In Sekunden bereit fürs persönliche Archiv: Bisher ließen sich einzelne WhatsApp-Chatverläufe simpel exportieren und so auch mit anderen teilen. Deutschen Nutzern wird diese Funktion nun aber genommen.

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In Einzel- und Gruppenchats entspinnen sich auf WhatsApp immer wieder interessante oder auch lustige Unterhaltungen. Unterhaltungen, die manch einer gern auch außerhalb der App gespeichert wissen will, etwa als ein Stück persönliche Erinnerung oder um seine Chats anderen Personen zeigen zu können.

Auf WhatsApp existierte dafür bislang eine simple Funktion: Über einen Button namens "Chat exportieren", zu finden unter dem Menüpunkt "Mehr", ließen sich unter Android lange Unterhaltungen als .txt-Dateien verschicken - WhatsApps Hilfeseite zufolge mit bis zu 40.000 aktuellen Nachrichten. Wollte man auch gepostete Medien wie Fotos und Videos im Paket haben, bezog sich das Limit auf die letzten 10.000 Nachrichten. Auf dem iPhone gab es eine ähnliche Export-Funktion.

Jetzt steht diese Funktion aber offenbar vor dem Aus, zumindest in Deutschland. Auf WhatsApps Android-Hilfeseite zum Thema heißt es seit Kurzem "Bitte beachte, dass diese Funktion in Deutschland nicht unterstützt wird." Dieser Hinweis stand Mitte Dezember noch nicht auf der Seite . Die Funktion "Chat-Backup", mit der sich unterhaltungsübergreifend Nachrichten und Medien sichern lassen (zu finden unter "Einstellungen"/"Chats"/"Backup"), scheint sich derweil weiter wie gewohnt nutzen zu lassen.

Wenn Sie Ihren WhatsApp-Account löschen möchten, etwa um auf einen alternativen Messenger umzusteigen, bedarf es nur weniger Schritte. So müssen Sie vorgehen.

Medienberichten zufolge, etwa von "Caschys Blog" und "Appgefahren", könnte es derzeit von der installierten WhatsApp-Version abhängen, ob Nutzern die Exportfunktion für einzelne Chats noch oder schon nicht mehr zur Verfügung steht. Von "iPhone-Ticker" heißt es, auf einem iOS-Gerät mit der WhatsApp-Version 2.19.124 sei die Funktion bereits nicht mehr nutzbar. Auf einem "Spiegel"-Android-Testgerät mit der App-Version 2.19.368 stand die Funktion Freitagvormittag noch zur Verfügung.

Facebook hat Ärger mit Blackberry

Denkbar, aber bislang nicht offiziell bestätigt ist, dass die Abschaltung der Funktion mit einem Patentstreit zwischen der WhatsApp-Mutter Facebook und Blackberry zusammenhängt. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge geht es in dem Rechtsstreit auch um das Verschicken von Chat-Historien in WhatsApp.

"Die Gerichtsverfahren betreffen einige wenige spezifische Funktionen unserer Apps", hatte Facebook Anfang Dezember mehrere Urteile des Münchner Landgerichts kommentiert. "Für diese Funktionen halten wir bereits Softwareupdates bereit, um den Anforderungen des Unterlassungsgebots zu entsprechen, falls Blackberry sich entscheidet, dieses zu vollstrecken." Zu aktuellen "Spiegel"-Nachfragen speziell zum Wegfall der Chat-Export-Funktion hat sich Facebook noch nicht geäußert.

Wie beliebt WhatsApp in Deutschland ist, lässt sich derweil aus jüngsten Zahlen des Dienstes ablesen. Ihnen zufolge wurden hierzulande allein am Silvesterabend mehr als zwei Milliarden Nachrichten über den Messenger verschickt.  © SPIEGEL ONLINE

"Dasta": Mit dieser App kann WhatsApp ausspioniert werden

Mit Hilfe der App "Dasta" aus Russland können Nutzer sich gegenseitig ausspionieren. Per Push-Nachricht etwa informiert die App, ob ein Nutzer gerade online ist. So kann die Software zu Überwachungszwecken verwendet werden.
Teaserbild: © imago images/Pixsell