den Einsatz des Stiftes gewöhnt hat, danach arbeitet es sich damit aber sehr effizient. Zu den Nachteilen des Stiftes gehört, dass Notizen in Numbers-Dokumenten wie Grafiken behandelt werden. Der laminierte Bildschirm ist etwas dicker, was sich im Einsatz aber nicht negativ bemerkbar macht. Der Test hat allerdings nicht klar ergeben, ob der Stift für den Einsatz in der Schule geeignet ist. Immerhin legen einige Studien nahe, dass der Verzicht auf Notebook und Tablet in der Schule zu besseren Ergebnissen führt.

Insgesamt lässt das iPad Pro 10,5 das iPad 2018 deutlich hinter sich. Es ist kompakter, spiegelt weniger und die Kamera ist besser. Ob das aber den doppelten Preis rechtfertigt, sei dahingestellt. Das iPad 2018 ist für Alltagsaufgaben absolut geeignet und punktet durch seine Stabilität, den Akku, die CPU und den niedrigen Preis.© IDG