Computerbesitzer ohne Schutz leben gefährlich: Sobald sie versuchen, sich in das Internet einzuwählen, können die Rechner angegriffen werden.

Die PC-Schädlinge lauern in Flash-Anwendungen, Skripten, E-Mails, Bildern und hinter Links. Es gibt fast kein digitales Format, das Hacker nicht für eine Attacke nutzen können. Jeder PC-Besitzer steht schnell vor der Frage: Wie schütze ich meinen Rechner? Wir stellen Ihnen neun Tipps vor, wie Sie Ihren Computer sicherer machen können.

1. Antiviren-Software

Ohne Antiviren-Software geht gar nichts. Diese Programme scannen im Hintergrund den Computer nach unerwünschten, gefährlichen Gästen. Durch regelmäßige Updates finden diese digitalen Helfer auch aktuelle Bedrohungen auf dem Rechner.

Angreifer setzen oft die Antivirensoftware außer Gefecht, wenn sie einen PC infiziert haben. Wenn beim Computer-Hochfahren nicht auch das Sicherheitsprogramm startet oder aber die Updates mehrere Tage alt sind, kann das ein Hinweis auf Viren, Würmer oder Trojaner sein.

Auf den nächsten Seiten folgen weitere Sicherheitstipps für Privatanwender.

2. Firewall

Während die Antiviren-Software über den eigenen Rechner wacht, fungiert die Firewall wie ein Türsteher für den Online-Datenverkehr: Die Firewall kontrolliert die von außen ankommenden Datenpakete. Erscheint dem Schutz-Programm ein Paket eigenartig, lässt es die Daten nicht auf den Rechner.

Das funktioniert auch umgekehrt mit Datenströmen, die den Rechner verlassen. Denn Schädlinge nehmen oft Kontakt zu ihren Schöpfern auf. Firewalls können diese Kommunikation unterbinden.

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Varianten im privaten Bereich: Werkzeuge, die Teil des Betriebssystems sind, Hardware-Firewalls in Verbindung mit Routern und Personal-Firewalls. Letztere bieten als Software-Lösung eine Menge Funktionen, mit denen der User kontrollieren kann, was nach draußen geht und was auf den Computer darf.

3. Passwörter

Hacker haben leichtes Spiel, wenn die benutzten Passwörter simpel gestrickt sind. Eines der beliebtesten Schlüsselwörter lautet "12345". Die Namen des Haustieres, der Freundin oder des Freundes sind ebenfalls viel zu offensichtlich.

Besser ist es, sich komplexe Zeichenkombinationen mit Buchstaben und Zahlen zu überlegen. Sonderzeichen wie "~" oder "#" erschweren den Missbrauch zusätzlich.

4. Router

Einen gewissen Schutz bieten auch Router, mit denen sich die User im Internet einwählen können. Damit ist nach außen nicht mehr der einzelne PC, sondern nur der Router sichtbar. In Verbindung mit einer Firewall bieten diese Geräte viel Sicherheit.

Nach einem Klick können Sie sich darüber informieren, wie Sie Ihren Computer noch besser schützen.

5. WLAN-Verschlüsselung

Wer mit seinem Notebook mobil in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus unterwegs ist, stellt meistens über WLAN drahtlos Verbindung zum Internet her. In Reichweite des Senders kann sich aber generell jeder in das eigene Netzwerk einwählen und hat damit vollen Zugriff auf die angeschlossenen Rechner.

Deswegen ist es wichtig, die WLAN-Verbindung zu verschlüsseln. Ausreichenden Schutz bietet der aktuelle Standard WPA2 mit AES. Die älteren Formate WEP und WPA wurden bereits von Hackern geknackt und sind damit eine potenzielle Gefahrenquelle.

6. Homebanking-Software

Der bequeme Online-Zugriff auf das eigene Bankkonto oder das Wertpapierdepot birgt viele Gefahren. Phishing-Attacken zielen auf die persönlichen Daten und damit auf das Geld der Ausgespähten. Weder Zugangsdaten in Kombination mit Tans (Einmalpasswörtern) noch die Einwahl mit Kartenleser und EC-Karte bieten vollkommenen Schutz.

Mehr Sicherheit versprechen Homebanking-Programme, die über eigene Sicherheitskomponenten und eine kurze Online-Verbindung das Risiko absenken.

7. Browser

Die weitverbreiteten Browser Firefox und der Internet Explorer bieten sich Hackern als geeignete Angriffsfläche an, da Kriminelle mit diesen Programmen möglichst viele User erreichen können.

Deshalb gewinnt das Thema Sicherheit für die beiden Hersteller immer mehr an Bedeutung. Beide Programme gewähren mittlerweile Schutz gegen Malware und Phishing-Angriffe, die sie über häufige Updates fortlaufend gezielter bekämpfen. Mit besonderen Erweiterungen (Add-Ons, Plug-Ins) lassen sich die Browser noch sicherer machen.

Bedenklich ist aber die Funktion, dass Passwörter von den Browsern gespeichert werden können. Denn Unbefugten ist es möglich, leicht an diese Daten gelangen. Deswegen empfiehlt es sich, dieses Feature in Firefox oder dem Internet Explorer abzuschalten.

Auf der folgenden Seite gibt es weitere Tipps für den Computer-Schutz.

8. Betriebssystem

Bei einem geschätzten Marktanteil von aktuell knapp 90 Prozent lohnt es sich für Kriminelle, Sicherheitslücken beim Betriebsystem Windows auszunutzen. Um so wichtiger ist es, dass sich die User regelmäßig die Updates von Produzent Microsoft herunterladen.

Mit der Einstellung "automatische Updates" ersparen sich die Kunden die aktive Suche nach dem aktuellen Sicherheitspaket.

Eine weitere Gefahrenquelle sind die Benutzerrechte. Teilen sich mehrere Nutzer einen Rechner, sollten sich diese je nach Fähigkeiten frei oder aber nur eingeschränkt auf dem Rechner bewegen dürfen. Andernfalls gefährden individuelle Fehler die Daten des Rechners.

Aber auch das kann eine Folge falscher Rechteverwaltung sein: Hat ein Schädling erst einmal den heimischen Computer erreicht, kann er sich oft frei bewegen und so auch die sensible Registry (eine zentrale Windows-Datenbank) manipulieren.

9. Back-Up

Von Zeit zu Zeit sollten Privatanwender ihre Daten sichern. Mit einer Software kann das sogar automatisch erfolgen. Das Programm zieht sich dann in Intervallen eine Sicherheitskopie.

Optimal ist es, das Back-Up auf einem anderen Datenträger als die Standard-Festplatte abzulegen - am besten auf einem externen Laufwerk.

Wer alle diese Tipps befolgt, ist dennoch nicht 100 Prozent sicher vor Angriffen. Die Online-Kriminalität ist von einem Wettrüsten zwischen Sicherheitsprofis und Kriminellen geprägt, die immer wieder nach neuen Lücken suchen. Das heißt, was gestern noch sicher war, muss nicht heute noch sicher sein. Um so wichtiger ist es, die Schutzmöglichkeiten immer wieder an neue Entwicklungen anzupassen.