Perfektion 4K: Alles eine Frage der richtigen Einstellungen

In unserem Praxistipp zeigen wir, wie Sie Ihren UHD-Fernseher optimal einstellen. Denn erst mit den richtigen Einstellungen glänzt das Gerät mit Details und Farbbrillanz.

Sie sind stolzer Besitzer eines 4K Ultra High Definition Fernsehers der neuesten Generation? Aber noch nicht ganz zufrieden mit dessen Leistung? Und auch die Zusammenarbeit mit dem UHD-Player zeigt noch deutliche Mängel? Dann haben wir hier die richtigen Tipps für Sie, damit Sie endlich die sagenhafte Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln in allen Facetten genießen können.

Die gängige Formel für den optimalen Sitzabstand zu einem Full-HD-Fernseher lautet: Displaydiagonale malgenommen mit 2,5. Diese Rechnung ergibt zum Beispiel bei einem 55-Zoll-Gerät einen empfohlenen Abstand von 3,50 Metern. Für die neuen UHD-Geräte gilt die Regel nur eingeschränkt. Auch mit der Hälfte des Sitzabstandes lassen sich keine einzelnen Pixel erkennen. Also wäre ein Abstand von der Diagonale des Screens malgenommen mit 1,25 denkbar. Soweit die Theorie, denn in der Praxis kommt es auf die individuelle visuelle Wahrnehmung an. Machen Sie dazu einfach den Test: Können Sie aus dieser empfohlenen Entfernung wirklich alle Details auf dem Bildschirm problemlos erkennen? Experimentieren Sie ruhig mit verschiedenen Abständen, um den für Sie optimale Sitzposition zu ermitteln. Bei Geräten über 65 Zoll testen Sie einen Abstand von mehr als 4 Metern, bis zu 4 Metern bei einer Displaydiagonale von 50 bis 65 Zoll und bis zu 2 Metern bei Abmessungen von bis zu 49 Zoll.

So viel zum Idealabstand zwischen Betrachter und TV-Gerät. Nun kommen wir zur richtigen Höhenposition des UHD-Fernsehers, denn auch dieser Punkt ist wichtig für das ungetrübte visuelle High-End-Event. Wenn Sie vor dem Fernseher sitzen, dann sollte eine (gedachte) Linie von Ihren Augen zum oberen Drittel des Displays führen. Gerade bei richtig großen Modellen ab siebzig Zoll ist diese Ideallinie nicht einfach zu erreichen. Dann ist es meist die praktikabelste Lösung, den Abstand zum Gerät etwas zu vergrößern.

Jede Lichtquelle, die seitlich oder frontal auf das TV-Display trifft, beeinträchtigt den Fernsehspaß. Lampen oder das Tageslicht, das durch ein Fenster auf den Bildschirm trifft, verursachen unerwünschte Spiegelungen. Ideal ist es deshalb, wenn Sie Ihren Fernseher in einem rechten Winkel zum Fenster platzieren. Sollte dies aus einrichtungstechnischen Gründen nicht möglich sein, dann hilft beim Fernsehschauen am Tag meist nur eine Abdunklung des Zimmers durch das Zuziehen der Vorhänge oder Jalousien vor dem Fenster.

Damit die fein abgestuften Kontrast- und Farbverläufe auf Ihrem Gerät optimal sichtbar werden, sollten auch Lichtquellen ausgeschaltet werden, die von der Seite auf das Display treffen.

Laut einer Verbraucherstudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) verfügten rund zwei Drittel der TV-Geräte, die im Jahr 2017 gekauft wurden, über die Smart-Technologie. Tendenz steigend. Bei smarten TV-Geräten gilt es zu beachten, dass sie erst durch die Einbindung in das Heimnetzwerk ihre komplette Funktionalität ausspielen können.

Bei der Einbindung in das Heimnetz stehen Ihnen zwei Varianten zur Auswahl. Die drahtlose Verbindung via WLAN oder die Verbindung durch Kabel über das Ethernet.

In der Regel befindet sich der LAN-Anschluss an der Rückseite des Fernsehers. Die Verbindung via LAN-Kabel ist immer die beste Lösung, denn sie garantiert eine störungsfreie und kontinuierliche Bedingung für die Übertragung. Wir empfehlen, Smart-TVs per LAN-Kabel in das Heimnetzwerk zu integrieren.

Sollten Ihr Router und das TV-Gerät nicht nahe genug zusammenstehen, damit sie sich problemlos über ein Netzwerkkabel verbinden lassen, dann können Sie eine Verbindung über WLAN herstellen. Denn selbstverständlich besitzt jeder Smart-TV eine WLAN-Funk-Funktion.

Wenn Sie den Installationsvorgang für Ihren UHD-Fernseher starten, finden Sie bei der Mehrzahl der Modelle einen Punkt im Menü, unter dem Sie die Anbindung in Ihr Heimnetzwerk herstellen können. Dazu müssen Sie Ihr WLAN-Netz auswählen und dann Ihr Passwort eingeben. Falls die Eingabe des Passwortes via Fernbedienung des TV-Gerätes zu umständlich ist, dann wählen Sie dafür einfach ein anderes Gerät. Das geht zumindest dann, wenn Ihr Fernseher über das Betriebssystem Android verfügt. Dank des gemeinsamen Systems können Sie Ihr Passwort ganz komfortabel via Wi-Fi oder Bluetooth über den Touchscreen Ihres Mobilgeräts eingeben.

Viele Geräte bieten alternativ dazu eine Verbindung über die WPS-Taste (Wi-Fi Protected Setup) an. Um diese Anbindung zu starten, müssen Sie den entsprechenden Schalter am Router betätigen und am TV-Gerät den Prozess mit "OK" bestätigen. Sofort finden sich die beiden Geräte und beginnen mit dem Austausch der Zugangsdaten.

Sobald Ihr UHD-TV in das Heimnetzwerk integriert ist, wird wahrscheinlich ein Hinweis des Herstellers erscheinen, der den Download des aktuellsten Firmware-Update empfiehlt. Durch diese Aktualisierung kommen Sie in den Genuss von verbesserten Modi, aktuellen Versionen für die Bedienoberfläche des TV-Geräts und diversen weiteren neuen Funktionen. Auch im Hinblick auf die Sicherheit ist es ratsam, einen Smart-TV immer auf dem neuesten Stand zu halten. Damit Sie kein Update verpassen, aktivieren Sie die Auto-Update-Option. Diese Option ist meist unter dem Menüpunkt "Info" oder "Allgemein" hinterlegt.

Auch in diesem Fall können Sie Ihren Fernseher auf den aktuellen Stand bringen. Gehen Sie im Internet auf die Support-Website Ihres UHD-TV-Herstellers. Unter der Modellbezeichnung, beziehungsweise der genauen Modellnummer Ihres Gerätes erfahren Sie, ob eine neue Version zur Verfügung steht. Laden Sie das Update auf Ihren Computer und entpacken es noch an diesem Ort, falls es sich um eine komprimierte Datei handeln sollte. Nach dem Entpacken verschieben Sie die Datei auf einen USB-Stick. Schalten Sie den Fernseher ein und entfernen alle anderen eventuell dort vorhandenen USB-Geräte. Dann stecken Sie den Stick in einen Port an das Fernsehgerät. Nun gehen Sie mit der Fernbedienung zu "Einstellungen", die Option "Software-Update" ist in der Regel unter den Menüpunkten "Allgemein" oder "Support" zu finden. Unter dem Menüpunkt "Software-Update" wählen Sie nun aus der Liste das "Update über USB". Nun wird Ihr TV-Gerät automatisch den Stick durchsuchen und das dort hinterlegte Update durchführen. Dieser Prozess kann einige Minuten in Anspruch nehmen. Erst wenn Ihnen angezeigt wird, dass die Aktualisierung beendet ist, dürfen Sie den Stick aus dem Port entfernen. Der Fernseher muss nun einmal aus- und dann wieder eingeschaltet werden, manche Modelle starten auch automatisch neu.

Beim ersten Einschalten läuft Ihr Gerät unter den voreingestellten Einstellungen vom Hersteller. Bevor Sie diese Werte verändern, ist es ratsam sie zu notieren. Denn nicht jedes Modell lässt sich auf die Grundeinstellungen zurücksetzen. Dann ist es hilfreich, diese Daten bei der Hand zu haben, falls die selbst gewählte Veränderung nicht zum gewünschten Bildergebnis geführt hat.

Bevor Sie mit der Justierung starten, sollte der TV etwa 15 Minuten laufen. Denn erst nach dieser Zeit ist sichergestellt, dass er seine Betriebstemperatur erreicht hat. Bevor diese konstante Temperatur hergestellt ist, kann es zu technisch bedingten Veränderungen bei den Darstellungen der Farben kommen.

Verfügt Ihr Gerät über einen Umgebungslichtsensor? Dieser Sensor passt das Backlight automatisch an das Licht des Raums an. Schalten Sie den Umgebungslichtsensor vor dem Justieren aus. Denn damit wird verhindert, dass der Fernseher nicht zwischendurch automatisch abdunkelt, um Energie zu sparen.

Von den vordefinierten Werkseinstellungen können Sie nun auf andere Modi wechseln. Zur Auswahl stehen Einstellungen mit den Namen: "Lebhaft", "Dynamisch", "Kino", "Film" oder der schlichte "Standard". Die Einstellungen sind an bestimmte Bildabläufe adaptiert. Wenn Sie "Lebhaft" oder "Dynamisch" wählen, dann erhalten Sie eine Bildwiedergabe mit immens hoher Schärfe, fast schon überreichen Kontrasten und sehr hoher Helligkeit. Die Einstellung "Sport" ist optimiert auf die perfekte Wiedergabe von schnellen Bewegungen. Bei den Presets "Film" oder "Kino" liegt der Fokus auf der technisch perfekten Wiedergabe von Film- und Videomaterial.

Um die Qualität der voreingestellten Presets objektiv beurteilen zu können ist es ratsam, ein Testbild zur Hilfe zu nehmen. Die im Gerät hinterlegten Testbilder sind dafür nicht optimal geeignet. Wir empfehlen deshalb ein reales Testbild zu verwenden, zum Beispiel von .

Einen weiteren objektiven Eindruck über die Bildqualität erhalten Sie über neutrales Bildmaterial. Im Internet bietet zum Beispiel das US-amerikanische Heimkinoforum kostenlose Testsuites an. Sie beinhaltet diverse Testbilder- und Sequenzen zum optimalen Einstellen von Kontrast, Farbe und Helligkeit.

Anhand dieser beiden neutralen Testmöglichkeiten werden Sie schnell feststellen, ob die Kontraste wirklich angenehm sind, ob die Bildschärfe optimal eingestellt ist oder ob vielleicht einige Areale auf dem Display überzeichnet sind. Meist sind die voreingestellten Presets optimal an die jeweiligen Panel-Qualitäten adaptiert. Es kann also durchaus möglich sein, dass es gar nicht nötig ist, noch weitere Änderungen vorzunehmen.

Nehmen Sie den Bildmodus, der Ihnen am meisten zusagt als Basis für die weitere Verfeinerung. Die größte Auswahl an Parametern und eher neutrale Farben finden Sie unter den Modi "Cinema" oder "Film".

Die neuen UHD-Fernseher lassen sich auf den erweiterten Farbraum BT.2020 umstellen. Das macht aber nur Sinn, wenn das jeweilige Filmmaterial und das Quellgerät diesen Farbraum auch unterstützen. Zur Zeit wird er nur von Anbietern wie Amazon Prime oder Netflix unterstützt. Und beim Abspielmaterial muss es sich um UHD-Blu-ray-Disks handeln. Für alle konventionellen Empfangswege ist der Farbraum noch auf Rec. 709 eingeschränkt. Das ist der Standardfarbraum für hochauflösende Blu-rays und TV-Sendungen. Für Sie spielt dieser Umstand eine Rolle bei der Auswahl des Testbildes. Denn das Anzeigebild ist abhängig vom Signalweg.

Auch nach der Feinjustierung sind Sie noch nicht wirklich zufrieden mit der Bildwiedergabe? Dann wählen Sie bitte den Menüpunkt "Experteneinstellungen". Unter diesem Punkt sind einige sinnvolle Funktionen hinterlegt. Da geht es zum Beispiel um Basisfunktionen wie die Rauschunterdrückung. Aber auch für die Kompensation von Bewegungen lassen sich dort die passenden Optimierungsoptionen finden. Wenn schnelle Abläufe bei Ihnen noch mit Rucklern oder Artefakten dargestellt werden, dann können Sie die Anzeige von Zwischenbildern aktivieren, damit die Bewegungsunschärfen minimiert werden. Beim Hersteller LG finden Sie diese Option unter der Bezeichnung "Trumotion", bei Sony unter "Motionflow", Panasonic hat den Begriff "Frame Creation" gewählt und Samsung nennt es "Motion Plus". Bei der Mehrzahl der Hersteller können Sie zwischen "Automatisch" oder "Aus", beziehungsweise zwischen den Graden "Hoch", "Mittel" oder "Niedrig" wählen. Wie bei jeder Feineinstellung gilt auch hier die Regel, dass weniger oft mehr ist. Denn wenn man des Guten zu viel einstellt, dann bekommt man häufig das Gegenteil. Gehen Sie deshalb behutsam vor und notieren sich auch vor jeder Veränderung die Werkseinstellung.

Bei den Experteneinstellungen können Sie auch auch den Gamma-Wert manuell modifizieren. Die voreingestellte Zahl ist 2,2. Denn dieser Wert ist der typische Korrekturwert für alle PC- und TV-Displays. Mehr angezeigte Details im hellen oder dunklen Bereich können Sie mit dem Umstellen auf die andere Gamma-Werte erreichen. Denn viele Modelle und Hersteller bieten alternative Gamma-Werte an, wie zum Beispiel 1,9 oder 2,4. Abhängig vom jeweiligen Quellmaterial sehen Sie mit der Veränderung des Gamma-Wertes mehr Unterschiede in der Helligkeit. Allerdings kann diese Einstellung beim nächsten Film schon wieder negativ durchschlagen. Grundsätzlich ist es deshalb sinnvoller, den Gamma-Wert beim eingeführten Korrekturwert zu belassen.

Auch beim Thema Weißabgleich empfehlen wir den Erhalt der Grundeinstellung. Die Weißeinstellung wird unter der Option "Farbtemperatur" geregelt. Dort haben Sie die Auswahl zwischen "Warm", "Mittel" und "Kalt". Wie bei allen Einstellungen gilt auch hier, den Test und die Modifizierung unter regulären Lichtverhältnissen durchzuführen.

Zunächst muss der Player mit dem richtigen HDMI-Anschluss am TV-Gerät verbunden sein, denn sonst kann er die Hochkontrastbilder nicht anzeigen. Achten Sie darauf, bei beiden Geräten die dafür vorgesehenen Ports zu verwenden. Beim Player ist dies der Port mit dem Namen "Out to TV".

Sie können Ihren UHD-Player über WLAN oder LAN in Ihr Heimnetzwerk integrieren. Sobald das Gerät einen Zugang zum Netz hat, sollten Sie nachsehen, ob ein aktuelles Firmware-Update zur Verfügung steht. Denn häufig stellen die Hersteller wichtige Funktionen für den Player erst über Aktualisierungen zur Verfügung. Außerdem prüfen einige Player auch nach dem Anschluss ans Internet nicht automatisch, ob ein aktuelles Update vorliegt.

In der Regel erkennen UHD-Fernseher, wenn ein Player angeschlossen ist, der den erweiterten Farbraum für die Darstellung von Hochkontrastbildern braucht, und schalten diese Funktion automatisch für den Anschluss frei. Sie erhalten entweder direkt beim ersten Einschalten eine Meldung über die Freischaltung oder Sie können sich im Fernsehmenü über die Freischaltung versichern. Sie finden die 10-Bit-Farbauflösung unter "Allgemeine Einstellungen" bei den Einstellungen zum Anschluss über HDMI. Jeder Hersteller hat eine eigene Bezeichnung für diesen erweiterten Farbraum. Bei Pansonic wird er "HDR Einstellungen" genannt, bei LG läuft er unter dem Begriff "Ultra HD Deep Colour", und bei Samsung heißt er "UHD Colour". Finden Sie die jeweilige Bezeichnung Ihres Herstellers, dann ist die Darstellung für den erweiterten Farbraum freigeschaltet.

Und auch für die Darstellung der brillanten Hochkontrastbilder haben Sie eine Auswahl an diversen Bildmodi. Testen Sie sich durch die Modi und verwenden dabei unterschiedliches Quellmaterial. Ist das Ausgangsmaterial vorwiegend dunkel gehalten, dann harmoniert es am ehesten mit dem Bildmodus "Standard", da hier die hellsten Bilder angezeigt werden. Im umgekehrten Falle, also bei eher hellen Filmquellen, sollten Sie eines der Kino-Modi wählen. Die meisten Modelle verfügen über mehrere Kino-Modi, wählen Sie einfach den aus, der Ihnen am meisten zusagt. Und wenn auch dieser Sie nicht zu 100 Prozent zufriedenstellt, dann können Sie ihn weiter feinjustieren und damit Ihren Ansprüchen anpassen.

Allerdings ist ein Modus, der perfekt für alle Lichtverhältnisse und jedes Quellmaterial geeignet ist, schon fast die Quadratur des Kreises.© IDG