Die besten Programme für die jährliche Steuererklärung im Test

Die Steuererklärung ist eine lästige, aber dennoch lohnende Pflichtübung. Lernen Sie hier die besten Steuersparprogramme sowie Onlineportale für die Steuererklärung kennen.

Die Vorbereitung und Abgabe der Steuererklärung gehört gewiss nicht zu den angenehmen Wochenendbeschäftigungen. Der Aufwand lohnt sich dennoch. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielten die Steuerzahler zuletzt durchschnittlich 935 Euro zurück. Im Schnitt investierte jeder Steuerzahler sechs Stunden Zeit für seine Steuererklärung. Rund jeder achte Steuerzahler gibt seine Steuererklärung allerdings nicht ab. Auch, wenn Arbeitnehmer nicht verpflichtet sind, eine Steuererklärung abzugeben, gibt es zahlreiche Ausnahmen. Das betrifft nicht nur Arbeitnehmer mit mehreren Arbeitgebern. Wer Freibeträge nutzt oder Lohnersatzleistungen bezieht, muss die Erklärung ebenfalls abgeben. Fast immer lohnt sich der Aufwand. Schon der Kirchensteuer oder der Fahrten zur Arbeit wegen.

Inzwischen werden etwa 21 Millionen Steuererklärungen bei den Finanzämtern elektronisch eingereicht. Nach wie vor wird jedoch auch die Papiervariante akzeptiert. Wer die Erklärung elektronisch erstellen möchte, kann dies über drei verschiedene Wege erledigen. Neben Elster Online kann der Steuerpflichtige die Erklärung über eine klassische Steuersoftware für PC oder Mac abgeben oder zwischen alternativen Onlineangeboten wählen.

Elster Online ist das Portal der Finanzbehörden und steht allen Steuerpflichtigen kostenlos zur Verfügung. Erfahrene Anwender mit einfachen Steuerfällen fahren mit dem Programm recht gut. Die elektronische Ausfüllhilfe bietet allerdings keine echten Erklärungen und lässt daher zu wünschen übrig. Daher sind PC-Steuerprogramme oder kommerzielle Onlinesoftware für viele die bessere Wahl. Die Online-Steuererklärungen können inzwischen mit den klassischen Softwarepaketen sowohl beim Leistungsumfang als auch bei der Anwenderunterstützung durchaus mithalten. Dennoch ist die Ausstattung bei PC-Software umfangreicher: Zusätzliche Arbeitshilfen, Schnittstellen oder Nachschlagewerke gehören hier zum Lieferumfang.

Wer ein großes Vermögen verwaltet, Unternehmer ist oder ausgefallene Steuersparmodelle sucht, dem bleibt immer noch der Gang zum Steuerberater. Auch Steuerzahler, die weder Zeit noch Lust haben, die eigene Steuererklärung zu erstellen, sollten diesen Weg gehen.

Von den klassischen PC-Steuerprogrammen existieren noch zwei Anbieter: Buhl Data und die Akademische Arbeitsgemeinschaft. Letztere hat neben der hauseigenen Steuer-Spar-Erklärung auch Quicksteuer und Taxman von Lexware im Portfolio. Die Steuerberechnung und Hilfe ist bei allen drei Programmen dieselbe. Unterschiede gibt es nur bei der Bedienung, der Oberfläche und dem Ausstattungsumfang. und sind die beiden Produktlinien von Buhl Data.

Man kann die Steuerprogramme in drei Kategorien einteilen. Während die Standardversionen ab 10 Euro weder Zusatzprogramme noch spezielle Abschnitte der Steuererklärung sowie nur einen Teil der Nachschlagewerke enthalten, gehören diese Dinge zum Lieferumfang der Mittelklasse-Programme, die es ab 25 Euro gibt. Spezielle Varianten für Selbstständige, Vermieter oder Rentner kosten noch etwas mehr. Dafür enthalten sie zusätzliche Ratgeber oder bieten Erklärvideos, wie das beim Steuer-Sparbuch der Fall ist. Bei der Steuerberechnung gibt es keinen Unterschied zur Mittelklasse.

Hinsichtlich der Funktionalität sind die Steuerprogramme weitgehend ausgereift. Nur noch selten kommen neue Funktionen hinzu. Durch die gleichbleibende Bedienoberfläche wird die Einarbeitung erleichtert. Der Umfang der Steuererklärung lässt sich durch die Auswahl von relevanten Bereichen auf das Notwendige beschränken. Die Detailangaben für die aktuelle Steuererklärung werden per Interview sukzessive abgefragt. Aufbau und Struktur sind bei allen Programmen relativ identisch. Die Navigationsleiste befindet sich links, die erklärende Programmhilfe rechts und dazwischen werden die Steuerdaten eingegeben.

Assistenten unterstützen den Anwender, wenn es um wechselnde Einsatzorte, Kapitalerträge oder andere komplexe Sachverhalte geht. Ebenfalls hilfreich sind die automatischen Plausibilitätskontrollen. Sie überprüfen nicht nur die laufenden Eingaben, sondern auch die finale Steuererklärung. Unstimmigkeiten im Verhältnis zwischen Gehalt, Sozialabgaben und Steuern, fehlende Angaben und Zahlendreher werden dadurch zuverlässig entdeckt. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Programmen beziehen sich unter anderem auf die Nachschlagewerke und Zusatzprogramme. Ebenfalls gibt es Unterschiede beim Automatisierungsniveau, den Schnittstellen und den mobilen Lösungen.

: Das WISO Steuer:Sparbuch von Buhl Data ist eine Lösung für mehrere Plattformen. Nach dem Erwerb des PC-Programms kann der Nutzer seine Steuererklärung nicht nur am Windows-PC, sondern auch am Mac erledigen. Außerdem kann er die Erklärung per Webbrowser abgeben oder mobile Apps für Android oder iOS am Tablet nutzen. Hierfür muss er nicht zusätzlich zahlen. Wenn Anwender zu Hause mit verschiedenen Geräten arbeiten oder sich Endgeräte teilen, dann sind diese Zusatzangebote auf jeden Fall interessant. In der Praxis könnte das so aussehen, dass der Nutzer Belege per PC erfasst und die übrigen Angaben per Tablet eingibt. Das funktioniert perfekt, weil die Daten online gespeichert werden. Ein Anwendungskomfort, den viele zu schätzen wissen.

Buhl Data fasst bekannte und neue Funktionen zusammen. Daten vom Vorjahr zu übernehmen, die Steuerformulare vorauszufüllen und elektronisch zu versenden, ist den Nutzern bereits vertraut. Neu ist die verbesserte Integration von "finanzblick", der hauseigenen Onlinebanking-Lösung. Durch die laufende über das Jahr verteilte Klassifizierung steuerrelevanter Ausgaben lassen sich aufgelaufene Kosten automatisch in die betreffenden Bereiche übernehmen. Laut Ankündigung von Buhl soll es demnächst eine "Steuer:Box" geben. Sie erlaubt Nutzern, Belege per Smartphone zu fotografieren und zu erfassen. Etwas Ähnliches bietet die mit ihrem Belegmanager. Zudem stach das Steuer:Sparbuch mit seiner Indexsuche hervor. Anwender können ab sofort ihre Steuerbelege in beliebiger Reihenfolge erfassen. Suchtechnisch werden die Felder jeweils über Begriffe wie "Schornsteinfeger", "Putzfrau" oder "Zahnarzt" identifiziert. Hinweise zu aktuellen Steueränderungen sind im Hilfebereich der Software zu finden. Das WISO Steuer:Sparbuch punktet auch bei den Videos, denn keine andere Software hat mehr Erklärungen per Film im Gepäck.

: Die Software Tax Professional 2018 steht nicht so im Rampenlicht wie WISO Steuer:Sparbuch. Dennoch: Grundlegende Bereiche in der Zusatzausstattung, das Hilfesystem sowie die Steuerberechnung sind völlig identisch. Während sich WISO Steuer:Sparbuch vor allem an Laien wendet, liegt der Schwerpunkt von Tax Professionel auf einer einfachen Benutzerführung mit schneller Dateneingabe. Über die zweistufige Navigationsleiste kann der Anwender direkt auf einzelne Abschnitte der Steuererklärung zugreifen. Für erfahrene Anwender ist das eine echte Erleichterung. Dafür bietet Tax Professional aber weder mobile Apps noch einen Webclient. Auch können nicht sämtliche Daten übernommen werden. Das Preisniveau beider Pakete ist identisch. Das Preis-Leistungs-Verhältnis von Steuer:Sparbuch ist allerdings besser.

: Man muss genau hinsehen, um bei der Steuer-Spar-Erklärung die diesjährigen Neuerungen zu entdecken. Vor allem wurden Details bei der Datenerfassung verbessert. Unter anderem wurde das Erfassen der Kranken- und Pflegeversicherung im Bereich der Sonderausgaben übersichtlicher gestaltet. Gleiches gilt für die Abgeltungssteuer bei Kapitalerträgen betreffenden Abfragen. Ebenfalls lassen sich Lohnsteuerbescheinigungen sowie Vermietungs- und Verpachtungseinnahmen leichter eingeben.

Unter den Zusatzanwendungen befindet sich ein Belegmanager mit mobiler App. Damit lassen sich Belege für die Steuererklärung fotografieren, systematisieren und übernehmen. Für die vorab ausgefüllte Steuererklärung ist das vereinfachte Anmeldeverfahren ab jetzt verfügbar.

Die Gewinnermittlung für Selbstständige (im Haupt- oder Nebenberuf) ist bei der Steuer-Spar-Erklärung ähnlich aufgebaut und kommentiert wie die Steuererklärung. Per Knopfdruck lassen sich die Geschäftszahlen in die Steuererklärung übernehmen. Für Anwender mit wenig kaufmännischer Erfahrung ist das besonders interessant. Bei der Benutzerführung der Steuererklärung und der Steuerhilfe ist die Steuer-Spar-Erklärung dem WISO Steuer:Sparbuch ebenbürtig.

und : Die Steuererklärung von Quicksteuer Deluxe 2018 und Taxman 2018 sind mit der Steuer-Spar-Erklärung identisch. Insofern gelten die zuvor beschriebenen Features auch für diese Programme. Die Unterschiede beziehen sich einzig auf die Zusatzausstattung. Die umfangreichen Nachschlagewerke erleichtern die Steuererklärung bei mittelschweren Steuerfällen.

Von zwei professionellen Anwendungen für Reisekostenabrechnung und Buchhaltung profitieren vor allem Selbstständige und Freiberufler. Die abgespeckten Versionen des "Lexware Buchhalters" und der "Lexware Reisekostenabrechnung" überzeugen. Bei umfangreichem Belegvolumen begünstigt das hohe Automatisierungsniveau eine schnelle Datenverarbeitung. Dennoch gibt es einen Wermutstropfen, weil der Anwender die Ergebnisse der Gewinnermittlung manuell in die Steuererklärung eintragen muss.

In Bezug auf die Genauigkeit der Steuerberechnung können Online-Steuererklärungen den klassischen Steuerprogrammen inzwischen das Wasser reichen. Nebenberechnungen oder Videos sucht der Nutzer in den Onlineprogrammen allerdings vergebens und das Hilfesystem ist zudem weniger umfangreich. Nutzer können aus einem breiten Angebot wählen. Vom preiswerten , dem Dienst für einfachere Steuerfälle bis hin zu , einer gut ausgestatteten Full-Service-Lösung. Gute Ideen sind bei vielen Lösungen zu finden. So lässt sich smartsteuer.de über Amazon Alexa steuern. Um Abgabefristen für die Steuererklärung zu verlängern, nutzt smartsteuer.de Chatbots. Wer Steuerdaten gängiger Steuerpakete importieren möchte oder Wert auf Mehrsprachigkeit legt, ist bei gut aufgehoben. Manche Anbieter erlauben Studenten die kostenlose Erstellung ihrer Steuererklärung.

Ob Quicksteuer, Taxman oder Steuer-Spar-Erklärung - im Mittelklasse-Segment sind die Unterschiede zwischen den Lösungen nicht sehr groß. Wer Wert auf solide Buchhaltung legt, sollte zu Quicksteuer oder Taxman greifen. Demgegenüber wird der Privatanwender durch das WISO Steuer:Sparbuch 2018 bestens bedient. Die Lösung bietet eine gute Benutzerführung, ist großzügig ausgestattet und erlaubt die Parallelbearbeitung mit mehreren Endgeräten. Ein weiterer Vorzug ist die umfangreiche Videounterstützung. In Kürze soll zudem ein Belegmanager erscheinen.

Der Hersteller Buhl sticht durch seine Serviceorientierung hervor. Eine kostenlose Hotline gehört ebenso dazu wie ein Webinar-Programm. In den Programmen selbst hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht viel geändert. Zumal man die Daten des letzten Jahres nicht in ein anderes Programm übernehmen kann, lohnt ein Wechsel der Software derzeit nicht.© IDG