So klappt die drahtlose Internetverbindung auch unterwegs.

Daten via WLAN drahtlos mit anderen Geräten und Netzwerken zu tauschen, funktioniert auch ohne Router. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

Für die allermeisten Anwendungsfälle ist WLAN in deutschen Haushalten heute das Mittel der Wahl, um Geräte untereinander zu verbinden und mit dem Internet kommunizieren zu lassen. Notebooks, Desktop-PCs, Tablets, Smartphones, Konsolen, Receiver und auch Smart-Home-Produkte sind mit WLAN inzwischen praktisch immer kompatibel. Sobald Sie die Reichweite des WLAN-Routers verlassen, ändert sich die Sachlage jedoch - normalerweise. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel einige Methoden vor, wie Sie auch unterwegs WLAN verwenden können und so Daten schnell hin und her senden, Streams anschauen und mehr.

Sowohl Notebooks als auch Smartphones können unterwegs ins Internet: Erstere Geräte brauchen dazu in der Regel einen UMTS- oder LTE-Surfstick, im Smartphone ist ein entsprechendes Modem heute immer mit an Bord. Wo Sie sich gerade aufhalten, ist damit nebensächlich, da Sie auch ohne WLAN-Verbindung ins Internet können (Netzabdeckung durch Ihren Provider vorausgesetzt).

Gerade der Weg über Surfsticks ist praktisch mit allen Geräten denkbar, die einen USB-Slot vorweisen können. In den USB-Stick stecken Sie die SIM-Karte, über die dann Ihr Internetzugang eingerichtet und abgerechnet wird. Zwar liegt Deutschland im internationalen Vergleich beim Thema "GB pro Euro" weit hinten, astronomische Kosten müssen Sie aber nicht befürchten. Für berufliche Nutzer gibt es oft auch gar keine Alternative.

Windows 10 (aber auch viele andere Betriebssysteme) bietet praktischerweise außerdem eine Funktion, mit der Sie Ihre Internetverbindung via WLAN mit anderen Geräten teilen. Das Gerät - also etwa ein Notebook - wird damit zu einem WLAN-Hotspot, in den sich andere Geräte jeglicher Art einklinken können. Ein sicheres Passwort ist unterwegs natürlich Pflicht, da auch alle anderen Personen in der Umgebung Ihr WLAN-Signal sehen werden - und so funktioniert es:

1. Gehen Sie in Windows 10 in die Einstellungen und dann auf "Netzwerk und Internet".

2. Links an der Seite sehen Sie etwas weiter unten den Punkt "Mobiler Hotspot". Klicken Sie darauf und gehen Sie anschließend auf "Bearbeiten". Hier geben Sie ein, welche SSID Ihre WLAN-Verbindung haben soll (den Namen können Sie frei aussuchen). Außerdem vergeben Sie ein sicheres(!) Passwort.

3. Bestätigen Sie die Eingaben. Danach betätigen Sie oben den Schieberegler, damit der "Mobile Hotspot" aktiviert wird. Fertig!

Alle anderen Geräte, die sich in Reichweite Ihres Notebooks befinden, werden Sie jetzt wie eine normale WLAN-Verbindung eines Routers wahrnehmen. Die Einwahl sollte problemlos möglich sein. Falls nicht, müssen Sie unter den Firewall-Einstellungen eventuell einige Optionen anpassen.

Der beschriebene Weg klappt zwar, gleichzeitig ist er aber auf Windows 10 beschränkt. Es existieren jedoch einige Tools, die Ihnen diese Funktionen auch unter Windows 7 und Windows 8.1 bereitstellen - wie zum Beispiel "My Public Wifi". Damit können Sie prinzipiell alles genauso einrichten, wie beschrieben. Unter der Haube warten aber noch einige zusätzliche, nützliche Funktionen.

Beispielsweise ist "My Public Wifi" nicht auf den Umgang mit mobilen LTE- und UMTS-Verbindungen beschränkt. Sie können auch einfach einen bestehenden LAN-Anschluss verwenden. Vielleicht haben Sie im Hauskeller aufgrund dicker Betonwände keinen WLAN-Empfang und daher ein LAN-Kabel zu einem PC gelegt. Mit dem Tool könnten Sie jetzt diese Verbindung aufgreifen und Ihren PC zu einem WLAN-Router im Keller machen, der nahegelegene Geräte (Smartphone und Co.) auch dort mit Internet versorgt. Das Tool ist einfach zu bedienen, wirkliche Hürden haben Sie nicht zu befürchten:

1. Starten Sie "My Public Wifi" als Administrator via Rechtsklick auf das Programmsymbol oder die .exe-Datei. Gehen Sie dann auf "Management" und wechseln Sie dort, falls notwendig, von der englischen in die deutsche Sprache.

2. Gehen Sie jetzt in "Verwaltung" in die Sektion "Autostart" und aktivieren Sie dort das Häkchen. Das sorgt dafür, dass das Tool immer automatisch bootet und so Ihr improvisiertes WLAN jederzeit zur Verfügung steht.

3. In den "Einstellungen" hingegen legen Sie noch die SSID des Hotspots sowie das Passwort fest. Wieder einmal gilt: Sichere Passwörter sind bequemen Passwörtern à la "hallo2018" unbedingt vorzuziehen.

4. Zu guter Letzt gehen Sie jetzt auf "Hotspot einrichten und starten". Hier suchen Sie aus, welche Basisverbindung das Gerät benutzen soll, um daraus eine Internetverbindung inklusive WLAN zu basteln.

Jetzt sollte alles funktionieren und Ihre Geräte können sich ohne Einschränkungen auch im Bastelkeller ins WLAN einklinken.

… zumindest teilweise. Wi-fi Direct ist ein Standard, der zwei Geräte via WLAN miteinander verbindet, ohne dass die Kommunikation über einen Hotspot wie z.B. einen Router abläuft. Erfüllt ein Gerät die Spezifikationen, steht es sofort zur Verfügung und bastelt praktisch neben einem vorhandenen WLAN-Netzwerk ein neues Funknetz. Geräte wie ein Smartphone können sich dann verbinden, ohne dass ein Router als Mittelsmann fungieren muss.

Der Vorteil der Technik ist das recht simple Verfahren, denn ein Gerät mit Wi-fi Direct agiert einfach wie ein Router, ohne dass andere Geräte ihren WLAN-Status ändern müssen. Es ist also nicht notwendig, sich aus einem anderen Netz zu entfernen, die neue Verbindung aufzubauen und so weiter. Wi-fi Direct kann auch sehr viele Geräte gleichzeitig verwalten, sodass sich das Verfahren anbietet, um mehrere andere Nutzer simultan ins Internet zu schleusen oder Daten austauschen zu lassen.

Es kann übrigens sein, dass Sie Wi-fi Direct bereits unter anderem Namen kennen: Miracast beispielsweise basiert darauf und wird häufig von Screen-Mirroring-Lösungen genutzt (z.B. für einige HDMI-Sticks für Fernseher, auf die Sie das Bild eines Smartphones übertragen). Ein weiterer Name ist Intel Wireless Display. Beamer, Monitore und Co. bekommen dadurch via Streaming ein Bild von anderen Geräten gesendet, ohne dass unbedingt der Weg über WLAN und Co. erfolgen muss. Je nach Anwendungsbereich kann das sehr praktisch sein.

Eine altbekannte, aber tadellos funktionierende Methode ist das Tethering. Damit basteln Sie aus einem Smartphone einen WLAN-Hotspot. Die Funktionalität dafür ist sowohl in Android als auch iOS vorhanden, auch mit Windows 10 Mobile werden Sie keine Probleme bekommen. Wir beschränken uns dennoch auf die beiden aktuell populärsten Betriebssysteme:

• Tethering via Android

Gehen Sie in die Einstellungen von Android und tippen Sie dann auf "Drahtlos & Netzwerke". Hier werden Sie die Option "Mehr" und "Tethering & Mobiler Hotspot" finden. Sobald Sie auf "Mobiler WLAN-Hotspot" tippen, aktivieren Sie die Verbindung (und auf demselben Wege deaktivieren Sie sie auch wieder). Achtung: Bei der ersten Einrichtung verwendet das Smartphone für SSID und Passwort Standardeinstellungen. Die sollten Sie über "WLAN-Hotspot einrichten" anpassen. Gerade beim Passwort sind komplizierte Ziffern- und Zeichenfolgen ratsam. Da Android von vielen Handy-Herstellern umgestaltet wird, kann es auch sein, dass Sie unsere angegebenen Optionsnamen nicht zu 100 Prozent bei Ihnen wiederfinden. Der ungefähre Weg sollte aber stimmen.

• Tethering via iOS

Setzen Sie auf Apple-Hardware, gehen Sie auch dort in die Einstellungen sowie "Mobiles Netz". Hier tippen Sie dann auf "Persönlicher Hotspot", um Tethering einzurichten. Mit der Aktivierung von "Persönlicher Hotspot" ist die Prozedur auch unter iOS schon abgeschlossen. Derselbe Weg funktioniert auch, um die Verbindung später wieder zu trennen. Wie unter Android sollten Sie auch hier die Standard-Settings ändern. Sobald der Hotspot aktiv ist, sehen Sie am oberen Rand ein Status-Symbol, der Sie über den WLAN-Hotspot informiert. Unterschiede in der Nutzung sollten Sie zu Android nicht wahrnehmen, für externe Geräte ist das Betriebssystem des WLAN-Hotspots völlig nebensächlich.

Wie das alles unter Windows 10 funktioniert, hatten wir bereits beschrieben. Sehen wir uns jetzt noch kurz an, wie Sie Verbindungen aufbauen können:

1. Nehmen Sie sich Ihr Gerät, das Sie mittels WLAN ins Internet bringen möchten - also beispielsweise ein Notebook. Öffnen Sie dort unten rechts die Verbindungsübersicht. Es handelt sich um denselben Ort, den Sie auch normalerweise nutzen, um WLAN-Verbindungen aufzuspüren. Hier wird jetzt der von Ihnen vergebene Name für den WLAN-Hotspot oder der Standardname auftauchen - oft ein Verweis auf den Produktnamen des Handys. Klicken Sie auf die Verbindung und geben Sie das Passwort ein. Die Verbindung steht jetzt und Sie können mit Ihrem Notebook im Internet surfen.

2. Möchten Sie die Verbindung wieder trennen, klicken Sie in der Übersicht wieder darauf und betätigen dann den "Trennen"-Button. Alternativ wechseln Sie einfach in ein anderes Netzwerk, was denselben Effekt hat. Aus Gründen des Stromverbrauchs und der Sicherheit sollten Sie den WLAN-Hotspot an Ihrem Gerät außerdem wieder ausschalten, wenn Sie ihn nicht brauchen. Ansonsten könnten sich andere Personen praktisch permanent mit Ihrem Handy verbinden, wenn Sie einfach durch die Innenstadt laufen.

Es kann auch sein, dass Tethering nicht gleich beim ersten Versuch klappt. Tipp: Deaktivieren Sie das Tethering und legen Sie auch die WLAN-Verbindungen auf allen beteiligten Geräten lahm. Danach schalten Sie alles wieder ein. Das ist die typische "Ausschalten und wieder einschalten"-Problemlösung, die aber auch heute noch erstaunlich gut funktioniert.

Denken Sie auch daran, dass Sie jetzt über die Internetverbindung Ihres Smartphones surfen. Das heißt, dass Sie auch dessen Datenvolumen bzw. das Volumen Ihres Mobilfunktarifs nutzen. Bei ernsthafter Arbeit mit einem Notebook kann es passieren, dass 1 Gigabyte etwa recht schnell verbraucht sein könnte. Bis zum Monatsende hätten Sie dann kein Volumen mehr auf Ihrem Smartphone. Beschränken Sie sich also auf die wirklich notwendigen Dinge, die Sie mit Ihren Geräten anstellen möchten.

Einige kleinere Faktoren machen Tethering auch aus Kostengründen interessant. Bedenken Sie unter anderem die folgenden positiven Eigenschaften dieser Verbindungsmethode:

1. In Hotels ist WLAN teilweise im Preis inbegriffen, teilweise auch nicht. Falls nicht, müssen Sie für diese Tickets recht hohe Preise zahlen. Via Tethering können Sie das vermeiden. Sie nutzen einfach Ihren normalen Tarif und müssen nicht mehrere Euro pro Tag für etwas ausgeben, das Sie nicht brauchen. Wer sehr häufig (beruflich beispielsweise) verreist, wird hier viel Geld sparen können.

2. Tablets gibt es sowohl mit als auch ohne LTE-Modem. Eine Gemeinsamkeit haben sie jedoch alle: Die Versionen mit LTE schlagen gerne mit mindestens 100 Euro Aufpreis zu Buche. Auch das können Sie sich sparen. Sie kaufen einfach ein normales WLAN-Tablet und surfen stattdessen über das Smartphone.

3. Eine zweite SIM-Karte brauchen Sie nicht, wenn Sie die Tethering-Methode nutzen. Eventuell müssen Sie zwar Ihr monatliches Volumen durch den Mehrverbrauch aufstocken, doch diese Kosten bleiben weiterhin deutlich unter den Preisen für eine zweite SIM-Karte plus Tarif.

Sie sehen: Tethering ist auch aus Kostengründen eine Überlegung wert.

Einen kleinen Stolperstein gibt es kurz vor Schluss aber dennoch: Einige Provider möchten schlicht nicht, dass Sie Tethering nutzen. Die Mobilfunkanbieter haben die Macht darüber, ob es Tethering für Ihre Geräte und Tarife gibt oder nicht. Manchmal geht es gar nicht, manchmal nur gegen Aufpreis - und manchmal klappt es auch einfach so. Falls Sie sich ernsthaft dafür interessieren, sollten Sie beim Support Ihres Anbieters nachfragen.

Nicht zu vernachlässigen ist abschließend ein Thema, das Sie beim Tethering vielleicht gar nicht im Kopf haben: der Stromverbrauch. Der Nutzen mobiler Geräte steht und fällt mit ihrer Verfügbarkeit. Ist der Akku leer, ist das Gerät wertlos. Pauschalisieren lassen sich Angaben zur Laufzeit nicht, da sie unter anderem vom Smartphone-Typ, dem verbauten Modem, der Zahl der verbundenen Geräte, der Auslastung der Internetverbindung und weiteren Faktoren abhängt. Aber: Garantiert werden Sie bemerken, dass Ihr Handy wesentlich weniger Laufzeit an den Tag legt, wenn Sie es als WLAN-Hotspot nutzen. Behalten Sie das also unbedingt im Auge, wenn Sie auf das Gerät angewiesen sind.© IDG