Messenger wie WhatsApp, Signal oder Telegram sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. In diesem Artikel halten wir Sie über die neuesten Features und Entwicklungen in der Welt der Kurznachrichten auf dem Laufenden.

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3. Dezember 2020: Nie wieder Chats in WhatsApp verwechseln

WhatsApp wartet pünktlich zum Weihnachtsfest mit zwei Neuerungen auf:

  • Die Hintergründe eines jeden Chats lassen sich nun individuell gestalten.
  • Das Suchen und Finden von Stickern soll deutlich leichter vom Finger gehen.

Vor allem für die neue Hintergrund-Funktion sprechen nicht nur dekorative Gründe, wie die Facebook-Tochter mitteilt: Es ermögliche eine leichtere Unterscheidbarkeit der Chats auf den ersten Blick und könne so Nutzer davor bewahren, aus Versehen eine Nachricht im falschen Chat zu senden.

Gleichzeitig erweitert WhatsApp den Fundus verfügbarer Hintergründe (Wallpaper) um Landschaften, Motive aus aller Welt und eine größere Farbauswahl bei den wimmelbildartigen Doodle Wallpapern.

Neu ist auch der Dark Mode für Wallpaper. Für jeden Chat lässt sich ein Hintergrund sowohl für den normalen als auch für den dunklen Modus einrichten. Der Hintergrund wechselt dann automatisch, wenn das Smartphone den Modus wechselt.

Neben der neuen Wallpaper-Funktion wurde auch die Suchfunktion für Sticker verbessert: Nutzerinnen und Nutzer können mit Schlagwörtern oder Emojis nach Stickern suchen oder häufig verwendete Sticker in Kategorien durchforsten. Entwickler können ihre neuen Sticker umgekehrt leichter auffindbar machen, indem sie ihr neuen Kreationen verschlagworten und mit Emojis kennzeichnen. (mgb)

27. November 2020: Telegram rasselt durch, Tester sehen Signal als sichere Alternative

Der Messenger Telegram hatte erst kürzlich für Kritik gesorgt, weil er als Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme gilt. Äußerst ernüchternd, was die Privatsphäre betrifft, fällt nun das Fazit des Fachportals "Heise Security" aus: Telegram sei eine Katastrophe, wenn es um die Privatsphäre der Nutzerinnen und Nutzer gehe, urteilen die Tester. Die App liefere alles, was man tippt, in Echtzeit an den Telegram-Server - und nicht erst dann, wenn man die Nachricht abschickt.

Der Server habe sogar Zugriff auf eine komplette Kopie aller Chats, fassen die Experten zusammen. Dabei sollten Unterhaltungen eigentlich exklusiv auf dem Mobilgerät der Nutzerin oder des Nutzers lagern. Das Problem: Was der Anbieter mit den Daten macht, außer sie an das Mobilgerät ihrer Besitzerin oder ihres Besitzers zu senden, bleibt im Dunkeln. Das mache sogar WhatsApp besser.

Zwar gebe es als Telegram-Funktion "geheime Chats", die durch das Mitlesen von Dritten gesichert sind. Das Feature sei aber so gut versteckt, dass es selbst Telegram-Nutzer oftmals nicht kennen würden, zudem sei es nur eingeschränkt nutzbar: Es funktioniert nicht für Gruppen und immer nur auf einem Gerät.

Auch hier seien andere Messenger besser aufgestellt. Signal etwa oder auch WhatsApp, das die Verschlüsselungstechnologie von Signal nutzt. Bei diesen beiden Messengern gibt es keine zentralen Chat-Datenbanken. Die Nachrichten werden so verschlüsselt, dass nur der echte Empfänger sie öffnen und lesen kann (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) und die Chats lagern nur auf dem Mobilgerät der Besitzerin oder des Besitzers.

Davon abgesehen sei das zu Facebook gehörende WhatsApp aber Closed-Source-Software. Was genau drin steckt, etwa mögliche Hintertüren, wisse niemand. Außerdem werde WhatsApp Stück für Stück weiter in den Konzern integriert, der "mit der exzessiven Nutzung der Daten seiner Nutzer Milliarden verdient".

Als sichere Messenger-Alternative mit guter Verschlüsselung empfehlen die Experten Signal, bei dem es sich ausnahmslos um Open-Source-Software handelt, also um ein quelloffenes Programm. Es lasse sich also jederzeit überprüfen, was dort hinter den Kulissen geschieht.

Zudem werde die Signal-Infrastruktur von einer gemeinnützigen Stiftung betrieben, die sich dem Datenschutz verschrieben hat und sich vollständig aus Spenden finanziert. So bestehe auch kein finanzielles Interesse an den Daten der Anwenderinnen und Anwender. Hinter Telegram stehe dagegen ein undurchsichtiges Firmen-Konstrukt, über dessen Motive so gut wie nichts bekannt sei. (af)

13. November 2020: "Vanish Mode" für Instagram und Facebook Messenger

Nach WhatsApp (siehe Eintrag vom 6. November) hat Facebook nun auch für Instagram und den Facebook Messenger verschwindende Nachrichten angekündigt. Ist der sogenannte Vanish Mode aktiviert, lösen sich alle geposteten Nachrichten und Inhalte in Wohlgefallen auf, sobald man den jeweiligen Chat verlässt.

Der Vanish Mode funktioniert den Angaben zufolge nur mit den eigenen Kontakten und nur, wenn beide Seiten ihn eingeschaltet haben. Macht das Chat-Gegenüber im Vanish Mode einen Screenshot, soll man eine Benachrichtigung erhalten.

Während das neue Feature in den USA schon verfügbar ist, müssen sich die meisten Nutzerinnen und Nutzer von Instagram und dem Facebook Messenger hierzulande noch gedulden. Das Unternehmen weist ausdrücklich darauf hin, dass der Vanish Mode langsam ausgerollt werden soll. Einen klaren Zeithorizont gibt es dagegen für die Whatsapp-Nutzerschar: Sie soll die automatisch ablaufenden Nachrichten noch im November einsetzen können.

Schneller als Facebook mit seinen Messenger- und Chat-Angeboten waren schon verschiedene andere Messenger: Bei Signal, Ginlo, Wire oder Telegram lässt sich bei Bedarf schon länger einstellen, wie lange eine gesendet Nachricht in einer Unterhaltung verfügbar sein soll, bevor sie verschwindet. (mgb)

6. November 2020: Messenger-Zauber: WhatsApp-Nachrichten löschen sich selbst

WhatsApp führt sogenannte ablaufende Nachrichten als neues Feature ein. Damit kann man bestimmen, dass eine neu gesendete Nachricht nach Ablauf von sieben Tagen wieder aus einem Chat verschwindet. Bei anderen Messengern heißen solche "Verschwindibus"-Funktionen, etwas martialischer, oft "selbstzerstörende Nachrichten".

In einem persönlichen Chat kann jeder der beiden Teilnehmer ablaufende Nachrichten ein- oder ausschalten. In Gruppen bleibt dies den Administratoren vorbehalten. Das neue Feature soll im Laufe des Monats November auf allen Geräten verfügbar sein.

Aktiviert werden müssen ablaufende Nachrichten für jeden Chat einzeln. Man tippt auf den Namen des Kontakts, dann auf "Ablaufende Nachrichten", dann auf "Weiter" oder "Fortfahren". Und schließlich wählt man "Ein" aus. (mgb)

4. November 2020: Neues Entrümpelungs-Tool für WhatsApp

Weil in WhatsApp oft zahllose Dateien schlummern, die man gar nicht mehr braucht, will der Messenger seinen Nutzerinnen und Nutzern das Entrümpeln erleichtern. Eine neue Speicherverwaltung soll ihnen dabei helfen, die Messenger-Inhalte prüfen, sortieren und löschen zu können, wie die Facebook-Tochter mitteilt.

WhatsApp soll deshalb große Dateien, Videos, Fotos oder Audio-Files, die schon mehrfach weitergeleitet worden sind, in einem Papierkorb ablegen - sortiert in absteigender Reihenfolge nach Größe. Dort kann man eine Vorschau der Dateien ansehen und schließlich mehrere Elemente gleichzeitig auswählen, um diese zu löschen.

Die neue Speicherverwaltung, die im Laufe der Woche weltweit verfügbar sein soll, findet sich unter "Einstellungen/Daten- und Speichernutzung/Speichernutzung". Details zur Funktionsweise gibt es in einem Erklärvideo, das WhatsApp bei Youtube veröffentlicht hat. (mgb)

Neues Entrümpelungs-Tool für WhatsApp

Herbstputz? Gibt es nicht nur daheim. Auch dem Smartphone-Speicher tut es gut, von Zeit zu Zeit auf Vordermann gebracht zu werden. WhatsApp will Nutzerinnen und Nutzer dabei nun besser unterstützen. © YouTube

22. Oktober 2020: WhatsApp bietet künftig Einkauf per Chat an

WhatsApp wird es seinen Nutzern künftig ermöglichen, direkt aus einem Chat Produkte einzukaufen. Die Endkunden verwenden dabei ihre gewöhnliche WhatsApp-Anwendung und müsse keine zweite App installieren. Kleinere Unternehmen, die die Waren und Dienstleistungen anbieten, setzen hingegen eine spezielle Business-App von WhatsApp ein, um auf die Kundenanfragen zu reagieren. Für größere Firmen bietet WhatsApp statt einer Smartphone-App auch eine Schnittstelle (API) für Kundenbetreuungssysteme oder Warenwirtschaftsoftware an, mit denen eine größere Zahl von Kundenanfragen bewältigt werden können.

WhatsApp Business wurde im Januar 2018 ins Leben gerufen. Seitdem hat sich der Dienst dynamisch entwickelt. Nach Angaben von Whatsapp senden inzwischen mehr als 175 Millionen Menschen täglich Nachrichten an einen WhatsApp-Business-Account. Zu den ersten Kunden des Dienstes gehörten Vodafone Deutschland und die spanische Fluggesellschaft Iberia, die im WhatsApp-Chat bislang vor allem auf Kundenanfragen eingehen. Die Schnittstelle von WhatsApp Business wird auch von Start-ups wie Twillo, MessageBird, Yalochat und Infobip genutzt, die damit für ihre gewerblichen Kunden eigene Cloud-Kommunikationsplattformen anbieten. (mgb)

Verwendete Quellen:

  • dpa
  • WhatsApp Blog