Wir zeigen, wie Sie mit Smart Home Ihr Leben vereinfachen

Einen Einstieg in die Smart-Home-Technologie zu finden, ist nicht leicht. Anhand von Praxistests mit programmierbaren Steckdosen und smarten Lampen zeigen wir, wie er dennoch gelingen kann.

Gleich, ob im Büro, im Haus oder in der Wohnung - die meisten der uns umgebenden Geräte sind analog. Am besten starten Sie mit Ergänzungen in die smarte Welt. Programmierbare Steckdosen und steuerbare Lampen gehören zu den beliebtesten Smart-Home-Anwendungen, weil sie leicht in die Umgebung integrierbar sind, relativ wenig kosten und einen hohen Nutzen versprechen. Energie zu sparen und gleichzeitig Anwesenheit vorzutäuschen, übt auf die meisten Anfänger den größten Reiz aus. Doch sind die Geräte wirklich so intelligent wie behauptet? Wir haben das für Sie getestet.

Philips Hue ist bei den kabellosen LED-Leuchtsystemen die Nummer 1. Wir haben das System mit Philips Hue White and Color Ambience getestet. Es besteht aus einer Basisstation (Bridge), drei E27-Birnen und kostet rund 140 Euro. Mit Dimmschalter kostet das Set 180 Euro.

Es wird nicht nur von Apple Homekit, Amazon Echo oder Google Home unterstützt, sondern auch von konkurrierenden Leucht-Systemen wie Osram Lightify.

Unter anderem ist Philips Hue wegen der einfachen Installation so populär. Auf der ist diese zudem gut beschrieben. Um Hue zu betreiben, benötigt der Nutzer die Bridge. Über diese werden die Leuchten ins Netzwerk gebracht. Die Basisstation muss sich bei der Erstinbetriebnahme in der Nähe des WLAN-Routers befinden, damit man sie per LAN-Kabel verbinden kann. Die Bridge schaltet sich ein, sobald sie mit dem Stromnetz verbunden ist. Das permanente Blinken der drei LEDs an der Oberfläche signalisiert die netzwerkseitige Einsatzbereitschaft der Station.

Die Kommunikation zwischen der Bridge und den Leuchten erfolgt über den Zigbee-Funkstandard. Mit der App " " richten Sie das System erstmalig ein. Die App gibt es für iOS und Android. Nach dem Start beginnt die App mit der Suche nach der Bridge über das Drahtlosnetzwerk. Bei Verwendung mehrerer WLANs in einer Wohnung müssen Sie sicherstellen, dass sich Bridge und Tablet oder Smartphone in ein und demselben WLAN befinden. Über die Push-Link-Taste lassen sich Station und Mobilgerät verbinden. Alle mechanischen Schalter von Deckenleuchten und Lampen müssen auf "An" geschaltet sein, damit später die Sprachsteuerung per App funktioniert. Die Leuchten befinden sich dann in ausgeschaltetem Zustand im Standby-Modus mit einer Leistungsaufnahme von 0,5 Watt.

Mit der App "Philips Hue" steht Ihnen ein umfassendes Programm zur Verfügung, mit dem Sie über Ihr Mobilgerät Lampen gezielt bestimmten Räumen wie Büro, Wohnzimmer oder Schlafzimmer zuordnen können. Die Hue Color Lampen im Starterset sind mit 1, 2 und 3 durchnummeriert. Über eine Bridge können maximal bis zu 50 Lampen gesteuert werden. Zuerst wählen Sie den Raum aus und vergeben dann den Lampennamen. Sie finden die Lampen im Bereich "Haus" unter der von Ihnen vergebenen Bezeichnung wieder. Unter jedem Eintrag befindet sich ein Schieberegler, mit dem Sie die Helligkeit des gesamten Zimmers steuern. Durch direktes Tippen auf einen Raumeintrag können Sie die Lampen jeweils einzeln bedienen. Sie können ihnen Farben oder "Rezepte" zuordnen. Das sind fertige Szenarien wie "Entspannen" oder "Konzentrieren".

Weitere Möglichkeiten stehen Ihnen unter "Routinen" zur Auswahl. Hier lösen Sie bestimmte Abläufe wie "Schlafen gehen", "Timer" oder andere Abläufe aus. Das automatische Ein- oder Ausschalten von Lichtquellen nach Betreten beziehungsweise Verlassen eines Raums legen Sie unter "Zuhause & abwesend" fest. Das funktioniert allerdings nur nach Aktivierung eines Ortungsdienstes auf dem Mobilgerät und setzt einen Account voraus. Eine Registrierung ist sowieso unerlässlich, wenn Sie auf Ihr heimisches Netzwerk von außerhalb übers Internet zugreifen möchten. Sie erstellen Ihr Konto entweder über die Hue-Webseite oder direkt in der App unter "My Hue". Die Kommunikation aktivieren Sie durch erneutes Drücken der Taste an der Bridge. Weitere Hue-kompatible Apps finden Sie im Bereich "Entdecken". Diese Apps sind zum Teil kostenpflichtig.

Da die Bedienung per Smartphone auf Dauer eher umständlich ist, hat der Hersteller die Starterkits mit einem Dimmschalter versehen. Damit schalten Sie Lampen an und aus, regulieren die Helligkeit und wählen eine von vier Lichteinstellungen.

Egal, ob die Luminea-Steckdose von Pearl, das Lichtsystem Philips Hue oder Musiksysteme von Sonos - immer mehr intelligente Geräte sind über Amazon-Echo-Lautsprecher steuerbar. Damit die Sprachkommandos greifen, muss zuvor der Echo-Lautsprecher mit dem intelligenten Gerät verbunden werden und Ihre Sprachbefehle lernen. Hierzu müssen sich alle beteiligten Geräte im selben WLAN befinden.

Über Skills legen Sie die Basis für die Sprachsteuerung: Sie müssen den Echo-Lautsprecher zuerst befähigen, Sprachkommandos zu interpretieren. Die entsprechenden Einstellungen nehmen Sie im Menü auf der linken Seite im Skills-Bereich vor. Tippen Sie hier das entsprechende Gerät - beispielsweise "Hue" - ein und wählen dann den passenden Eintrag. Sie verknüpfen den Skill mit der Sprachsteuerung von Amazon, indem Sie auf "Aktivieren" tippen. Die App leitet Sie währenddessen so oft zum Benutzerkonto des smarten Geräts, bis Sie sich dort angemeldet haben. Nur so lässt sich der Skill endgültig aktivieren.

Lautsprecher mit Gerät verbinden: Beide Geräte müssen sich erst kennenlernen. Tippen Sie hierzu in der Alexa-App auf "Suchen" unter "Smart Home > Geräte". Daraufhin suchen die beiden Geräte sich gegenseitig oder die verbundene Basisstation. Oftmals ist hierfür der Knopf an der Basisstation wie der Hue-Bridge innerhalb von rund 20 Sekunden zu drücken. Wenn die gegenseitige Erkennung erfolgt ist, sehen Sie das Gerät in der Alexa-App. Das Sprachkommando funktioniert nur, wenn die genaue Bezeichnung ausgesprochen wurde. Das klingt dann so: Alexa, schalte die Lampe "Wohnzimmer" ein. Bei nachträglichen Änderungen müssen Sie die Suche über die Alexa-App wiederholen. Dadurch wird verhindert, dass ein Sprachkommando aufgrund veralteter Informationen fehlschlagen kann.

Die meisten der im Büro oder Haushalt genutzten Geräte besitzen keine eigene Intelligenz. Per WLAN-Steckdose integrieren Sie diese Geräte in die digitale Welt. Die schaltbaren Steckdosen lassen sich mit dem WLAN verbinden. Dabei können Sie Ihren Router als Basisstation nutzen. Ein als Gateway fungierendes Zusatzgerät ist demgegenüber kostspieliger. Diese Lösung lohnt sich nur, wenn Sie weitere Geräte wie Bewegungsmelder, Überwachungskameras oder Heizungsthermostate einsetzen möchten. In unserem Test haben wir keine separate Basisstation genutzt.

AVM bietet Fritzbox-Besitzern mit Fritz Dect 200 und Fritz Dect 210 intelligente Zwischensteckerlösungen. Den Dect 200 für Innenräume gibt es für 44 Euro und der nach IPx4 spritzwassergeschützte Dect 210 für den Außeneinsatz kostet 54 Euro. Ansonsten sind die beiden Modelle baugleich. Beide Geräte lassen sich über Fritzfon, den Steckdosenschalter, die oder die Fritzbox-Weboberfläche steuern. AVM versorgt die Nutzer regelmäßig mit Updates und trägt dadurch zu mehr Sicherheit im Smart-Home-Bereich bei. Seitdem auf Fritz-OS 6.80 upgedatet wurde, sollten die Geräte eigentlich auf Klatschgeräusche und andere akustische Signale reagieren. In unserem Test funktionierte das allerdings nicht ganz einwandfrei.

Durch die relativ breite Bauweise der Fritz-Steckdosen werden Nachbarstecker in Leisten oft verdeckt. Für die Geräte fungiert die Fritzbox als Basisstation. Die Verbindung erfolgt über DECT-ULE. Dahinter verbirgt sich "Digital Enhanced Cordless Telecommunications - Ultra Low Energy". In Innenräumen liegt die Reichweite dieses Funkstandards bei maximal 40 Metern. Unter optimalen Bedingungen können im Außenbereich bis zu 300 Meter Reichweite erzielt werden. Mit 1880 bis 1900 MHz kommt das genutzte Frequenzband kaum in Konflikt mit anderen Geräten. Es können bis zu 34 DECT-Geräte mit der Fritzbox per DECT-ULE verbunden werden. Darunter bis zu 12 Thermostate, zehn Steckdosen, sechs Repeater und sechs Telefone. Derzeit ist DECT-ULE ein geschlossenes System ohne Schnittstellen zu anderen Smart-Home-Lösungen. Apple Homekit oder Zigbee werden von AVM nicht unterstützt.

Fritz-Geräte lassen sich demgegenüber sehr einfach verbinden. Hierzu reicht eine freie Steckdose, die sich nah bei der Fritzbox befindet. Hier stecken Sie den Zwischenschalter ein. Danach fängt die DECT-LED zu blinken an. In einem Zeitraum von zwei Minuten müssen Sie die DECT-Taste an Ihrer Fritzbox drücken und solange gedrückt halten, bis die LED "DECT" oder "Info" zu blinken beginnt. Wenn an der Steckdose die DECT-LED permanent leuchtet, ist die Schaltsteckdose mit der Fritzbox verbunden. Wenn Sie jetzt die Steckdose versetzen, wird sie am Router automatisch immer wieder angemeldet.

Die Steckdose finden Sie über die Bedienoberfläche Ihrer Fritzbox unter "Heimnetz > Smart Home". Hier können Sie automatische Schaltszenarien definieren und den Stromverbrauch eines eingesteckten Geräts messen. Auf Wunsch kann Ihnen der Router eine Push-Mail mit den Ergebnissen senden. Wenn Sie mit der Weboberfläche der Fritzbox vertraut sind, werden Sie sich schnell zurechtfinden.

Unterwegs haben Sie über die MyFritz-App unter Android oder iOS Zugriff auf die Fritzbox und damit auch auf die Steckdose. Hierfür müssen Sie in der Bedienoberfläche des Routers den Fernzugriff einrichten. Mit der App können Sie fortan den Zwischenstecker intelligent steuern. Zudem lässt sich über den AVM-Server die Internetverbindung zur Fritzbox verschlüsseln. Die Einrichtung des Dienstes wird im Artikel "Fritzbox-Fernzugriff über Myfritz - so geht's" erklärt. Die an- und abschaltbare Steckdose können Sie in der App im Bereich "Smart Home" unter dem Haussymbol finden. Weitergehende Einstellungen können Sie unter der Weboberfläche vornehmen. Klicken Sie hierzu oben rechts auf die drei Punkte und anschließend auf "Fritz!Box". Über das Fritz!Box-Webinterface können Sie wie gewohnt Verbrauchsdaten ablesen oder Schaltzeiten definieren. Noch ist die Anzahl der Funktionen im Fritz-OS überschaubar - das könnte sich mit zukünftigen Updates aber bald ändern.

Wer nach einem günstigen Zwischenstecker sucht, ist mit der gut bedient. Mit dem Stecker von Pearl für rund 17 Euro können Sie eine Lampe per WLAN steuern. Auch für die Sprachsteuerung über Amazon Alexa lässt sich die Steckdose nutzen. Ein intelligenter Echo-Lautsprecher nimmt Ihre Sprachkommandos entgegen und schickt sie an die Steckdose. Unter "Amazon Echo: Sprachsteuerung von Smart-Home-Geräten" finden Sie Tipps zur Einrichtung der Funktion.

Um die Pearl-Steckdose zu installieren, müssen Sie zuerst die App " " für iOS und Android auf Ihr Mobilgerät herunterladen. Wenn Sie iO.e das erste Mal starten, fordert Sie die App zur Einrichtung eines Kontos auf, damit die Steckdose registriert werden kann. Zur Registrierung können Sie Ihre Mobilfunknummer oder Ihre E-Mail-Adresse verwenden. Auf jeden Fall sollten Sie zusätzlich ein Passwort vergeben. Außerdem ist eine Aktivierung der Ortungsdienste-Funktion auf Ihrem Smartphone erforderlich. In unserem Test kamen wir der Vorgabe nicht nach. Um die Steckdose in Betrieb zu nehmen, ist GPS nicht notwendig. Das kommt erst später zum Tragen, wenn Szenarien ausgewählt werden. Wenn Sie auf "Gerät hinzufügen" tippen, sehen Sie eine Auswahlliste mit verschiedenen Kategorien. Die Steckdose ist im Bereich "Smart Power" angesiedelt. Die Netzwerkeinbindung erfolgt, indem Sie fünf Sekunden lang die Taste an der Steckdose drücken. Dadurch schalten Sie die Steckdose in den Indikator-Modus. Sie erkennen ihn an der schnell blinkenden LED. In dem von der App angezeigten WLAN-Anmeldebildschirm geben Sie das Passwort ein, um die Steckdose ins Heimnetz einzubinden.

Unter der Bezeichnung "ZX2820-d1d8" ist die Steckdose im "Geräte"-Bereich der App zu finden. Bei Verwendung mehrerer Steckdosen sollten Sie die Bezeichnung ändern. Durch einen Tipp auf das Gerätesymbol gelangen Sie in den Steuerungsbereich. Im Bereich "Mehr" im Dreipunktmenü oben rechts ändern Sie unter "Gerätenamen bearbeiten" den Namen der Steckdose. Auch eine Gruppenbildung ist hier möglich.

Tippen Sie jetzt auf "Zurück", um im Steuerungsbereich Ein- und Ausschaltzeiten festzulegen. Eine eingesteckte Lampe muss eingeschaltet bleiben, um sie über die App zu regeln. Um die Lampe täglich zu einer bestimmten Zeit einzuschalten, nehmen Sie im "Zeitplan" die gewünschten Einstellungen vor. Der Punkt "Statistiken" zeigt Ihnen den ungefähren Stromverbrauch von eingesteckten Geräten. Der tatsächliche, mit genormten Strommessgeräten gemessene Verbrauch lag im Test ein bis zwei Watt höher. Die Steckdose selbst zog in unserem Test übrigens keinen Strom. Das hat uns überrascht, denn viele WLAN-Steckdosen benötigen in der Regel mehr Energie.

In der App lassen sich Szenarien zur Steuerung unterschiedlicher Geräte zusammenstellen. Die Szenarien können Sie unter "Szenen" im Hauptmenü definieren. So koppeln Sie die Steckdose mit einer Luminea-IP-Kamera oder einem Thermostat.© IDG