Datensammler versuchen wieder, Facebook-Nutzern Kontaktdaten abzujagen. Dafür locken sie mit der Aussicht auf 500-Euro-Gutscheine für Aldi. Rechnen darf man vielmehr mit unerwünschter Werbung.

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Auf Facebook macht gerade eine Fake-Aktion im Namen Aldis die Runde. Ein als "gesponserte Nachricht" markierter Beitrag verspricht "Aldi-Gutscheine: Limit 1 pro Haushalt", angeblich zum "107. Lebensjahr" des Unternehmens.

Der Beitrag stammt von einer Seite mit dem Namen "Aldi_De", die erst am 19. April aufgesetzt wurde und keine offizielle Aldi-Präsenz ist. Aldi Süd ist auf Facebook nämlich unter Aldi Süd vertreten, Aldi Nord hat keinen Kanal im klassischen Sinne. Es handelt sich somit um einen Betrugsversuch.

Wer eine der "kostenlosen Geschenkkarten" haben möchte, muss auf einen kryptischen Link klicken. Der führt zu einer Online-Umfrage, die mit der Aussicht auf 500-Euro-Gutscheine für den Discounter lockt. Hat man Alibi-Fragen beantwortet, etwa, wie oft man Aldi besucht und ob man dies allein oder in Begleitung tut, wird man zu einem Formular weitergeleitet, in das man seine Daten eingeben soll. Dies deutet darauf hin, dass sich Kriminelle die Aktion ausgedacht haben, um persönliche Daten von Internetnutzern zu sammeln.

Aldi, Satunr oder H&M: Immer wieder Ärger mit Fake-Aktionen

Fake-Gewinnspiele mit Bezug auf Marken wie Aldi, Saturn oder H&M gibt es immer wieder: Nutzer sollten bei solchen Aktionen extrem vorsichtig sein. Bei seriösen Online-Gewinnspielen sollen auch keine persönlichen Daten in Formulare dritter Seiten eingetragen werden, solche Daten werden - wenn überhaupt - über offizielle Unternehmenswebsites und -kanäle abgefragt.

Im Fall der Aldi-Befragung fehlt auf der Umfrageseite zudem ein Impressum. Auch dies ist ein Hinweis darauf, dass es sich um einen Fake handelt. Sprachliche Fehler, wie sie einem im Posting und auf der Umfrageseite mehrfach auffallen könnten, sind ein Warnzeichen: Unternehmen wie Aldi würden es selbst schon hinkriegen, verständliche deutsche Sätze zu formulieren.

User können Betrug melden

Die Aufklärungsseite "Mimikama", die immer wieder vor solchen Aktionen warnt, schreibt, dass die Daten im Fall der Aldi-Aktion an ein Unternehmen in Singapur gehen. "Mit der Teilnahme musst du dich dazu bereit erklären, deine Daten auch einer Reihe verschiedener Sponsoren zur Verfügung zu stellen", warnt "Mimikama". Und außerdem: "Die dürfen dich dann über Angebote aus ihrem jeweiligen Geschäftsbereich informieren. Und mit informieren ist eine Sintflut an Werbung per E-Mail, Telefon, Push-Nachrichten und/ oder Post gemeint."

Insofern sollten Facebook-Nutzer, denen das Aldi-Gewinnspiel in die Timeline rutscht, nur eines tun: Den Beitrag über die Meldefunktion des Netzwerk - die drei Pünktchen am Rand des Postings - als Betrugsversuch markieren. So besteht die Chance, dass Facebook das Posting zeitnah löscht und so weniger Menschen auf den Betrugsversuch hereinfallen.  © DER SPIEGEL