Alles über die neuen NAS-Systeme für Zuhause.

Wir haben für Sie Fragen und Antworten zum Thema NAS zusammengestellt. In diesem Artikel finden Sie alle wichtigen Informationen zum NAS (Network Attached Storage).

Dabei handelt es sich um einen netzgebundenen Speicher. Seine Hardware setzt sich aus einem kompakten Rechner mit einer oder mehreren Festplatten inklusive einer Netzwerkschnittstelle zusammen. Das Betriebssystem basiert meist auf Linux. Es ist trotzdem auch für Nutzer geeignet, die noch nie mit Linux gearbeitet haben, da keine Vorkenntnisse nötig sind. Das liegt daran, dass Sie einen Assistenten bei der Konfiguration und Administration zur Seite gestellt bekommen.

Das Speichersystem wird direkt an das vorhandene Netzwerk angeschlossen. Die Software eines NAS beherrscht mehrere Protokolle zur Übertragung. Dies macht es möglich, dass Dateien und Programme auf allen an das Computernetz angebundenen Geräten zur Verfügung stehen. NAS-Systeme arbeiten mit dateibasierten Netzwerkprotokollen, zum Beipiel mit NFS oder SMB/CIFS. Alternativ stehen auch blockbasierte Netzwerkprotokolle wie FcoE, FreeNAS, Openfiler oder iSCSI bereit.

In Ihrem LAN befinden sich mehrere Rechner und Sie möchten allen Geräten den Zugriff auf Dateien,Programme und Geräte ermöglichen, ohne von einem großen Server abhängig zu sein? Dann ist NAS die ideale Alternative für Sie. Diese Innovation auf dem Markt beschreitet technisch neue Wege für kleinere Netzwerke. Sie macht einen echten Server überflüssig, damit entfällt das dazu notwendige Betriebssystem und der Aufwand an Zeit und Geld für dessen Administration.

Was können NAS-Systeme im Vergleich zu einfachen Freigaben von einem Windows-PC oder zu Geräten mit einer rudimentären NAS-Funktion?

Bei den Freigaben unter Windows muss zunächst der Rechner, von dem aus diese erlaubt wurden, eingeschaltet sein, damit die andere Nutzer jederzeit Zugriff erhalten. Das ist aufwendig und manchmal aus praktischen Gründen nicht möglich.

Viele Netzrouter besitzen eine stark eingeschränkte NAS-Funktion für alle via USB angeschlossenen Datenträger. Allerdings sind deren technische Fähigkeiten nicht weiter entwickelt, als es bei den einfachen Freigaben über einen Windows-Computer der Fall ist. Und auch bei der Schnelligkeit der Datenübertragung können sie dem NAS nicht das Wasser reichen.

Zudem bieten die NAS-Systeme eine Fülle an Zusatzfunktionen an. Dazu zählen eine je nach Benutzer detailliert zu bestimmende Zuordnung der Rechte, automatische Backups, Web- und Mail-Server, die Synchronisation in der Cloud und auf Wunsch Raid-Plattenverbünde, die wie ein Hochsicherheitstrakt für Ihre Daten arbeiten. Bei einem Ausfall einer oder mehrere Festplatten stehen dennoch alle Daten weiter zur Verfügung.

Sie möchten häufig große Datenmengen aus dem Internet herunterladen? Dazu ist ein NAS-System wie geschaffen. Viele Modelle erledigen diesen Vorgang völlig autonom, ohne das dafür der eigene Rechner eingeschaltet sein muss. Außerdem unterstützen einige von diesen Systemen auch populäre Technologien zum schnellen Download wie zum Beispiel BitTorrent oder eMule.

Die Mehrzahl der NAS-Systeme werden als Leergehäuse ohne Laufwerke geliefert. Beim Preisvergleich sollten Sie deshalb bedenken, dass sich die Kosten für die Laufwerke zum Grundpreis addieren.

Nun müssen als erstes die Festplatten in das Gehäuse montiert werden. Der Unterschied zum Anschluss eines "normalen" Computers besteht nun darin, dass beim NAS weder Monitor noch Tastatur angeschlossen werden. Seine komplette Konfiguration und Administration geschieht über den Webbrowser. Sie müssen wie oben schon erwähnt, kein Fachmann sein, um diese technischen Schritte zu bewältigen. Nur Geduld müssen Sie mitbringen, da die Formatierung der Netzplatten mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. Wie lange es genau dauert, hängt von der Kapazität der Platten ab und auch davon, ob sie als Raid-Verbund zusammengeschlossen werden.

Sobald die Formatierung abgeschlossen ist, legen Sie die Benutzer an, dabei können Sie jedem einzelnen Benutzer spezielle Rechte zuordnen.

Danach werden die Freigaben eingerichtet und je nach Modell und Programm können eine Reihe von weiteren optionalen Einstelllungen getätigt werden. Die abschließende Arbeit ist Ihnen sicherlich vertraut, denn nun werden freigegebene Ordner, Laufwerke und Drucker wie bei jeder anderen Freigabe bei Windows im Explorer miteinander verbunden.

Die preiswertesten Modelle liegen bei rund 100 Euro. Die obere Grenze reicht bis in hohe vierstellige Regionen.

Falls Sie ein günstiges Modell suchen, dann achten Sie bei der Auswahl auf die Art und Leistung der CPU, auf die maximale Anzahl der Platten und auf die Größe des Arbeitsspeichers. Denn gerade die Modelle in den niedrigen Preissegmenten zeigen in diesen Punkten immense Unterschiede auf. Am besten schneiden bei allen beschriebenen Kriterien das Synology DS 216 und das QNAP TS-121p ab. Beide Geräte kosten circa 130 Euro (ohne Laufwerke) und weisen jeweils zwei Plattenschächte auf.

Buffalo, Netgear und Western Digital führen ebenfalls NAS-Systeme. Wir empfehlen allerdings den Kauf bei einem der führenden Anbieter, wie Thecus, Synology oder QNAP. Der Grund für unsere Empfehlung sind die großen und sehr aktiven Internetforen, die für die Geräte dieser Hersteller existieren. Dort finden sie sofort Antwort auf Fragen und Lösungen bei eventuell auftauchenden Problemen.

Unsere Empfehlung für die Hersteller QNAP und Synology basiert auch darauf, dass ihre Geräte bei Tests immer sehr gut abschneiden.

Sie können auch normale Festplatten für einen herkömmlichen Desktop-PC verwenden. Auch bei dieser Wahl müssen Sie keine Abstriche in Sachen Schnelligkeit oder Funktion machen. Trotzdem empfehlen wir den Einbau spezieller NAS-Platten, denn deren Scheiben rotieren in der Regel mit nur 5400 Umdrehungen in der Minute. Das spart Strom und verursacht weniger Wärme, Lärm und Vibrationen. Zudem sind die auf NAS-Systeme ausgelegten Platten kaum teurer und die Hersteller geben in der Regel eine längere Garantielaufzeit.

Ab dem Raid Level 1 innerhalb eines Raid-Verbundes weisen die meisten speziellen Platten differenzierte und bessere Funktionen für den Umgang mit fehlerhaften Sektoren auf. Wenn in einem Raid-Verbund mit herkömmlichen Desktop-Platten gearbeitet wird, dann kann es passieren, dass eine von ihnen nur aufgrund eines Lesefehlers komplett aus dem Verbund abgeschnitten wird. Das kann immense Konsequenzen für Ihr gesamtes NAS-System nach sich ziehen.

Wir raten deshalb dazu, die Platten zu erwerben, die der Hersteller als kompatibel zum jeweiligen System auf seiner Webseite auflistet.

Weil sie als automatisches Backup für Ihren Computer zur Verfügung stehen. Aber wenn Sie auf der ganz sicheren Seite stehen möchten, dann empfehlen wir ein "Backup vom Backup". In den meisten NAS-Systemen sind bereits Mechanismen integriert, die eine regelmäßige Datensicherung übernehmen. Sie können dabei zwischen verschiedenen Zielen wählen, zum Beispiel das externe Laufwerk, ein weiteres NAS-Laufwerk oder einen Cloudspeicher.

Wir raten zur Datensicherung auf ein externes Laufwerk. Dafür sind eigentlich alle aktuellen NAS-Systeme ausgerüstet, denn sie verfügen über einen oder mehrere USB-Anschlüsse. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, dass Sie in Ihrer Administration für die Verwaltung der Backup-Funktion einen eigenen Benutzer anlegen. Dieses Recht sollten Sie nur einem Anwender zuteilen. Und es ist auch ratsam, auf eine Verknüpfung mit einem virtuellen Laufwerk zu verzichten. Damit schützen Sie sich effektiv vor Trojanern und anderen Schädlingen.

Sollten Ihnen die Standardfunktionen nicht reichen, dann haben Sie bei der Mehrzahl der Geräte die Option zur Erweiterung durch Add-ons. Alle beliebten NAS-Systeme unterhalten ein Repository, also ein ähnliches System, wie Sie es sicher vom App Store kennen. Sie gelangen dorthin, indem Sie im LAN die jeweilige Konfigurationsoberfläche anklicken. An dieser Stelle können Sie dann auch die automatische Installation von Add-ons anklicken und Sie erhalten stets aktuelle Informationen über Updates oder themenverwandte Add-ons.

Mithilfe dieser Erweiterungen können Sie zum Beispiel die Synchronisation von Strato konfigurieren, einen Webserver inklusive Datenbank und CMS eigenständig hosten oder einen eigenen Mailserver einrichten.

Noch mehr Add-ons finden Sie im Repository der jeweiligen Online-Community. Allerdings sind diese Erweiterungen mit Vorsicht zu genießen, denn es gibt keinen Support und auch die Pflege und Behebung von Fehlern liegt allein in den Händen des Entwicklers. Es besteht bei diesen nicht offiziellen Erweiterungen auch ein gewisses Risiko, dass man damit ein Tor öffnet für Trojaner und andere digitale Schädlinge.

Zudem handelt es sich bei allen Add-ons in der Regel um kontinuierlich laufende Programme, die Speicher und Rechenzeit in Anspruch nehmen. Sollte ein Blick auf den Auslastungsmonitor auf der Weboberfläche ergeben, dass hier ein Limit erreicht ist, dann sollten gerade nicht benötigte Erweiterungen lieber deaktiviert werden.© IDG