Ist der All-in-one-PC den hohen Anschaffungspreis wert?

Mit dem bringt Microsoft erstmals einen All-in-one-PC auf den Markt. Was dieser zu bieten hat und ob sich der Kauf lohnt, zeigt unser Test.

Microsofts erster All-in-one-Computer ist mit dem nur 25 x 22 x 3,2 cm messenden silberfarbenen Sockel ein echter Hingucker. Der Clou ist die Möglichkeit, den daran befestigten Bildschirm über ein Gelenkscharnier in die gewünschte Position zu bewegen. Das funktioniert in der Praxis problemlos mit einer Hand, wobei das Display zuverlässig in der gewünschten Position verbleibt. So lässt sich der Microsoft Surface Studio nicht nur ergonomisch anpassen, sondern verwandelt sich bei Bedarf sogar in ein digitales Zeichenbuch. Eingaben lassen sich auf dem Touchscreen nicht nur per Hand, sondern auch mit dem zum Lieferumfang gehörenden Zeichenstift vornehmen. Zudem sind sowohl eine schnurlose Maus als auch eine kabellose Tastatur im Set enthalten.

Der Microsoft Surface Studio ist in drei unterschiedlichen Ausstattungskonfigurationen erhältlich. In der Top-Variante treibt ein mit 2,7 GHz getakteter Quadcore Intel Core i7-6820HQ das System an. Der Hauptspeicher ist mit 32 GB DDR4-RAM großzügig bemessen und auch die mit 4 GB GDDR5-Speicher ausgestattete Grafikkarte Nvidia Geforce GTX 980M ist leistungsstark. Zur Datenspeicherung dienen eine SSD mit einer Kapazität von 128 GB sowie eine 2 TB fassende Festplatte, die per Intel Rapid Storage zusammen ein hybrides Laufwerk bilden. Insgesamt finden primär Notebookkomponenten Verwendung, weil im kleinen Sockel des PCs der Platz sehr beschränkt ist. Das hat seinen Preis. Für diese Konfiguration liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei satten 4.999 Euro. Auch wenn sich beim richtigen Händler noch etwa 500 Euro sparen lassen, ist der Preis sehr ambitioniert. Selbst in den einfacheren Konfigurationen veranschlagt Microsoft als UVP noch 3.549 bzw. 4.149 Euro, wobei die Straßenpreise sich etwa 400 Euro niedriger bewegen.

Im Bereich Verbindung und Kommunikation verdient sich das Microsoft Surface Studio eine gute Note. Neben Bluetooth 4.0 LE besitzt der Computer auch ein integriertes Modul für WLAN 802.11a/b/g/n/ac. Auf der Gehäuserückseite befinden sich als Anschlüsse gleich vier USB 3.0 A sowie je ein Port für Audio-Out (Klinke), Gbit-LAN und Mini-Display. Zudem ist ein SDXC-Kartenleser integriert. Kleiner Wermutstropfen: Microsofts schicker Computer bietet weder Schnittstellen für Thunderbolt noch für USB-C.

Das verbaute PixelSense-Display ist zugleich Herzstück und Highlight des Microsoft Surface Studio. Mit einer Diagonalen von 28 Zoll hat es nicht nur eine beeindruckende Größe, sondern kann angesichts einer Auflösung von 4.500 x 3.000 Bildpunkten bzw. 192 Pixeln per Inch auch mit inneren Werten überzeugen. Im Zusammenspiel mit einer Farbtiefe von 10 Bit gibt das Display Bilder und Videos äußerst kontrastreich und detailliert wieder. Die Helligkeit ist mit 400 cd/qm überdurchschnittlich hoch. Zudem besteht die Möglichkeit, zwischen den Farbräumen DCI-P3, sRGB sowie Vivid zu wechseln.

Bei allen übertragenen Aufgaben hinterließ der Microsoft Surface Studio, auf dem Windows 10 Pro in der 64-Bit-Variante installiert ist, einen starken Eindruck. Die Anmeldung funktionierte mit der Kamera und Windows Hello reibungslos. Nicht nur Büroaufgaben, sondern auch anspruchsvolle Renderingmodelle meistert der Computer problemlos. Die höhere Beanspruchung ist dabei kaum zu hören, weil der Lüfter in unserem Test nie eine unangenehme Lautstärke erreichte. Nur wer die Leistungsaufnahme beobachtet, erkennt von der Performance abhängige Schwankungen, die zwischen 60 und 200 Watt liegen.

Der Microsoft Surface Studio ist ein schicker und leistungsstarker All-in-one-PC, der sich wegen des hervorragenden Displays auch für anspruchsvolle grafische Anwendungen eignet. Die einzige echte Schwäche - vielleicht neben der fehlenden Unterstützung von Thunderbolt oder USB-C - ist der vergleichsweise hohe Preis.© IDG