Microsoft Surface, Apple iPad Pro & Co. im Überblick

Klassische Notebooks sind inzwischen nicht mehr spannend, bei 2in1-Geräten hingegen horchen auch Mainstream-Anwender auf. Wir zeigen die besten Geräte für jeden Einsatzzweck.

2in1-Geräte wie das Microsoft Surface sind eine Kombination aus Notebook und Tablet. Ob Sie auf dem Sofa im Internet surfen oder am Schreibtisch arbeiten, spielt damit keine Rolle mehr. Der Betrieb ist leise bis lautlos, die Geräte sind , leistungsstark und damit für alle Situationen des Lebens geeignet - von der Schule bis zum Beruf.

Allerdings sollten Sie sich fragen, welche Form der 2in1-Geräte für Sie geeignet ist. Auf dem Markt streiten sich zwei Subklassen um die Gunst Ihres Bankkontos:

• Detachables

Diese Geräte zeichnen sich durch Hardware aus, die im Tablet steckt. Darin zu finden ist dann also CPU, RAM, Grafik, Festplatte und so weiter. Die Tastatur können Sie bei Bedarf abnehmen oder dranhängen (engl. "to detach" = "abnehmen"). Aus Ihrem Tablet wird dann das, was bei einem Notebook das Display ist. Dieses Konzept führt zu einigen netten Innovationen, wie etwa kleinen Batteriepaketen in der Tastatur, welche die Akkulaufzeit verlängern können.

Geeignet sind diese Geräte immer dann, wenn Sie die Vorzüge von Tablets (geringes Gewicht, flaches Design, oft lautloser Betrieb) zu schätzen wissen.

• Convertibles

Hier geht es hingegen darum, dass Sie die Tastatur um 180° bis 360° drehen können. Sie klappen das Keyboard praktisch hinter das Display und haben dann ein Tablet in der Hand. Die Tastatur lässt sich aber nicht abnehmen. Ein großer Vorteil ist die sehr stabile Tastatur, die bei Detachables oft nicht ganz die Qualität klassischer Notebook-Tastaturen erreicht. Dafür müssen Sie aber mit einem wesentlich höheren Gewicht leben, außerdem ist die Tablet-Nutzung selten wirklich erfüllend.

Microsoft Surface, Apple iPad Pro & Co.

Ein guter Kauf sind Convertibles dann, wenn Sie mehr Leistung und eine sehr gute Tastatur bevorzugen.

Ebenso wichtig wie die Hardware ist jedoch die Software, die Ihr zukünftiges 2in1-Gerät antreiben soll.

Microsoft, Google und Apple teilen auch diesen Kuchen unter sich auf und bieten jeweils eigene Vor- und Nachteile:

1. 2in1-Geräte mit Windows 10

Hier bekommen Sie ein vollwertiges Windows 10 mit all seinen Vorteilen. Sie können also praktisch jedes erdenkliche Programm installieren, das Sie im Internet finden können. Bedienbar ist das Betriebssystem inzwischen bequem mit Maus und Tastatur (oder Touchpad) sowie den Fingern. Auch Multitasking ist absolut kein Problem und zeichnet Windows 10 aus. Vor allem für Menschen, die produktiv mit dem Gerät umgehen möchten, sind 2in1-Geräte mit Microsoft-Betriebssystem daher eine gute Wahl.

2. 2in1-Geräte mit iOS

Bei Apple müssen Sie sich zwangsläufig mit den Touch-kompatiblen Apps auseinandersetzen. Denn: Das iPad Pro mit Größen zwischen 9,7 Zoll und 12,9 Zoll ist als Notebook-Ersatz nur bedingt geeignet. Das Smart Cover ist gar nicht so smart und lässt nur einen Aufstellwinkel zu. Davon abgesehen kann die Tastatur nicht mit Modellen wie Microsofts eigenen Type Covern mithalten. Ein Touchpad gibt es auch nicht - und iOS mangelt es an vielen Apps, die Sie von anderen Plattformen wie macOS oder Windows 10 kennen. Dafür leistet das iPad Pro aber sehr gute Dienste für kreative Personen, die gerne zeichnen, malen oder Notizen festhalten. Der Apple Pencil ist in seiner Präzision über jeden Zweifel erhaben.

3. 2in1-Geräte mit Android

Googles Betriebssystem eignet sich bislang leider nur bedingt als Antreiber für diese Geräteklasse. Empfehlenswert sind noch Modelle wie Lenovos Yogabooks. Multitasking und produktives Arbeiten gelingen aber unter Windows 10 viel besser. Auch Google hat vielleicht erkannt, dass Android für diese Form der Nutzung (noch?) nicht geeignet ist, denn einen Nachfolger hat das Pixel C bislang nicht bekommen.

Das Schweizer Taschenmesser für 2in1-Geräte ist somit Windows 10, während Apple in bestimmten, spezielleren Anwendungen die Nase vorn hat.

So sieht die Preisgestaltung bei den 2in1-Geräten derzeit aus. Wenn Sie jeden Euro zweimal umdrehen müssen und maximal 200 Euro ausgeben wollen, bekommen Sie meistens ein bis zu elf Zoll großes Tablet, das oft mit Intel Atom-Prozessoren ausgestattet ist (was aufgrund der schwachen Leistung keine gute Nachricht ist). Das Leistungsprofil umfasst hier surfen, E-Mails beantworten und eventuell gelegentlich einen etwas längeren Text schreiben. Auch YouTube ist kein Problem. Ein Ersatz für Notebooks oder gar PCs ist ein Tablet in dieser Preisklasse aber nicht. Selbst komplexere Webseiten können diese Geräte schon gut ausbremsen.

Typische Geräte dieser Preisklasse sind etwa Surftab Duo W1 und W3 von Trekstor sowie das Ninetec Ultratab 10 Pro (mit Dual-Boot-Funktion, um zwischen Android und Windows 10 zu wechseln). Besser machen es etwas teurere Geräte wie das Lenovo Miix 310 und das Transformer Book T101HA von ASUS. Hier gibt es dann auch gleich etwas mehr Ausstattung. Aber: In den niedrigen Preisklassen werden Sie durch die Bank vor dem Problem stehen, dass Sie diese 2in1-Geräte nur auf Oberflächen wie Schreibtischen nutzen können. Das Tablet ist immer sehr viel schwerer als die günstig gefertigte Tastatur, sodass diese Geräte gerne nach hinten umklappen (vor allem, wenn Sie die Finger auf der virtuellen Tastatur nutzen).

Machen Sie das Portmonee auf, steigen Leistung und Komfort rapide. In diesen Geräten finden Sie Core i3- bis Core i7-Prozessoren von Intel, die Notebook-Performance auf kleinem Raum unterbringen. Das Huawei Matebook, HPs Elite x2 oder das Switch Alpha 12 von Acer sind geeignete Kandidaten, die auch keinen Lüfter einsetzen. Die Königsklasse liefert Microsoft selbst mit dem aktuellen Surface Pro, das aber in seiner besten Ausstattung sündhaft teuer werden kann und derzeit zu Preisen zwischen etwa 1.000 und über 3.000 Euro erhältlich ist. Aus dem Apple-Lager kann damit nur das iPad Pro konkurrieren, Android hat keine vergleichbaren Modelle im Angebot.

Bequem geht es außerdem immer dann zu, wenn der Standfuß im Tablet integriert ist. Das ist beim Elite x2 von HP sowie DELLs Latitude 5285 ebenso der Fall wie eben bei der Surface-Reihe von Microsoft. Achten Sie beim Kauf darauf, ein Modell zu wählen, dessen Standfuß Sie in unendlich vielen Winkel nutzen können. Sonst müssen Sie sich immer an die Position des 2in1-Geräts anpassen - und nicht umgekehrt. Besonders leicht und besonders flach sind wiederum iPad Pro und Galaxy Book 12 von Samsung.

Wir haben Sieger in vier unterschiedlichen Kategorien gewählt:

• Der klare Preissieger

Das ASUS Transformer Book T101HA ist recht günstig und liefert eine ausgewogene Mischung aus Performance, Mobilität und Komfort. Sie können hier schon sehr ordentlich arbeiten, wenngleich die Leistung den Aufschluss zur Spitze verwehrt. Die Akkulaufzeit kann überzeugen und der Bildschirm ist in dieser Preisklasse super - aber leider etwas niedrig aufgelöst. Dafür bezahlen Sie aber auch weniger als 400 Euro, wovon die anderen Testsieger bei uns nur träumen können.

• Der beste Allrounder

Etwas weniger als 700 Euro geben Sie für das Samsung Galaxy Book 12 aus. Viel Rechenleistung wird gepaart mit einem sehr guten AMOLED-Display. Außerdem sind USB Typ-C an Bord und an LTE wurde auch gedacht, sodass Sie auch unterwegs surfen können. Als Nachteil stehen die Eingabemethoden im Raum: Tastatur und Stift sind zwar vorhanden und funktionieren, aber das wirkt nie so gekonnt und stabil wie bei Microsoft oder Apple. Trotzdem gibt es nicht viel, was dieses Gerät nicht kann.

• Das Gerät für Kreative

Für das iPad Pro müssen Sie zwar tief in die Tasche greifen, aber dafür gibt es massenhaft Leistung, ein sehr gutes Display und eine tolle Akkulaufzeit. Außerdem haben Sie die Wahl zwischen drei verschiedenen Größen und können. Der Apple Pencil ist außerdem der derzeit beste Stift auf dem Markt, was Zeichner und andere Grafiker sofort merken werden. Kleiner Nachteil: Ein Notebook ist das iPad Pro nur bedingt. Die Tastatur kennt nur einen Winkel und ist nicht sonderlich ergonomisch. Auch fehlen Anschlüsse, um Peripherie anzuschließen - und iOS mag für typische Notebook-Arbeiten auch nicht das richtige Betriebssystem sein.

• Die Lösung für die Arbeit

Das Surface Pro koppelt eine exorbitante Leistung mit einem vollwertigen Windows 10. Hier kaufen Sie sich eher ein Notebook als ein Tablet, das aber trotzdem beide Aufgaben gut erledigt. Die austauschbaren Tastaturen können gut mit "echten" Notebook-Keyboards konkurrieren und LTE gibt es neuerdings ebenfalls im aktuellen Modell der Surface Pro-Serie. USB und DisplayPort sorgen auch für die Möglichkeit, das Gerät an einen großen Desktop-Monitor anzuschließen und daran zu arbeiten. Insgesamt ist Microsofts Surface Pro ein Gerät, das kaum Schwächen kennt und für die produktive Arbeit unter Windows sehr gut geeignet ist - sowohl unterwegs als auch zu Hause.

Vier Sieger, eine Kaufentscheidung. Wir wünschen viel Erfolg bei der Auswahl!© IDG